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42 Einsätze 2015 angefahren Rütenbrocker Feuerwehr bilanziert und ehrt Mitglieder

Von Heiner Harnack | 19.12.2015, 10:38 Uhr

Der neu eingeführte Digitalfunk war das prägende Thema im zu Ende gehenden Jahr für die Freiwillige Ortsfeuerwehr Rütenbrock. Neben einem Überblick über die geleistete Arbeit wurden vier Jubilare geehrt, die den Blauröcken seit vier Jahrzehnten die Treue halten.

Ortsbrandmeister Gerd Nyenhuis wies sofort nach der Begrüßung der Gäste, darunter Harens Bürgermeister Markus Honnigfort, darauf hin, dass der Einführung des Digitalfunks eine lange Planungsphase vorausgegangen sei. Die neue Technik habe dazu geführt, dass alle Kameraden sich einer Ausbildung und anderen Herausforderungen stellen mussten.

Zu den sechs neuen Fahrzeug-Funkgeräten (MRT) seien noch 18 Handfunksprechgeräte (HRT) und die Feststation im Feuerwehrhaus dazugekommen, sagte der Ortsbrandmeister. Zu den weiteren benötigten Geräten zählen ein Fahrzeug- und ein Handfunksprechgerät, die versuchsweise für das niederländische Funknetz eingerichtet wurden. Nyenhuis zufolge gibt es eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Gemeente Vlagtwedde, wo die Rütenbrocker Wehr die erste nachrückende Einheit im Bereich von Ter Apel ist.

Wehr gut aufgestellt

Nyenhuis betonte zudem, dass die Wehrleute gelegentlich von ihrer Arbeit freigestellt werden müssten und dankte daher den Firmen, die dies erlaubten, denn „stell dir vor, es brennt und keiner kommt.“ Ebenfalls hob er die Jugendarbeit hervor, da ohne Nachwuchs eine Feuerwehr keine Zukunftschance habe. „Zur Zeit sind wir gut aufgestellt und haben sämtliche Schadenslagen erfolgreich bearbeitet“, sagte Nyenhuis und zeigte sich überzeugt, auch in Zukunft die verschiedensten Einsätze meistern zu können.

 Zur Bildergalerie: Besuch bei der Feuerwehr Rütenbrock im Februar 2015 

Im Besonderen dankte er seinem Stellvertreter Martin Lübbers, ohne dessen Unterstützung laut Nyenhuis vieles nicht funktioniere. Dank ging auch an die Verwaltung der Stadt Haren sowie an den scheidenden Kreisbrandmeister Christof Wessing und Abschnittsleiter Josef Cordes für die hervorragende Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.

Viele Fortbildungen

„Im Berichtsjahr 2015 hatten wir 42 Einsätze zu fahren mit einer Gesamtzahl von fast 940 Stunden und hatten Ausgaben von genau 62.766 Euro zu verzeichnen“, nannte Nyenhuis die imponierende Bilanz. Das Gros der Einsätze seien Hilfeleistungen gewesen, die über 540 Stunden in Anspruch genommen hätten.

Einen besonderen Beitrag leiste der Gefahrgutzug Emsland-Mitte. Die Einheit Mitte-West, zu der auch Rütenbrock gehört, leiste hier sehr gute Arbeit im Bereich von Schadstoffen und Chemikalien. Zu den genannten Arbeitszeiten entfielen noch weitere 2350 Stunden auf die Dienstabende für Fortbildungen.

Kritik an Finanzierung

Nachdem Bürgermeister Honnigfort sehr lobende Worte für die Arbeit der Blauröcke loswurde, äußerten zwei Kritik. Christof Wessing und Josef Cordes kritisierten, dass das Land versuche, Lerneinheiten auf die Kommunen abzuwälzen, was dort nicht zu leisten sei. Beide machten ihren Unmut darüber sehr deutlich.

 Weiterlesen: 143 Einsätze der Rütenbrocker Feuerwehr im Jahr 2014 

Für ihre außergewöhnlichen Leistungen und ihre Treue zur Rütenbrocker Wehr wurden anschließend Gerd Nyenhuis, Heinz Hüsers, Bernd Fischer und Gerhard Nüsse mit Urkunden und Nadeln von Bürgermeister Honnigfort und Josef Cordes geehrt. Martin Lübbers erinnerte in heiteren, manchmal auch ernsteren Rückblicken auf die stolzen Leistungen, die diese vier Wehrmänner über Jahrzehnte für die Sicherheit Rütenbrocks und darüber hinaus erbracht hatten.