Mutige Frau und Friedensstifterin Schwester Kundigunde riskierte ihr Leben für Emslanddom in Haren

Gitta Connemann (links) und Kerstin Wilken enthüllen die Gedenktafel neben der Harener St. Martinuskirche.Gitta Connemann (links) und Kerstin Wilken enthüllen die Gedenktafel neben der Harener St. Martinuskirche.
Gerd Mecklenborg

Haren. Eine mutige Ordensfrau hat Haren im Zweiten Weltkrieg vor schwerem Beschuss bewahrt. 76 Jahre später wurde für Schwester Kunigunde eine Gedenktafel aufgestellt.

Schwester Kunigunde, die 1914 in Mesum als Theresia Schepers geboren wurde und 1999 im Altenheim St. Loreto in Leer verstarb, wird in Haren als „Heldin von 1945“ verehrt. Nach ihr wurde der Platz hinter dem „Emslanddom“ benannt und wegen ihr ist der Stadt Haren (Ems) die Bezeichnung „frauenOrt“ verliehen worden.

Weißes Betttuch am Kirchturm als Friedensappell

Haren sollte am 8. April 1945 von anrückenden alliierten Truppen unter Beschuss genommen werden. Und so verließen an diesem Tag viele Harener ihre Häuser und Wohnungen. Schwester Kunigunde blieb aber in Haren und stieg beherzt mit einem weißen „FriedensBetttuch“ auf den Turm der St. Martinuskirche, da die große Kuppel bereits unter Beschuss gestanden hatte. So bewahrte sie nicht nur den „Emslanddom“ vor weiterer Zerstörung.

Gerd Mecklenborg
Die Tafel erinnert an die „Harener Heldin von 1945“.

Im vergangenen Jahr jährten sich dieser Tag und das für Haren bedeutende Ereignis zum 75. Mal. Nun wurde die Enthüllung der Gedenktafel nachgeholt. 2020 fiel der Festakt  Corona 2020 zum Opfer. Kerstin Wilken, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Haren (Ems) und die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann enthüllten unter Beifall der Anwesenden die Tafel, die das für Haren historische Ereignis und das Leben und Wirken der Ordensschwester beschreibt.

„Sie begab sich in Lebensgefahr“

Connemann und Harens Bürgermeister Markus Honnigfort würdigten „den Mut von Schwester Kunigunde. Sie wusste, dass sie sich in Lebensgefahr begab. Ihre Courage ist heute noch vorbildlich." 

Die Ordensfrau der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung gehörte 1936 der ersten Generation staatlich geprüfter Kindergärtnerinnen an. Als Leiterin des Kindergartens St. Elisabeth von 1936 bis 1951 war sie in Haren eine bedeutende Persönlichkeit. Mutig, selbstbewusst und durchsetzungsstark begleitete sie die Harener durch die NS-Zeit und Kriegsjahre. Während der polnischen Besetzung von 1945 bis 1948 kümmerte sie sich insbesondere um die ausquartierten Harener Bürger in den umliegenden Ortschaften. 1995 verlieh ihr die Stadt Haren die Ehrenurkunde.


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