„Erinnert Euch der Toten!“ Kranz auf Ehrenfriedhof in Wesuwe-Siedlung niedergelegt

Von pm

Zum Gedenken an die Opfer der Emslandlager wurden auf dem Ehrenfriedhof in Wesuwe-Siedlung Kränze niedergelegt. Foto: Hans-Ulrich LouwersZum Gedenken an die Opfer der Emslandlager wurden auf dem Ehrenfriedhof in Wesuwe-Siedlung Kränze niedergelegt. Foto: Hans-Ulrich Louwers

Haren. „Memento mori!“ – „Erinnert Euch der Toten!“ Diese Forderung hat Landrat Marc-André Burgdorf in seiner Ansprache zum Gedenken an die Opfer der Emslandlager auf dem Ehrenfriedhof in Wesuwe-Siedlung gestellt.

Gemeinsam mit Vertretungen der Schützenvereine St. Hubertus Wesuwe, St. Josef Wesuwe- Moor, St. Georg Wesuwe-Siedlung, des Schützenvereins Altharen und der Reservistenkameradschaften aus Meppen, Borken und Haren Erika gedachte Burgdorf der hier ruhenden sowjetischen Kriegsgefangenen. Der Landrat legte zusammen mit Harens stellvertretendem Bürgermeister Jan Tieben, dem Landtagsabgeordneten Bernd-Carsten Hiebing, dem Oberstleutnant Ulrich Goede, Ulrich Schmitz und dem Stabsfeldwebel Thomas Becker am Denkmal zwei Kränze nieder. 

Ratsherr Hermann Stroot ging auf die Geschichte der Gedenkstätte ein und erinnerte an die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen die Kriegsgefangenen im sogenannten Lager 8 bei Wesuwe leiden mussten. Dieses Lager war ursprünglich für Strafgefangene errichtet worden, die zur Zwangsarbeit in den nahen gelegenen Mooren herangezogen wurden.

Im September 1939 übernahm das Oberkommando der deutschen Wehrmacht die Anlage als Kriegsgefangenenlager. Mehr als 4000 sowjetische Kriegsgefangene starben während des Zweiten Weltkriegs im Lager 8 bei Wesuwe und wurden hier begraben - 98 junge Männer in Einzelgräbern und zwischen 2000 und 4000 in drei Massengräbern.

Landrat Burgdorf wies darauf hin, dass über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch immer nicht alle Wunden verheilt sind und sogar immer wieder neue aufgerissen werden, beispielsweise durch Anschläge auf Synagogen wie zuletzt in Halle. „Wir wollen darum an einem Tag wie heute auch zur Achtung vor den Menschen aufrufen, vor dem Leben eines jeden einzelnen Menschen, gleich welcher Herkunft oder welchen Glaubens er ist. Ganz unabhängig davon, wie er aussieht oder welche Überzeugungen er hat“. sagte Burgdorf.

Bei der feierlichen Kranzniederlegung, die musikalisch von den Wesuweer Dorfmusikanten umrahmt wurde, sagte Hermann Stroot: „Wir stehen nun heute in Ehrfurcht an diesem Denkmal und verneigen uns vor den Opfern von Krieg und Gewalt."


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