Weihbischof ruft zum Zusammenhalt auf St. Maximilian Rütenbrock feiert 150-jähriges Kirchweihfest

Kinder aus Rütenbrock trugen im Anschluss an den Gottesdienst zum 150-jährigen Jubiläum der St. Maximilian-Kirche Lieder vor, was den Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe sichtlich freute. Foto: Heinrich SchepersKinder aus Rütenbrock trugen im Anschluss an den Gottesdienst zum 150-jährigen Jubiläum der St. Maximilian-Kirche Lieder vor, was den Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe sichtlich freute. Foto: Heinrich Schepers

Haren. Der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe hat sich bei einem festlichen Gottesdienst in Rütenbrock im Rahmen des 150-jährigen Kirchweihjubiläums der Sankt Maximilian Kirche verständnisvoll zur Kritik an der katholischen Kirche geäußert und zum Zusammenhalt der Christen aufgerufen.

Vor rund 150 Jahren sei die Kirche in Rütenbrock nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht worden, wie Klaus Willmann, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft St. Maximilian, St. Marien, St. Bonifatius und St. Gerhard Majella, berichtete. Sie sei seitdem der Mittelpunkt des Dorfes und des Kirchspiels. „Aber noch viel wichtiger als das Gebäude, ist die Kirche aus lebendigen Steinen, und das sind wir. Wir können ein noch so schönes Gebäude errichten. Wenn kein Leben darin ist, wäre es sinnlos das Gebäude zu nutzen“, so der Pfarrer. Willmann dankte den vielen Mitwirkenden, die zum Gelingen des Jubiläums beigetragen hatten.

Weihbischof Johannes Wübbe forderte den Zusammenhalt der Christen während der Feier zum 150-jährigen Jubiläum der St. Maximilian-Kirche in Rütenbrock.

Laut Weihbischof Johannes Wübbe sei das Kirchweihjubiläum der St. Maximilian-Kirche in Rütenbrock „wahrlich ein Grund, um zu feiern und Dank zu sagen“. Wübbe zeigte sich beeindruckt, wie viel die ersten Siedler in Rückenbrock auf sich genommen hätten, um den Bau der Kirche zu ermöglichen. „Dafür haben Menschen von Beginn an viel eingebracht, existentiell viel und keineswegs nur in materieller Hinsicht“, sagte Wübbe, der lobend hervorhob, dass die Rütenbrocker Kirchengemeinde auch heute noch lebendig sei. Er dankte den vielen aktiven Gemeindemitgliedern, die dazu einen Beitrag leisten.

Umfrage zeigt Verbundenheit zur Kirche 

Der Weihbischof merkte an, dass ein Jubiläum nicht nur mit Rückblicken und Erinnerungen verbunden sei, sondern auch einen Anlass biete, um nach vorne zu schauen. Dazu zählte er das „Ringen um die Zukunft der Kirche“ und verwies auf eine Umfrageaktion, die in der Pfarrgemeinschaft Rütenbrock durchgeführt wurde. Aus dieser gehe eine ernste Sorge um die Kirche hervor, ebenso wie eine tiefe Verbundenheit und Leidenschaft. 

Es gebe zudem innerhalb der Kirche ein Spannungsverhältnis von Menschen, die Reformen fordern und anderen, die jede Veränderung als Angriff auf die Integrität der Kirche betrachten. Angesichts dessen sei nicht leicht zu sehen, wie es „gut weitergehen kann und soll.“ Er versprach vor diesem Hintergrund den Dialog mit allen Beteiligten und forderte zugleich, dass die Rolle als Zeugnisgemeinschaft nicht vergessen werden dürfe.

Unerlässlich sei der Blick auf die Heilige Schrift „als Urkunde des Glaubens“ und die Gottes- und Christusbeziehung. „Es geht um den Bau aus lebendigen Steinen, der dafür da ist, Gottes Liebe zu den Menschen, gerade zu den Schwachen, den Unterdrückten und an den Rand Gedrängten zu leben, heute vielleicht mehr denn je, zudem noch mit offenen Sinnen für die bedrohte Schöpfung“, sagte der Weihbischof. Dies müsse, bei aller berechtigten Kirchenkritik, das Ziel der Glaubensgemeinschaft sein. 

„Darum muss es letztlich gehen, wenn Kirche verändert werden soll: dass sie sich weiter und besser in den Dienst des Zeugnisses von der Liebe Gottes stellt“Weihbischof Johannes Wübbe

„Dafür müssen wir immer wieder eintreten in Kirche und Gesellschaft“, mahnte der Weihbischof und dankte allen, die sich in diesem Sinn einbringen. „Sich einsetzen für die Menschen, egal wo sie herkommen und welche Hautfarbe sie haben, das gehört für uns Christen dazu“, machte Wübbe deutlich. Aus diesem Grund seien auch alle Christen aufgefordert, genau bei den politischen Parteien zu schauen und wahrzunehmen, was in den Parteiprogrammen formuliert sei und dort kritisch zu überprüfen, ob wirklich alle Menschen willkommen seien.

Harens Bürgermeister Markus Honnigfort würdigte die St. Maximilian-Kirche als Zeichen des Zusammenhalts in der Kirchengemeinde Rütenbrock.

„Stolze 150 Jahre liegen zwischen uns und den Menschen, die diesen Kirchenbau realisiert haben“, so Harens Bürgermeister Markus Honnigfort. So sei ein sehr beeindruckendes Bauwerk im neugotischen Stil entstanden. Seither verkörpere die Kirche nicht nur geographisch das Herz des Kirchspiels. Seit 150 Jahren sei sie immer eng mit dem Leben der Einwohner von Rütenbrock, Rütenmoor und Lindloh-Schwartenberg verwoben gewesen. „St. Maximilian ist nicht nur ein Ort des Glaubens und des Betens, sondern das Herz einer aktiven Gemeinschaft“, sagte der Bürgermeister. Honnigfort zeigte auf, dass Kirche ein wichtiger und aktiver Impulsgeber für die politische Gemeinde sei. 

Einsatz für Flüchtlinge 

So liege die Kitaträgerschaft in den Händen der Kirchengemeinde. Für das aktuelle Dorfentwicklungsprogramm habe es von Seiten der Kirche viele gute Ideen gegeben. Auch habe sich die Gemeinde aktiv für Flüchtlinge eingesetzt. Von der evangelisch-lutherische St. Johannis-Kirchengemeinde Haren überbrachte Michael Kuttig, Mitglied des Kirchenvorstandes, die Grußworte. „Das wir als evangelische Gemeinde an dieser Feier teilhaben dürfen macht uns froh, zeigt es doch eine innere Verbundenheit zu einem gemeinsamen Ziel“, so Kuttig.

Musikalisch gestaltet wurde die Messe vom Projektchor der Kirchengemeinde unter der Leitung von Irmgard Grönniger. Zahlreiche Fahnenabordnungen der Rütenbrocker Vereine begleiteten den Gottesdienst. Begeistert zeigte sich Weihbischof Wübbe und die anwesenden Gemeindemitglieder von einem Auftritt der Kinder aus den Rütenbrocker Kindertagesstätten St. Johannes und St. Gerhard Majella im Anschluss an die Messe. Das Jubiläum klang bei einem geselligen Beisammensein auf dem Kirchenvorplatz aus.


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