Umgang mit Medien auf Augenhöhe Net-Piloten an Oberschule Haren klären über Internet-Gefahren auf

Von pm

Net-Piloten nennen sich die Neuntklässler der Harener Oberschule, die über Gefahren von Internetnutzung und Computerspielen aufklären. Foto: Martinus-Oberschule HarenNet-Piloten nennen sich die Neuntklässler der Harener Oberschule, die über Gefahren von Internetnutzung und Computerspielen aufklären. Foto: Martinus-Oberschule Haren

Haren. Die Neuntklässler der Martinus-Oberschule Haren klären junge Mitschüler über Gefahren von Internetnutzung und PC-Spielen auf

Exzessiver Computerspiel- und Internetgebrauch ist ein Grund zur Sorge. Die Medien lenken von der Schule ab, die Schüler sind müde, weil sie die ganze Nacht gezockt haben. Bereits in den unteren Jahrgängen ist die Mediensucht nicht zu verleugnen.

Um die Schüler für den Umgang mit diesen Medien zu sensibilisieren, ohne den mahnenden Finger der Erwachsenen zu erheben, hat die Martinus-Oberschule die Schüler der Klassen 9 zu Net-Piloten ausbilden lassen. Geschult und ausgebildet wurden sie von Steffi Kramer von der Diakonie Emsland/Papenburg, Fachbereich Suchtprävention. Die Martinus-Oberschule arbeitet seit Jahren eng mit der Beratungsstelle zusammen und kann daher als erste Schule das Pilotprojekt umsetzen.

Soziale Lernprozesse

In dem Workshop beschäftigen sich die Schüler eine Woche mit der Faszination und den Gefahren von Computerspielen und sozialen Netzwerken, mit Suchtfaktoren, Cybermobbing und dem Umgang mit persönlichen Daten, um daraufhin mit den Sechstklässlern über die Folgen des hohen Medienkonsums zu sprechen. Denn gerade im Jugendalter prägen Gleichaltrige stark den eigenen Lebensstil und die eigenen Verhaltensweisen. Sie sprechen dieselbe Sprache und haben den gleichen Jargon, was günstige Voraussetzungen zur Initiierung der sozialen Lernprozesse sind. "Die Net-Piloten können sensibel auf die Gefahren der Computernutzung und die Sorgen der Eltern hinweisen, gleichzeitig aber bei exzessiver Computerspiel- und Internetnutzung auch Anleitungen zur Verhaltensregulation geben", schreibt die Oberschule in einer Pressemitteilung.

Internetnutzer werden immer jünger

Aber auch die Neuntklässler waren überrascht, wie extrem die tägliche Nutzung bei den jüngeren Schülern ist. Nicht wenige nutzen das Internet oder spielen PC-Spiele drei bis fünf Stunden pro Tag, teilweise sogar mehr. „Es ist echt erschreckend, dass einige die ganze Nacht zocken und die Eltern nichts dazu sagen.“, berichtet Nico aus der 8d sehr ernst. Auch Atefa ist geschockt. Sie selbst liest gerne und macht viel Sport. „Ich würde meine Freizeit nicht für Computerspiele verschwenden, dann mache ich lieber was mit Freunden.“

Mobbing unter den jungen Schülern

Fast jeder Schüler konnte bereits von Mobbing-Erfahrungen im Internet berichten. Beim Cybermobbing gehen die seelischen Verletzungen besonders tief, denn hier bietet noch nicht mal das Zuhause einen Schutz. Die Täter sind besonders skrupellos, da sie nicht sehen, was das mit den Opfern macht.

Auch die Neuntklässler wurden nachdenklich. Viele waren mal Opfer, einige auch Täter. „Ich bin froh, dass wir die Ausbildung gemacht haben. Man selbst denkt mehr nach über das Filmen von anderen Leuten und das Verbreiten von Videos im Internet.“, so André. „Und ich hoffe, dass wir den Sechstklässlern das auch vermitteln konnten.“


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