Auftakt der Harener Orgeltage Orgel und Oboe harmonieren in Rütenbrocker Kirche

Vor ihrem Konzert zum Auftakt der Harener Orgeltage in der Rütenbrocker Kirche, Udo Honnigfort und Anja Lauckner. Foto: Gerd MecklenborgVor ihrem Konzert zum Auftakt der Harener Orgeltage in der Rütenbrocker Kirche, Udo Honnigfort und Anja Lauckner. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. In der Rütenbrocker St. Maximilian Kirche sind die Harener Orgeltage 2019 eröffnet worden. Organist des Eröffnungskonzertes war Udo Honnigfort, der Mitinitiator der Konzertreihe. Musikalisch begleitet wurde Honnigfort durch Anja Lauckner an der Oboe.

Der gebürtige Harener Udo Honnigfort, Kantor der St. Marienkirche in Delmenhorst, spielte seinen Part auf der Vierdagorgel mit ihren 25 Registern. Er verstand es hervorragend, aus der klangschönen Orgel die klaren Instrumentenstimmen in Harmonie mit der Oboe einzusetzen. 

Das passte zu den Werken von Buxtehude, Rheinberger, Kaufmann oder Bach, die an diesem Abend zu hören waren. So kamen die Liebhaber „der Königin der Musikinstrumente“ in den Genuss eines schönen Klangerlebnisses und einer Mixtur aus klassischer und zeitgenössischer Orgelliteratur. In die einzelnen Musikstücke führte Harald Steinborn ein, dabei ging der Moderator auch auf den Werdegang und das Gesamtwerk der Komponisten ausführlich ein.

Melancholische Oboe

Eröffnet wurde der Konzertabend mit einem Werk von Georg Friedrich Kaufmann, der Mitbewerber Bachs um die Stelle als Thomaskantor in Leipzig war, dann aber Domorganist in Merseburg wurde. Es folgte mit der „Fantasie in f“ eine meditative Weise von Johann Ludwig Krebs, einem Schüler von Johann Sebastian Bach. Sehr harmonisch und ausgewogen bei allen Darbietungen die klare, klagende, melancholische Stimme der Oboe, die gut zu den Klangfarben der Orgelinstrumente passte und von Anja Lauckner virtuos gespielt wurde.

Die ganze Strahlkraft der Vierdagorgel war bei Buxtehudes „Toccata und Fuge in F-Dur“ zu hören, liebliche Flötentöne entlockte Honnigfort der Kirchenorgel etwa bei Johann Jakob Frobergers „Canzona in a“. Der „kathedrale“ Klang in der Rütenbrocker Kirche unterstützte das virtuose Spiel der beiden Musiker optimal. Neuzeitlichere Klänge waren bei einem Werk (Arie und Marsch) von Christopher Tambling, einem britischer Organisten, Komponisten und Chorleiter vernehmbar, da wechselten romantische und expressive Parts in spannender Weise. Den würdigen Abschluss eines abwechslungsreichen Konzertes mit Orgel und Oboe bildete Eugen Gigouts bekanntestes Orgelwerk, die „Toccata in h-moll“, mit dem gewaltigen Schlussakkord. Nach stehenden Beifallsbekundungen gab es als Zugabe Bachs „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ in der Bearbeitung von Eberhard Krauss.


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