Besuch bei Röchling Landesvater Weil verteilt in Haren Rosen und Komplimente

Auf ein Selfie mit dem Landesvater: SPD-Landratskandidatin Vanessa Gattung nutzte die Gelegenheit, um gemeinsam mit den beiden Bürgermeisterkandidaten Ernst Kock (Lathen) und Georg Berenzen (Haren, rechts) ein Foto zu machen. Foto: Tobias BöckermannAuf ein Selfie mit dem Landesvater: SPD-Landratskandidatin Vanessa Gattung nutzte die Gelegenheit, um gemeinsam mit den beiden Bürgermeisterkandidaten Ernst Kock (Lathen) und Georg Berenzen (Haren, rechts) ein Foto zu machen. Foto: Tobias Böckermann
Tobias Böckermann

Haren. Wenn Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf Reisen geht, dann hat er danach nicht nur selbst viel zu erzählen. Auch ihm kommt einiges zu Ohren: Sorgen der Menschen vor Ort, Wahlkampfgespräche oder die Interessen von Unternehmen. Am Montag war der Landesvater im Emsland und hat auch zwei Termine in Haren wahrgenommen.

Zwar ist Weil immer wieder im Land unterwegs, in diesen Tagen aber hat er wegen des Europawahlkampfes und einiger Bürgermeisterwahlen besonders viele Ortsbesuche im Terminkalender. In Haren stehen am 26. Mai sogar drei Entscheidungen an, denn im Emsland wird dann auch noch der Landrat gewählt. 

Deshalb waren bei Weils Kurzbesuch auf dem Harener Marktplatz neben Vertretern der örtlichen SPD mit der Emsland-Vorsitzenden Andrea Kötter auch Landratskandidatin Vanessa Gattung und Bürgermeisterkandidat Georg Berenzen dabei. Stephan Weil nahm sich Zeit für die Besucher und verteilte Rosen. Drei Ehepaare aus Haren waren eigens ohne besonderes Anliegen gekommen, um ihn einmal in natura und nicht im Fernsehen erleben zu können. 

Rosen gab es vom Landesvater.


Die ansonsten bei klammer Kälte nur wenigen Besucher hatten dagegen in der Regel gezielte Anliegen, zum Beispiel was den Umgang mit der Natur anging oder die Energiewende – hier gezielt den Einsatz von Wasserstoff.

Wasserstoff und Kapelle

Die Harenerin Gisela Buss-Schepers berichtete Weil von der ersten evangelischen Kapelle, die vor rund 115 Jahren im Emsland errichtet worden war, nämlich von der Trinitatis-Kapelle in Rütenbrock. Den dortigen Förderverein hatte Buss-Schepers mitgegründet und engagiert sich nun mit anderen für den Erhalt und ein Kulturprogramm. Ihr Ansatz für das Gespräch: Weil ist evangelischer Christ.

Im Gespräch mit Gisela Buss-Schepers.


Weil sprach mit jedem, der ein Anliegen vortrug, und wenn er nicht sofort helfen konnte, was zu erwarten der Normalfall sein dürfte, dann gab ein Mitarbeiter eine Visitenkarte mit Kontaktdaten heraus für eine spätere Klärung.

Nach dem Termin in der Innenstadt fuhr Weil mit den Genossinnen und Genossen der SPD weiter zu Röchling Engineering Plastics nach Rütenbrock. Joachim Brunswicker, Kaufmännischer Geschäftsführer im Unternehmensbereich Industrial und Medical, informierte die Delegation gemeinsam mit Vertretern der Harener Firmenleitung und berichtete dem aufmerksam zuhörenden Ministerpräsidenten über Firmenentwicklung und vielfältige Einsatzgebiete der in Haren hergestellten Produkte.

Bei Röchling in Haren-Rütenbrock ließ sich Stephan Weil von Wilhelm Korte-Dixen (links) und Hartwig Bleker (mitte) erläutern, wie die Produktion hochwertiger Kunststoffe funktioniert.


Getreu dem Motto „Röchling ist überall“ findet man demnach zwar nirgends Bauteile oder Produkte, die an Endverbraucher verkauft werden. Dafür aber werden Röchling-Kunststoffe mit unterschiedlichsten Eigenschaften in fast allen Lebensbereichen eingesetzt – etwa in Tanks für aggressive Flüssigkeiten, in der Trink- und Abwassertechnik, in Autos und Windrädern, Transformatoren oder in der Medizintechnik.

Dabei erzielte die von Haren aus gesteuerte Sparte „Industrial“ 2018 rund 789 Millionen Euro Umsatz. Allein hier arbeiten derzeit rund 780 Mitarbeiter. Brunswicker erläuterte anschaulich, wie sehr Röchling vom europäischen Binnenmarkt profitiere – auch deshalb sei die anstehende Europawahl von besonderer Bedeutung.

Kunststoff statt Stahl

Weil schlussfolgerte, Röchling ersetze Stahl durch Kunststoff und nutze dabei die spezifischen Vorteile wie geringeres Gewicht oder Einsparung von Energie bei der Herstellung. Joachim Brunswicker und seine Kollegen bejahten und ergänzten, dass man auch Holzprodukte durch langlebigen und gezielt mit positiven Eigenschaften auszustattenden Kunststoff ersetzen könne und zumindest in der Produktbreite Marktführer sei.

Zu Besuch beim Unternehmen Röchling: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und eine Delegation der SPD gemeinsam mit Vertretern der Harener Röchling-Führung. Foto: Tobias Böckermann


Zuvor hatte Weil mehrere Ortstermine im nördlichen Emsland absolviert und dabei unter anderem der Redaktion der Ems-Zeitung einen Besuch abgestattet. Danach informierte er sich unter anderem im Lathener Baustoffhandel Schlichter und beim Vereinsgelände der humanitären Hilfsorganisation Helping Hands. Sie hatte spätestens im Winter mit dem Sammeln und Verschicken Tausender Weihnachtspäckchen auch im mittleren Emsland von sich reden gemacht.


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