Kleine Roboter im Werkraum Harener Martinus-Oberschuler tüfteln mit Arduino-Sets

Foto: Matthias EngelkenFoto: Matthias Engelken

Haren. Ende des vergangenen Jahres besiegelten die Martinus-Oberschule in Haren und die Firma Stahlbau Menke einen Kooperationsvertrag. Mit der Übergabe mehrerer Arduino-Lernsets an die Bildungseinrichtung intensiviert das Unternehmen nun die Verbundenheit. Nicht ganz ohne Hintergedanken, wie sich bei der Übergabe zeigte.

 So begründet Firmenchef Bernhold Menke die Anschaffung sogenannter Arduino-Lernsets folgendermaßen: 

"Als Unternehmen erwarten wir gut vorbereitete Auszubildende, dazu benötigen die Bildungseinrichtungen auch entsprechendes Material."

 Arduino ist eine Plattform für flexible, einfach zu bedienende Hardware und Software im Bereich Mikrocontrolling. Es ist geeignet, um in kurzer Zeit spektakuläre Projekte zu verwirklichen. Die Plattform wird vor allem von Künstlern, Designern, Tüftlern und Bastlern verwendet, um kreative Ideen zu verwirklichen. Aber eben auch in Schulen, Hochschulen und Universitäten wird die Arduinoplattform zunehmend eingesetzt, um Lernenden einen kreativen und spannenden, aber vor allem auch einfachen Zugang zum Thema „Mikrocontrolling“ zu ermöglichen.   


Genau hier möchte Menke unterstützten. Gerade erst hat das Unternehmen selbst sich einen Schweißroboter zugelegt. Der übernimmt nun langwierige Schweißarbeiten, die bisher von Hand erledigt werden mussten und hohen körperlichen Einsatz der Mitarbeiter bedurften. Die menschlichen Kollegen ersetzt das Gerät indes nicht, fordert sie vielmehr neu heraus. „Am Ende muss der Roboter bedient und programmiert werden“, erzählt Menke-Prokurist Andreas Barkmann. 

Das geht nicht von heute auf morgen, intensive Schulungen sind vonnöten. Für den jetzt angeschafften Roboter wurden bereits Mitarbeiter zu kostenintensiven Fortbildungen geschickt, mussten sich mit der Technik sowie dem Programmieren des Gerätes, den Abläufen und den vielen Möglichkeiten beschäftigen. Barkmann sagt: 

Ein breites Wissen müssen sich unsere Mitarbeiter derzeit aneignen, bevor sie mit dem Gerät arbeiten können.

Ein lohnenswertes Geschäft für die zukünftigen IT-Schlosser, wie er aufzeigt. Neben höherer Entlohnung sei das Unternehmen natürlich auch an einer langfristigen Bindung der Mitarbeiter interessiert. Und die sind in Zeiten von Fachkräftemangel bereits in Schulen umworben. 


„Wir wollen für unser Unternehmen werben, aber ebenso den Schülern die vielen Möglichkeiten aufzeigen, die beispielsweise Schweißer heute haben“, meint Menke. Auch deshalb liege ihm die Kooperation mit der Oberschule sehr am Herzen. 

Foto: Gerd Mecklenborg

„Die vormals anstrengenden Arbeiten übernimmt heute eher ein Roboter, doch der muss bedient werden“, sagt er und verhehlt nicht, dass auch dieser längst nicht alle Arbeiten verrichten kann, sondern besondere Schweißtätigkeiten noch immer von Hand ausgeführt werden. 

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Auch deshalb bleibt der Unternehmer gelassen, etwa wenn es heißt, der Roboter würde viele Arbeitskräfte einsparen. „Gut ausgebildete Kräfte kann kein Gerät ersetzen“, ist er überzeugt. Damit junge Menschen ein breites Wissen haben, hat er nun die Arduino-Sets besorgt. Dazu gehört eine Leiterplatte mit jeder Menge Elektronik rund um den eigentlichen Mikrocontroller. Am Rand des Boards befinden sich viele Steckplätze, an denen die unterschiedlichsten Dinge anzuschließen sind wie etwa Schalter, LEDs, Ultraschallsensoren, Temperatursensoren, Drehregler, Displays, Motoren und vieles mehr. 

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Peter Koopmann, Fachbereichsleiter Arbeit/Wirtschaft, ist begeistert. „Hiermit bieten wir den Schülern einen praxisnahen Bezug zur Arbeitswelt.“ So besteht laut ihm die Möglichkeit für die Schüler zunächst am Arduino diverse Anordnungen zu testen und gleichsam später beim Besuch im Unternehmen diese in ähnlicher aber wesentlicher größerer Weise direkt in Augenschein zu nehmen.  

Schulleiterin Renate Albers-Stahl wirbt indes bei ihren Schülern um regen Gebrauch der Materialien. Ihr ist wichtig, dass sie schon frühzeitig ein Gespür dafür bekommen, in welche berufliche Richtung die Schüler später gehen möchten. Auch deshalb unterhält die Martinus-Oberschule eine Reihe von Kooperationen, bietet verschiedene Wahlpflichtangebote, ist in diverse Profile aufgegliedert. Die Schulleitern begründet das  so: 

"Den individuellen Stärken und Schwächen einer jeden Schülerin und eines jeden Schülers wird durch die Möglichkeit von Schwerpunktsetzungen Rechnung getragen."

Dazu bietet die Martinus-Oberschule die Profilfächer Technik, Wirtschaft, Gesundheit und Soziales sowie Französisch an. Ein Wechsel innerhalb der Profile ist durchaus möglich. „Ein gutes System, um Schüler frühzeitig in für sie passende Wege zu geleiten“, wie Bernhold Menke findet.

Auch weiterhin möchte sein Unternehmen die Schule unterstützen, Praktika anbieten und gleichsam jungen Menschen die Chance geben, in verschieden Berufszweige hinein zu schnuppern. Auch das nicht ganz uneigennützig, denn der Firmenchef hofft auch so, neue Mitarbeiter zu gewinnen.  


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