Richtlinien auf den Weg gebracht Stadtrat bestätigt Veränderungssperre in Haren

Er kann die Veränderungssperre der Stadt Haren nicht nachvollziehen: Gerhard Pauckner, Inhaber des Mäx-Geschäftes an der Rütenbrocker Straße. Foto: Tobias BöckermannEr kann die Veränderungssperre der Stadt Haren nicht nachvollziehen: Gerhard Pauckner, Inhaber des Mäx-Geschäftes an der Rütenbrocker Straße. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Der Rat der Stadt Haren hat wie erwartet eine Veränderungssperre für den Bereich zwischen Rütenbrocker Straße und B 408 in Altharen erlassen. Damit soll der Einzelhandel in der Innenstadt geschützt werden. Ein Betroffener ist mit der Regelung allerdings nicht einverstanden.

Zum Hintergrund: Der Bauausschuss der Stadt Haren hatte die Veränderungssperre am 19. März auf den Weg gebracht, die endgültige Entscheidung musste aber der Stadtrat fällen. Nach der Berichterstattung über den Bauausschuss hatte sich Gerhard Pauckner gemeldet – er ist Inhaber des Geschäftes „Mäx Maler und Raumausstatter“, das in dem betroffenen Gebiet angesiedelt ist. 

Pauckner hatte das Gebäude 2014 übernommen, damals handelte es sich um den Wohnstore Gräwer. Mäx verkauft allerdings keine Möbel, sondern Tapeten, Gardinen, Teppiche und Bodenbeläge und betreibt einen eigenen Malermeisterbetrieb.

„Wir haben damals das ganze Gebäude übernommen mitsamt seinen 2400 Quadratmetern Verkaufsfläche“, sagte Gerhard Pauckner nun. „Das ist einfach zu viel, so viel Fläche benötigen wir nicht.“ Deshalb wolle er 800 Quadratmeter gerne untervermieten und zwar an die Firma Action. Man sei sich einige, sagte Pauckner, allerdings sei die Stadt Haren nun gegen das Vorhaben.

Tatsächlich argumentierten Stadtverwaltung und Rat, das angestrebte Sortiment sei innenstadtrelevant und widerspreche damit dem Einzelhandelskonzept, mit dem man die Innenstadt schützen wolle.

Gerhard Pauckner kritisiert das. „Ich kann nicht verstehen, warum unser Geschäft und weitere in der Nachbarschaft nicht zur Innenstadt gehören sollen. Rein räumlich ist das nicht gerechtfertigt.“ Nach seinen Angaben hätte es die Stadt „gern gesehen, wenn bei uns ein Baumarkt eingezogen wäre“.

Ganz wichtig ist Pauckner folgende Feststellung: „Egal, was kommt: Unser Geschäft als Maler und Raumausstatter sowie der Mäx-Fachmarkt bleiben bestehen.“ Einige Kunden hätten nach der MT-Berichterstattung nachgefragt, ob das Geschäft geschlossen werden sollte. „Das ist natürlich nicht so“.

Beschlossen hat der Stadtrat derweil die Änderung der Richtlinie zur Förderung von Jugendgruppen und anerkannten Jugendgemeinschaften. Er reagierte damit auf die vor Kurzem vom Landkreis Emsland geänderte Richtlinie für diesen Bereich, der den Kreis möglicher Geldempfänger erweitert hatte – allerdings unter der Bedingung, dass die Kommunen ihrerseits auch ihren Förderanteil tragen. Svenja Reich (SPD) lobte das Vorgehen, weil es die Jugendgruppen weiter stärke – zum Beispiel die Zeltlager. Arnold Terborg (CDU) sah das ebenso. Zwar sei der Landkreis Emsland eigentlich zuständig. Haren habe aber vor einigen Jahren seine freiwilligen Leistungen in diesem Bereich gekürzt und gleiche diese nun wieder an.

Verabschiedet wurde auch eine Richtlinie über Aufgaben und Rechtsstellung eines ehrenamtlich tätigen Behindertenbeauftragten sowie dessen Aufwandsentschädigung, die bei 80 Euro im Monat liegen soll.

In Landegge werden 16 Bauplätze mit 630 bis 900 Quadratmetern entstehen. Der Rat hat den entsprechenden Bebauungsplan samt Bauvorschriften beschlossen. Stadtbaurat Henrik Brinker rechnet damit, dass der Verkauf der Grundstücke im Frühjahr 2020 beginnen kann.

Ein Anwohner beklagte in der Einwohnerfragestunde missverständliche bis gefährliche Markierungen und Vorfahrtsreglungen an einigen Radwegen, vor allem zwischen Haren und Emmeln. Die Rotabmarkierung fehle stellenweise und die Vorfahrtsregelung bei der Einmündung Reetfehnstraße/Emmelner Straße sei zum Nachteil der Radfahrer und nicht nachvollziehbar geändert worden.

Bürgermeister Markus Honnigfort gab dem Anwohner recht. Zuständig sei allerdings die Straßenverkehrskommission, der man mehrfach und mit Nachdruck diese Probleme vorgetragen habe. „Wir arbeiten weiter daran“, sagte er.


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