Festival auf dem Kulturschiff Wood & Valley und Travels & Trunks in Haren

Von Gerd Mecklenborg

Highlight des Abends: Die grandiosen Travels & Trunks. Foto: Gerd MecklenborgHighlight des Abends: Die grandiosen Travels & Trunks. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. Auf Einladung des Vereins Klangkultur Emsland e.V. haben ein Solomusiker und eine Band den Musikfans ein imponierendes Mini-Festival beschert.

Auf der kleinen Bühne im Bauch des Kulturschiffes auf der Blauen Donau im Harener Ortsteil Raken, lieferten Lucas Bartusch alias Wood &Valley und die Formation Travels & Trunks supergeile Handmademucke ab.

Der junge Singer-Songwriter Wood &Valley kommt aus Osnabrück und verblüffte das musikbegeisterte Auditorium mit schnörkellos Folkmusik, seiner Reibeisenstimme und treibendem Akustikgitarrenspiel. Ein super Auftakt, „in super Lokation“, schwärmte der Osnabrücker Folkbarde. Seine Songs aus eigener Feder brachte er in englischer Sprache auf die Schiffsbauchbühne, und wenn er sich dann sein Bluesharpgestänge dabei über die Schulter montierte, hatte das schon was vom jungen Bob Dylan. Lukas stellte an der Harener „Blauen Donau“ als Livepremiere auch zwei funkelnagelneue Songs vor. „Das ist schon abgefahren, hier auf’n Boot“ strahlte er nach seinem Gig, der bei den Musikfans „super gut“ ankam.

Das Highlight des Abends war der Auftritt von Travels & Trunks aus Dortmund-Hafen, denn die überraschten mit kurioser Neo-Folk-Rock-Country-Music und brachten das Harener Kulturschiff zum schwanken. Bisschen Punk war auch dabei, und ein Hauch von Twin-Peak-Soundtrack war nicht zu überhören. Das hatte was.

Kraftvolle und technisch versierter Rock ‚n‘ Roll mit einer ganz eigenen Würze aus der Rezeptküche der Hafentruppe aus dem Kohlenpott. Im Mittelpunkt stand der obercoole Sänger Julius Jeske, von einer tollen Musikantenschar bestens und knackig unterstützt. Wer tiefer rein hörte in die knackige, oft tanzbare Mucke entdeckte Einflüsse von Tom Waits und eine Hommage an Mark Knopfler beim „Song für Sonny Liston“. Das Auditorium jumpte begeistert mit dabei und lauschte andächtig bei den melodiösen Parts mit Schweineorgelsound, galoppierenden Percussion Läufen und mehrstimmigen Gesang. Und dann ging die Post immer wieder voll ab. Das war Nostalgie im Old-School-Sound, gepaart mit moderner Coolness. Hat sich für alle gelohnt, dieser Samstagabend im Bauch des Kulturschiffs an der „Blauen Donau“ zu Haren.


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