Acht neue Reiter im älteren Semester Harener Kinder begleiten Eltern zum Reitkurs

Von Matthias Engelken

Über das erfolgreiche Abschneiden bei den Prüfungen freuen sich die Reiter des Reit- und Fahrvereins Haren.  Foto: RuFV HarenÜber das erfolgreiche Abschneiden bei den Prüfungen freuen sich die Reiter des Reit- und Fahrvereins Haren. Foto: RuFV Haren

Haren. Oftmals begleiten Eltern ihre Kinder zum Reitunterricht. Bei einem jetzt durchgeführten Reitkurs im Reit- und Fahrverein (RuFV) Haren verlief es jetzt genau umgekehrt. Acht Reiter im Alter zwischen 30 und 55 Jahren machten dort ihr Abzeichen, einige davon nehmen zukünftig an offiziellen Turnieren teil. Sehr zum Wohlgefallen ihrer Kinder.

Einen etwas ungewöhnlichen Kurs betreute Pferdewirtschaftsmeister Hermann-Josef Lüssing vom gleichnamigen Reiterhof in Haren. Acht Frauen und Männer im Alter zwischen 30 und 55 Jahren hatte er in den vergangenen Wochen betreut und auf die Prüfung vorbereitet. Einer von ihnen ist Günter Fischer. Seit Jahren hatte er seine Tochter Isabell zu Turnieren begleitet, war mitsamt Pferd zu so manchem Wettbewerb in der gesamten Region gereist und hatte sie sowie die anderen Reiter aus dem RuFV Haren angefeuert. Er selbst hatte als junger Kerl ein paar Jahre auf einem Pferd gesessen, später aber das Reiten gelassen. Erst als seine heute 20-jährige Tochter als junges Mädchen Pferdesport betreiben wollte, hatte er wieder Kontakt zu den Tieren gefunden. „Jedoch mehr als Betreuer, denn als Reiter“, wie er sagt. Höchstens auf Seniorenturnieren sei er selbst geritten, erzählt der Tinner.

Trainer Lüssing sagt zu

Ähnlich erging es weiteren Eltern, mit denen Fischer die Turniere der Kinder besuchte. „Irgendwann kam dann die Idee, auch selbst an offiziellen Springreitturnieren teilzunehmen“, erinnert er sich. Schnell waren mit Ruth Aden, Friedhelm Becker, Bettina Draxl, Dieter Esders-Draxl, Sylvia Fischer, Elisabeth Grüßing und Juliane Menke sowie Günter Fischer einige Interessenten gefunden, die Lust darauf hatten, sich intensiver mit Pferden zu beschäftigen. Auch Reittrainer Lüssing fand die Idee charmant und sagte sofort zu, die acht Reiter zu unterrichten und auf die Prüfung des Basispasses und der Reitabzeichen vorzubereiten.

Der Basispass ist dazu Voraussetzung. Hierbei geht es vornehmlich um das Wissen und um Kenntnisse rund ums Pferd. Der fachgerechte Umgang mit den Tieren sowie Haltung und Pflege gehören dazu. „Auch das muss gelernt sein“, weiß Lüssing, fügt aber hinzu, dass die Vorkenntnisse bei der Lerngruppe der Älteren durchweg hoch waren. Viele von ihnen hatten sich ja bereits seit mehreren Jahren intensiver mit den Tieren beschäftigt, sodass letztlich ein mehrwöchiger Intensivkurs reichte. Doch das allein war einigen in der Gruppe zu wenig, denn sie möchten zukünftig auch an offiziellen Springreitturnieren teilnehmen.

Diverse Stationen in der Prüfung

Auch dafür bedarf es einer Prüfung. Vom einfachsten Reitsportabzeichen mit der Wertung RA 10 bis zur höchsten Schwierigkeitsstufe mit der Bezeichnung RA 1 können Reiter absolvieren und dementsprechend an Wettbewerben teilnehmen. So absolvierten Ruth Aden, Bettina Draxl und Elisabeth Grüßing die Prüfung zum Reitabzeichen RA 7 erfolgreich. Unter den kritischen Blicken der beiden Richter Detlef Anhold und Hans-Hermann Altmeppen-Többen durchliefen sie dabei diverse Stationen und mussten ihr Können im Springreiten sowie in der Dressur unter Beweis stellen und ebenso das Wissen über die Haltung und Pflege der Tiere und den Pferdesport darlegen.

Anstrengender Parcours

Genauso erfolgreich waren Friedhelm Becker und Günter Fischer, die das Reitabzeichen RA7 absolvierten. Allesamt dürfen die Springreiter nun an offiziellen Turnieren teilnehmen. Die sind in diversen Klassen und Schwierigkeitsstufen eingeteilt, etwa in E für die Einsteigerklasse mit Sprunghöhen bis etwa 85 Zentimetern, und mindestens sieben Hindernissen oder der Anfängerklasse (A) mit einer Sprunghöhe von 95 Zentimetern sowie vielen weiteren Klassen. Doch soweit wollen Fischer und seine Mitstreiter gar nicht denken. „Für uns war es wichtig, diese ersten Prüfungen zu bestehen, damit auch wir wie unsere Kinder an den Turnieren teilnehmen können“, sagt der 55-Jährige. Dass er dabei auch Muskelkater, den seine Tochter in der Form gar nicht kennt, in Kauf nehmen musste, gibt er unumwunden zu. „Ein Ritt durchs Parcours ist durchaus anstrengend“, sagt er. Lehrmeister Lüssing pflichtet ihm bei: „Der Reiter muss das Pferd im Auge haben, den Weg und den idealen Absprungpunkt finden. Hohe Konzentration ist genauso gefragt wie Kondition und Feingefühl, um dem Pferd die Richtung vorzugeben“, erzählt er.

Ihr Können unter Beweis stellen wollen die Reiter unterdessen bereits vom 23. bis zum 25. Februar beim großen Reitturnier des Reit- und Fahrvereins Haren auf dem Reiterhof Lüssing in Raken.


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