Donner und Blitz zur Opernmusik Harener Neujahrskonzert im neuen Gewand

Von Gerd Mecklenborg

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gm Haren. Im wunderschön harmonischen Einklang haben am Sonntagnachmittag Geigen, Trompeten und Schlagwerk das Musikjahr 2019 des Harener Heimatvereins eingeleitet. Die Organisatoren konnten sogar einen Besucherrekord für das Neujahrskonzert in der Schifferstadt vermelden.

Im festlich dekorierten und beheizten Konzertzelt war zum ersten Mal das Veenkoloniaal Symfonie Orchester (VKSO) zu Gast in dieser außergewöhnlichen Umgebung. Dazu gab es für die Konzertbesucher 1.800 Neujahrskuchen, die in der Pause im angrenzenden Müllerhaus zum Kaffee serviert wurden.

Das großartige 75-köpfige Orchester, eine Mixtur aus professionellen Musikern, hochtalentierten Amateuren und Musikstudenten, breitete - trotz der nicht einfach zu handhabenden Akustik im Festzelt - einen farbenprächtigen Klangteppich aus. Optisch untermalt wurde die Musik von den feurigen Tanzdarbietungen des Harener Tanzbogens.

Das ganze Zelt singt

Bevor die ersten Töne erklangen, forderten Uli Schepers, der Vorsitzende des Harener Heimatvereins, und Lena Kiepe, die neue Harener Püntkerkönigin, die Konzertbesucher dazu auf, gemeinsam mit dem Orchester das plattdeutsche Harener Neujahrslied „Veil Glück un veil Säigen in dat näije Joar““ zu singen. Und das klappte schon mal so richtig gut. Dann betrat der charismatische Leiter des VKSO, Lubertus Leutscher, sein Dirigentenpult und eröffnete ein buntes, lebhaftes Neujahrskonzert mit wunderschöner Musik von Händel oder Tschaikowski, und natürlich Walzer aus der Feder der österreichischen Meisterkomponisten. Ergänzt wurde der musikalische Reigen durch weltbekannte Filmmusiken.

Begeistertes Publikum

Eingeleitet wurde das Konzert mit Händels „Ankunft der Königin von Saba“. Barocke Musik, die die Lebensfreude und Euphorie dieser Epoche in das Konzertzelt an der Harener Mersmühle in Form einer musikalischen Zeitreise transportierte. Dirigent Leutscher betätigte sich in einem charmant klingenden deutsch-holländischen Sprachgemisch auch als humorvoller Moderator und kündigte nach dem klangvollen Intro einen spannenden Mix aus verschiedenen Musikstilen an. Aber es wurde nicht nur instrumentale Orchestermusik geboten, mit der Mezzosopranistin Hanneke Tichelaar und dem Bariton David Visser waren zwei großartige Gesangssolisten in die emsländische Schifferstadt gekommen. Tichelaar und Visser harmonierten auch toll im Duett, etwa bei „Lippen schweigen“ aus der „Lustigen Witwe“ von Franz Lehár. Bei den Märschen und Walzertänzen von Tschaikowski oder Strauss hatten die jungen Tänzerinnen des Harener Tanzbogen ihren großen Auftritt und ernteten dafür begeisterten Szenenapplaus. Etwas komplexere Musik, brillant vom Orchester dargeboten, erklang beim „Faust-Ballet“ von Gounod oder bei wunderschönen Filmmusiken zu „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Forrest Gump“.

Draußen tobt Sturm

Draußen tobte dabei immer wieder der Sturm und ließ allerdings - sogar rhythmisch passend - die Zeltkonstruktion bei „Donner und Blitz“ aus der Feder von Johann Strauss II „erbeben“. Mit einem musikalischen Tribute an den Filmmusikkomponisten Henry Manchini endete ein großartiges Neujahrskonzert in wohl einzigartiger Umgebung. Natürlich gab es auch noch den „Radetzky Marsch“, der als Zugabe bei keinem musikalischen Neujahrsauftakt fehlen darf. Mit stehenden Ovationen wurden Musiker, Solisten und Tänzerinnen verabschiedet.


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