Folk meets Classic Musikerlebnis in der Trinitatis-Kapelle Rütenbrock

Von Gerd Mecklenborg

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Einen unvergesslichen Abend haben die sieben Musiker den Zuhörern kurz vor Weihnachten in der Rütenbrocker Trinitatiskapelle beschert. Foto: Gerd MecklenborgEinen unvergesslichen Abend haben die sieben Musiker den Zuhörern kurz vor Weihnachten in der Rütenbrocker Trinitatiskapelle beschert. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. „Musik in d‘ Lüchterkark“ gab es in der Trinitatiskapelle in Haren-Rütenbrock.

Und was die exzellenten Musiker der Folkbands Laway, La Kejoca und Triangel präsentierten, dürfte bei den Konzertbesuchern einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Die Lüchterkark ist ein Konzertprojekt bestehend aus Musikern der drei Folkgruppen. Das Ensemble präsentiert dabei auf ihrer ausgedehnten Tournee durch Kirchen eine Mischung aus klassischen Weihnachtsliedern, englischen Christmas-Carols, Opernarien, Folksongs, Flamencomusik und virtuoser Instrumentalmusik.

In der kleinen alten Rütenbrocker Kapelle erhellte ein Meer von Kerzen den Innenraum. Was Carmen Bangert, Keno Brandt, beide klassische Gesangssolisten und Multiinstrumentalisten, Jonas Rölleke (Violine), Albertus Akkermann (Gesang, Akkordeon), Manuel Bunger (Gesang, klassische Konzertgitarre), Jörg Fröse (Mandoline, Irish Bouzouki, Concertina, Gitarre) und Gerd (Balou) Brandt (Gesang, Gitarre) an diesem Abend boten, das war musikalischer Hochgenuss, ein Höhepunkt vorweihnachtlicher Konzerte im Emsland.

Überzeugende Klangbilder, sowohl instrumental als auch gesanglich, vor allem dann, wenn in fantastisch klingender Mehrstimmigkeit die Acapella-Sequenzen vorgetragen wurden. Musik in einer klanglichen Vielfältigkeit, die man in hiesigen Konzertsälen nur selten erlebt. Mit spätmittelalterlichen Liebesklagen, keltischen Klängen, klassischer und weihnachtlicher Musik nahm die siebenköpfige Formation die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise durch Zeiten und Kontinente. Und diese Zuhörer die erkannten so einiges wieder, „aus guter alter Folkzeit“, hörte man es flüstern. Etwa „In dulci jubilo“, in plattdeutscher und lateinischer Sprache, stark angelehnt an die berühmte Version von Mike Oldfield. Lustig wurde es wenn Albertus Akkermann, bekannt als der singende Wattführer von Borkum, plattdeutsche Lieder aus der Folk-Mottenkiste befreite. Die klassischen Parts gingen unter die Haut, gesanglich wunderschön vorgetragen von Bassbariton Keno Brandt und Mezzo-Sopranistin Carmen Bangert, die Drehleier, irische Flöten und das mittelalterliche Trommelspiel in grandioser Weise beherrscht und mit Arien aus Opern von George Bizets brillierte. Manuel Bunger bereicherte die vielfältige Klangwelt in virtuoser Weise an der Flamenco-Gitarre.

Gerd (Balou) Brand, der als Moderator mit urig plattdeutschen Songeinleitungen immer wieder für Lacher im ansonsten fasziniert und andächtig der Musik lauschendem Auditorium sorgte, bedankte sich zum Abschluss bei der Initiatorin Gisela Buss-Schepers aus Haren, „denn der habt ihr es zu verdanken, dass ihr heute Abend so viel Freude und Spaß mit uns hattet. Sie hat es mit viel Überredungskunst geschafft, uns in Emsland zu locken, in das wir sehr, sehr gerne wiederkommen möchten“. Dass das klappt, davon waren alle Konzertbesucher überzeugt, die das Ensemble mit stehenden Ovationen verabschiedeten.


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