Vielschichtiger Prototyp Gebürtiger Emsländer entwickelt Motorrad aus 3-D-Drucker

Ein Motorrad aus dem Drucker, Schicht für Schicht aufgetragen. Foto: BigRepEin Motorrad aus dem Drucker, Schicht für Schicht aufgetragen. Foto: BigRep

Haren/Berlin. Ein Motorrad aus dem 3D-Drucker: Die Bilder des ersten Gefährts seiner Art gehen gerade um die Welt. Entwickelt wurde „Nera“ in Berlin – und zwar von einem gebürtigen Emsländer.

Daniel Büning heißt der Mann, der als Innovationsleiter des Berliner Unternehmens „BigRep“ das weltweit erste funktionstüchtige Motorrad aus dem 3-D-Drucker ersonnen hat. Kaum etwas an dem Gefährt fällt dabei so aus, wie man es erwarten könnte – nicht einmal die beiden Räder, denn auch die stammen aus dem Drucker und kommen ohne Luftbefüllung aus.  



Futuristisch eckig kommt das Design daher, für das ein Mitarbeiter von Daniel Büning verantwortlich war. 15 Teile des Motorrades stammen aus einer Maschine des nach eigenen Angaben international führenden Herstellers von 3-D-Druckern, BigRep. Schicht für Schicht hat der Drucker dabei aufgetragen, genauen Vorgaben aus dem Computer folgend. Lediglich Elektromotor, Akku und Kabel wurden zugekauft und alles zu einem fahrtüchtigen Motorrad zusammengebaut.

Wie schnell man damit durch die Gegend flitzen kann – übrigens auf einem bei Bedarf eigens auf das eigene Gesäß angepassten und selbstverständlich ebenfalls gedruckten Sitz - ist nicht bekannt. Sicher ist aber, dass man „Nera“ nicht kaufen kann und dass es ein Einzelstück bleiben wird. „Wir wollten damit zeigen, was die 3-D-Drucktechnik schon heute ermöglicht“, sagt Daniel Büning. Nämlich alltagstaugliche Produkte, die ein Höchstmaß an Individualität ermöglichen und dank der Drucktechnik auch in kleinsten Stückzahlen gebaut werden können.

Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung des ersten Motorrads aus dem 3-D-Drucker hat der gebürtige Emsländer Daniel Büning gespielt. Foto: Büning


Dass Büning einst mit einem Partner die Firma NOWlab gründen und diese dann zur Innovationssabteilung von „BigRep“ werden würde, war 2002 überhaupt nicht absehbar. Damals machte Büning am Gymnasium Haren Abitur und ging danach nach Münster, um an der FH Architektur zu studieren. „Nach dem Bachelor-Abschluss habe ich ein Stipendium für die USA bekommen, das mich in New York mit der Digital Technologie in Berührung brachte“, berichtet Büning. Seitdem faszinierte ihn die Frage, wie man am Computer Dinge entwickeln und diesen direkt eine Form geben kann. Der 3-D-Druck war damals bestenfalls Insidern bekannt, Büning war sich aber sicher, dass er eine Zukunftstechnologie sein würde.



2011 machte er seinen "Master of Arts" in Architektur wiederum in Münster und schloss ein Promotionsstipendium in Berlin an, im Zuge dessen er sich noch intensiver mit der neuen Technik auseinandersetzte, Forschung betrieb und Lehraufträge in Berlin und Braunschweig annahm. Er gründete NOWlab ein interdisziplinäres Designstudio, das 2016 von BigRep übernommen wurde.  

„Mich faszinieren die Möglichkeiten, die die 3-D Drucktechnik bietet“, sagt Büning. Ein Höchstmaß an Individualisierung sei vergleichsweise kostengünstig möglich, ebenso die Produktion von Einzelstücken oder Kleinserien, denn Entwicklungszeiten und -kosten werden gesenkt, die Lieferketten optimiert und die Abhängigkeit von Zulieferer-Netzwerken reduziert.

Und die nächsten Projekte sind bereits geplant oder umgesetzt: ein bionischer Autositz für die E-Mobilität sowie ein adaptiver Robotergreifer. Die 2014 gegründete BigRep GmbH mit Hauptsitz in Berlin unterhält Niederlassungen in Boston und Singapur.


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