Nach Aufruf auf Facebook Warum ein Harener anderen in der Weihnachtszeit die Fenster putzt

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Seit drei Jahren beschert Jeremia Franke aus Haren einem ausgewählten Menschen in der Adventszeit frisch geputzte Fenster. Foto: Harry de WinterSeit drei Jahren beschert Jeremia Franke aus Haren einem ausgewählten Menschen in der Adventszeit frisch geputzte Fenster. Foto: Harry de Winter

Haren. Das dritte Jahr infolge beschert Jeremia Franke aus Haren einem ausgewählten Menschen in der Adventszeit kostenlos frisch geputzte Fenster. Welche Idee hinter dieser Aktion steckt und wem er saubere Scheiben spendiert, hat er uns im Gespräch verraten.

Franke ist 28 Jahre alt und mit Leib und Seele Gebäudereiniger. Sein Spezialgebiet sind Fenster. Eigentlich wollte der Harener Dachdecker werden, aber wegen gesundheitlicher Probleme wechselte er den Beruf. Dass ihm die Tätigkeit als Gebäudereiniger so viel Spaß bereitet, war Franke vorher gar nicht klar. "Es ist mein Traumjob", sagt er. "Ich komme viel rum, lerne Menschen kennen und arbeite in einem tollen Team."  

Jemandem etwas Gutes tun

Da der Emsländer gerne anderen hilft, kam ihm vor drei Jahren in der Weihnachtszeit die Idee, anderen mit seiner Tätigkeit eine Freude zu bereiten. "Ich bin kein reicher Mensch. Aber jemanden etwas Gutes tun, kann man auch ohne Geld. Also hatte auf Facebook aufgerufen, dass sich Leute bei mir melden sollen, die es verdient haben, dass ich ihnen gratis ihre Fenster putze", erklärt der 28-Jährige. "Darauf habe ich natürlich viele Antworten erhalten. Teilweise ganz stumpfe aber auch welche, die mich wirklich berührt haben, sodass die Entscheidung am Ende nicht leicht fiel. Aber zeitlich schaffe ich nur eine Putzaktion, weil ich auch noch eine Frau und eine kleine Tochter habe, die mich gerne für sich haben wollen."

Jeremia Franke ist leidenschaftlicher Gebäudereiniger. Foto: J.Franke


Blitzsaubere Fenster

In diesem Jahr bescherte Franke einer älteren Dame aus Wesuwe blitzsaubere Fenster. Zwei Arbeitskollegen unterstützten ihn bei der Arbeit. "Das war ein großer Bungalow mit vielen Fenstern. Die Bewohnerin selbst war körperlich nicht mehr ganz so fit", schildert der Harener. "Ich hatte sie ausgewählt, weil sie in ihrem Leben anderen als Krankenschwester und Altenpflegerin auch geholfen hat. Vor Menschen, die diesen Beruf ausüben, haben ich großen Respekt. Mit den sauberen Fenstern habe ich ihr eine Freude machen können. Als Dankeschön bekamen wir von ihr leckeren Kuchen und Kaffee." 

Kein Zufall

Auch im vergangenen Jahr war Franke bei einer älteren Frau in Emmeln zum Fenster putzen. Hier hatten sich die Enkelin und die Tochter der Frau gemeldet und den Harener überzeugt, das seine Hilfe gebraucht werde. Vor zwei Jahren hatte er noch per Zufall den Gewinner gezogen. Hier treffe es aber nicht unbedingt denjenigen, der es am meisten verdient hätte, so Franke. Seit dem schaue er genau hin und treffe dann eine Entscheidung, wo und wem er die Fenster reinigt. 

Schwamm und Abzieher

Der Trick für perfekt geputzte Fenster sei im übrigen nicht, das teuerste Reinigungsmittel zu kaufen, sondern die Technik, mit der man die Scheiben abzieht. "Man braucht dafür zwei Sachen", erklärt Franke. "Einen guten Schwamm und einen hochwertigen Abzieher, der keine Streifen zieht. Nachdem man die Scheibe mit Wasser und Spülmittel benetzt hat, zieht man von oben nach unten sauber ab." Natürlich gebe es immer wieder Neuheiten auf dem Markt. Diese teste er immer wieder gerne. "Ich habe eine Vorliebe für neue Spezialsachen aus dem Reinigungsbereich. Deshalb wünsche ich mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag auch immer die neusten Produkte, auch wenn mir meine Frau gerne mal etwas anderes schenken würde. Die Sachen nehme ich dann mit zur Arbeit. Wenn sie was taugen, versuche ich oft meinen Chef zu überzeugen, das er sie für das gesamte Team anschafft."

Wiederholung geplant

Auch im kommenden Jahr will der Harener wieder eine Fensterputzaktion starten. Wer also denkt, dass er es verdient hat, dass Franke zu ihm kommt, sollte in der Adventszeit 2019 die Augen auf Facebook offen halten. "Es sollten sich aber bitte nur Menschen melden, die es wirklich verdient haben", sagt der Harener. "Ich bin jetzt schon gespannt, wer sich meldet und welche Gründe genannt werden."


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