Unterwegs mit „Helping Hands“ Emsländer helfen Kindern in Rumänien

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Freuen sich über den Zuspruch für die aktuelle Schuhkartonaktion, v. l.: Markus Vähning, Dieter Gertzen, Heinz-Bernhard Brink, Hansi Brake, Heiner Meiners, Hermann Terborg und Hermann Stroot. Foto: Tobias BöckermannFreuen sich über den Zuspruch für die aktuelle Schuhkartonaktion, v. l.: Markus Vähning, Dieter Gertzen, Heinz-Bernhard Brink, Hansi Brake, Heiner Meiners, Hermann Terborg und Hermann Stroot. Foto: Tobias Böckermann

Haren/Lathen. Seit 20 Jahren hilft der Verein „Helping Hands“ Menschen in Osteuropa. Dabei ist er immer professioneller und größer geworden – inzwischen engagieren sich immer mehr ehrenamtliche Helfer und Unternehmen aus dem mittleren Emsland. Gerade läuft eine Hilfsaktion für Heimkinder in Rumänien und die Resonanz übertrifft alle Erwartungen.

Hansi Brake ist immer im Dienst, auch wenn er eigentlich schon auf Rente ist und die Füße hochlegen könnte. Sein Mobiltelefon legt er kaum aus der Hand, ständig ertönt das Signal eines vorbeifahrenden Zuges und verkündet: Eine Nachricht ist angekommen. Meistens ist es eine Gute, weil jemand etwas spenden möchte. 

Brake hat gemeinsam mit seinem Stellvertreter Markus Vähnig und dem Cheflogistiker des Vereins, dem gebürtig aus Haren stammenden Heiner Meiners, nach Lathen eingeladen. Mit einigen Fahrern des letzten Hilfstransportes vor einigen Wochen wollen sie den Blick auf diejenigen Unternehmen lenken, die sechs der zehn 40-Tonnen-Lastwagen kostenlos zur Verfügung gestellt hatten. 150 Tonnen Hilfsgüter hatten sie nach Osteuropa gebracht und der Verein damit rund 50 000 Euro Transportkosten gespart.

„Dafür sind wir sehr dankbar“, sagt Hansi Brake bei einem schnellen Rundgang durch die Hallen von „Helping Hands“. Denn: „Ohne die Helfer, ohne unsere Spender, ohne die Unternehmen wären wir nicht so schlagfertig, wie wir es sind.“

Kosten gespart

Vor Kurzem war der 1997 gegründete Verein von Dörpen nach Lathen umgezogen. In mehreren großen Hallen stapeln sich Kartons hoch und weit, in anderen liegen Säcke mit Altkleidern oder es steht Geschirr säuberlich aufgereiht in Regalen. Schuhe, Jacken für die Feuerwehr, Bettzeug: Was gut erhalten ist und Menschen in Osteuropa weiterhelfen kann, wird gesammelt, sortiert, verteilt.

„Die Menschen in den Dörfern dort sind so bitterarm, dass es schmerzt“, sagt Hansi Brake. Aber eigentlich haben er und sein Team gerade gar nicht so recht Zeit für lange Erklärungen. Denn vor zwei Wochen hatte Brake eine Videobotschaft verbreitet, in der er die Emsländer bat, Schuhkartons mit einer Zahnbürste, Zahnpasta, ein paar Süßigkeiten und vielleicht einem kleinen Spielzeug zu befüllen. Mit den Boxen wollen die Emsländer Heimkindern in Rumänien eine Weihnachtsfreude machen.


Denn im Kinderheim „Pro Vita“ leben mehr als 500 Kinder, deren Mütter dank der Hilfe eines Priesters und trotz bitterster eigener Armut nicht abgetrieben haben. Das Problem: „Den Kindern geht es gut. Aber Weihnachtsgeschenke sind nicht drin. Sie bekommen nur einen kleinen Schokoladennikolaus und ein Kreuz.“

Das wollte „Helping Hands“ nicht mit ansehen, es folgten der mitreißende Aufruf und eine Welle der Hilfsbereitschaft. „Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir mit einem Kleintransporter rüberfahren werden“, sagt Brake. Stattdessen rechnet er nun damit, dass man einen großen Lastwagen benötige.

Weit mehr als 500 Geschenke sind bereits in Lathen angekommen. Aber das Telefon klingelt und tutet ständig, immer neue Sammelstellen und Unterstützer melden sich. Brake rechnet mit 3000 kleinen Paketen und hofft darauf, dass seine Bitte, auch einen Euro pro Paket für den Transport beizulegen, nicht untergeht.

Zehn Lastwagen

Denn der Transport, das war ja der eigentliche Grund für das Treffen mit dem Zeitungsreporter. Vor einigen Jahren noch hatte man auf rumänische Speditionen zurückgegriffen, die die Hilfspakete als Rückfracht mit in ihre Heimat nahmen. Aber das war teuer und Geld ist beim Verein stets Mangelware. Als vor einiger Zeit Heiner Meiners einstieg und mit einem Lkw seines Arbeitgebers Gertzen aus Kluse eine Transportfahrt kostenlos übernahm, änderte Helping Hands dank seiner Hilfe bald die Strategie.

Heute fahren die Helfer alle Transporte selbst – normalerweise zweimal im Jahr, in diesem Jahr ausnahmsweise einmal, dafür aber gleich mit zehn Lastwagen. Unterstützt wurden sie dabei von den Unternehmen Rothkötter, FS Trucks und Lanfer (alle Meppen) sowie Hölscher Wasserbau, Stroot und Wocken (alle Haren).

Bereit zur Abfahrt hatten sich die Helferinnen und Helfer vor der Tour im Sommer zum Foto aufgestellt. Foto: Helping Hands


Als Fahrer mit dabei waren unter anderem Hermann Terborg, Dieter Gertzen, Heinz-Bernhard Brink und Hermann Stroot. 4700 Kilometer haben sie und rund 25 weitere Helfer zurückgelegt, zehn Tage lang waren sie unterwegs, alle unfallfrei. „Der liebe Gott spielt immer mit“, sagt Hansi Brake.

Warum sie das alles auf sich nehmen? „Man muss das Leben und die Armut dort riechen, schmecken und fühlen“, sagt Hermann Stroot, der zum ersten Mal dabei war. „Dann weiß man es.“ Und Heinz-Bernhard Brink meint: „Wir packen die Pakete in Lathen zusammen und auf den Lkw. Und in Rumänien übergeben wir sie persönlich an die Menschen dort. Die Hilfe kommt also an, die Dankbarkeit ist groß.“ Das weiß auch Heiner Meiners: „Wenn Sie einem Kind Schokolade schenken und mit einem Lächeln belohnt werden, ist das einfach umwerfend.“

„Wir können dort was erreichen“, ergänzt Hansi Brake. Man bringe nicht nur Dinge des täglichen Bedarfes, sondern habe auch zwei Feuerwehren aufgebaut, Schulen ausgestattet oder bei der Trinkwasserversorgung geholfen. „Wir fahren mit Spannung hin und mit Freude zurück.“

Der nächste reguläre Transport startet im April 2019. Wer helfen will, findet Helping Hands unter www.helping-hands-ev.de.

Eine Liste der Sammelstellen für die Weihnachtspakete finden Sie fortlaufend aktualisiert hier:



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