Kranzniederlegung am Ehrenmal Wesuwe Gedenken an im Lager verstorbene Kriegsgefangene

Von Gerd Mecklenborg

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Etwa 150 Menschen gedachten am Totensonntag in Wesuwe-Siedlung der gefallenen Kriegsgefangenen des sogenannten „Lager VIII“. Foto: Gerd MecklenborgEtwa 150 Menschen gedachten am Totensonntag in Wesuwe-Siedlung der gefallenen Kriegsgefangenen des sogenannten „Lager VIII“. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. Am Totensonntag haben Vereine, Verbände, Politiker und zahlreiche Privatpersonen der russischen Kriegsgefangenen, die in den Emslandlagern starben, am Ehrenmal in Höhe der Harener Ortschaft Wesuwe-Siedlung gedacht.

Manfred Schreiber, Oberst der Reserve, hat dabei die Gedenkansprache für die Opfer des Emslandlagers VIII gehalten.

Zum Totengedenken waren die Vertretungen der Schützenvereine St. Hubertus Wesuwe, St. Josef Wesuwe-Moor, St. Georg Wesuwe-Siedlung, des Schützenvereins Altharen und die Reservistenkameradschaften aus Meppen, Borken und Haren-Erika angetreten. Im Anschluss an die Gedenkfeier wurden am Ehrenmal Kränze niedergelegt.

4000 sowjetische Kriegsgefangene

In seiner Begrüßung der Gäste, unter ihnen auch Harens Bürgermeister Markus Honnigfort und der CDU Landtagsabgeordnete Bernd-Carsten Hiebing, ging der Wesuweer Ortsvorsteher Hartmut Bruns auf die Geschichte der Gedenkstätte ein. Bruns erinnerte daran, „dass hier bei uns Kriegsgefangene verschleppt und in Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen in Holzbaracken zusammengepfercht wurden“. Im sogenannten Lager VIII Wesuwe waren die Gefangenen, die zur Zwangsarbeit in den nahe gelegenen Mooren herangezogen wurden, untergebracht. Dort starben über 4000 sowjetische Kriegsgefangene während des Zweiten Weltkrieges und wurden bei Wesuwe begraben. 98 junge Männer in Einzelgräbern und zwischen 2000 und 4000 in drei Massengräbern.

Weltweite Konfilkte

In seiner Gedenkansprache verzichtete Manfred Schreiber „auf die sonst üblichen militärischen Aspekte“, und trug stattdessen seine ganz persönlichen Gedanken zum Totensonntag vor. Er gedachte dabei „besonders der Menschen, die so unwürdig in der Fremde ihr Leben verloren haben“. Schreiber ging dabei auch auf die aktuellen weltweiten Konflikte ein. „Wir alle brauchen Respekt vor den Frieden, haben eine Friedensaufgabe und müssen unsere Erinnerungskultur bewahren“, sagte der Oberst der Reserve.

Zum Abschluss der Gedenkstunde, die von den Wesuweer Dorfmusikanten feierlich umrahmt wurde, lud Hartmut Bruns die Gäste, Verbände und Vereine zum Austausch in das Dorfgemeindehaus ein.

Im Gedenken an die gestorbenen Kriegsgefangenen legten die Abordnungen der Verbände und der Stadt Haren Kränze am Ehrenmal nieder.


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