Mit Auto zusammengeprallt Mutmaßlicher Wolf stirbt bei Verkehrsunfall in Haren

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Vermutlich handelt es sich bei diesem in Haren angefahrenen Tier um eine Wolfsfähe. Foto: Hermann FehnkerVermutlich handelt es sich bei diesem in Haren angefahrenen Tier um eine Wolfsfähe. Foto: Hermann Fehnker

Haren. Am Donnerstagvormittag ist in Haren-Emmeln vermutlich ein Wolf bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Personen kamen nicht zu schaden.

Wie Wolfsberater Hermann Fehnker auf Anfrage berichtete, hat sich der Unfall an der Bundesstraße 70 zwischen Haren-Emmeln und der Abfahrt Tinnen ereignet. Das weibliche Tier sei mit einem Auto kollidiert, das daraufhin abgeschleppt werden musste. Personen kamen nach Angaben der Polizei nicht zu Schaden. Sie benachrichtigte gegen 9.30 Uhr  Hermann Fehnker, einen von mehreren ehrenamtlich tätigen Wolfsberatern im Emsland.

Fehnker begutachtete das Tier und stellte es sicher. Es wird nun gekühlt und Anfang der kommenden Woche nach Berlin, wo es im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung untersucht werden soll. Das erfolge bei allen in Deutschland tot aufgefundenen Wölfen, berichtete Fehnker. Dadurch will man Erkenntnisse gewinnen, wie alt die Tiere sind und woher sie stammen und damit das bundesweite Wolfsmonitoring vorantreiben.

Dass es sich um einen Wolf handeln müsste, gilt als sehr wahrscheinlich. Eine abschließende Aussage dazu gebe es allerdings erst in vier bis acht Wochen nach Abschluss der Untersuchungen,  sagte Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen auf Anfrage. Was danach mit dem Tier geschieht, ist derzeit offen.

Blick auf die Fangzähne.


Sicher ist, dass es sich um den ersten zumindest offiziell bekannten tot aufgefundenen Wolf im Emsland seit Jahrzehnten, vielleicht seit Jahrhunderten handeln würde. Denn Wölfe waren hier schon im 17. und 18. Jahrhundert ausgerottet worden - später zogen maximal noch Einzeltiere durch. Nach 2010 galt das Emsland als Wolfserwartungsland – die erste Fähe, also das erste weibliche Tier, wurde 2013 auf dem Gelände der WTD 91 nachgewiesen. 2018 gab es dann das erste nachgewiesene Rudel

In den vergangenen Wochen waren immer wieder mutmaßliche Nutztierrisse durch Wölfe bekannt geworden - zuletzt in Herzlake und Dörpen. Hier stehen die Untersuchungsergebnisse noch aus.

Wolfsberater Hermann Fehnker berichtet, die Meldungen über Wölfe oder mutmaßliche Wölfe hätten zuletzt stark zugenommen. Gerüchte über weitere mögliche Paare oder Rudel machen verstärkt die Runde. Bei der Landesjägerschaft Niedersachsen geht man aber weiter von nur einem nachgewiesenen Rudel aus. Raoul Reding sagte: "Für mehr fehlen uns derzeit die Fakten."

Gleichwohl habe es weitere Nachweise von Einzeltieren gegeben. So sei ein Wolfsrüde im April 2018 bei Meißendorf im Landkreis Celle und elf Tage später dann im nördlichen Emsland nachgewiesen worden. Ursprünglich stammte das Tier aus einem Rudel in Ückermünde/Mecklenburg-Vorpommern, also rund 500 Kilometer vom Emsland entfernt.

Dass Wölfe im Straßenverkehr ums Leben kommen, kommt derweil recht häufig vor. Seit 2003 kamen allein in Niedersachsen 37 Wölfe im Straßen- oder Bahnverkehr zu Tode, davon ohne das Harener Exemplar 15 in diesem Jahr. 


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