Gesellschaftliche Debatte Harener Abiturienten informieren über Organspende

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Sechs Schülerinnen und Schüler informierten mit Manfred Abram, Günter Welz und Hans-Gerhard Bilker über das Thema Organspende. Foto: SchuleSechs Schülerinnen und Schüler informierten mit Manfred Abram, Günter Welz und Hans-Gerhard Bilker über das Thema Organspende. Foto: Schule

Haren. „Über die große Diskrepanz zwischen von kranken Menschen benötigten Organen und der Anzahl der Organe, die durch Spenden zur Verfügung stehen, waren wir mehr als überrascht“, erklärte die Harener Gymnasiastin Julia Wessels, die sich gemeinsam mit fünf weiteren Zwölftklässlerinnen dem Thema Organspende widmete. Gemeinsam mit drei Betroffenen informierten die angehenden Abiturientinnen nun ihre Mitschüler.

Auslöser für die kritische Auseinandersetzung mit der Thematik im Rahmen des Seminarfachs unter Federführung von Studienrätin Christina Robben war die in erster Linie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) initiierte Debatte über die sogenannte Widerspruchslösung. Danach würde jede Person automatisch als Organspender in Betracht kommen, es sei denn, man selbst oder ein Angehöriger würde ausdrücklich widersprechen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind in Deutschland Entnahmen lediglich dann möglich, wenn dem ausdrücklich zugestimmt wird. Nach jüngsten Angaben des Bundesgesundheitsministers würden in der Bundesrepublik zurzeit rund 10000 Menschen auf ein Spenderorgan warten, was einem alles andere als befriedigendem Zustand entspräche.

Gymnasium Haren ist „Humanitäre Schule“

„Wir selbst sind von der Notwendigkeit, dass viel mehr Menschen für eine Organspende zur Verfügung stehen sollten, überzeugt“, referierte Lia Sibum, die in diesem Zusammenhang auch auf die Ausrichtung des Gymnasiums Haren als „Humanitäre Schule“ verwies. Gemeinsam mit Julia Wessels, Erika Herlitz, Julia Beller, Lara Wilke und Sina Tengen begrüßte sie mit Manfred Abram, Günter Welz und Hans-Gerhard Bilker drei Betroffene, die als Spender oder Empfänger eines Organs den zuhörenden Schülern der Jahrgänge 10 bis 12 von ihren Erfahrungen berichteten und zur aktuellen politisch-gesellschaftlichen Diskussion Stellung bezogen. Trotz des klaren Plädoyers für die Bereitschaft, ein Organ zu spenden, worüber in Deutschland Jugendlichen ab 16 Jahren frei entscheiden dürfen, gaben die Akteure aber auch deutlich zu verstehen, dass durchaus ethische oder religiöse Gründe für eine Entscheidung gegen eine Organspende existierten. „Hier gibt es kein Richtig und kein Falsch“, waren sich die informierenden Schülerinnen einig.

Nach der kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik in der Schule und im Elternhaus stand es den an der Informationsveranstaltung teilnehmenden Schülern frei, ein Spenderausweisformular entgegenzunehmen, was recht rege in Anspruch genommen wurde. Doch nicht nur deshalb zogen die sechs angehenden Abiturientinnen ein positives Fazit der Veranstaltung: „Wir haben nicht nur viel Inhaltliches mitgenommen, sondern haben auch erfahren, dass die Organisation einer Veranstaltung in dieser Größenordnung so einiges an Vorbereitung bedeutet. Umso schöner ist es, wenn man abschließend eine solch positive Resonanz erfährt.“


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