Harener Gymnasiasten gestalten Akademieabend Trumpsche Politik: Was macht die mit Amerika und der Welt?

Von Gerd Mecklenborg

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Mit intelligenten Fragen leiteten die Gymnasiasten interessante und ergiebige Dialoge ein. Auf dem Foto von links: Simon Fischer, Janina Damhuis, Marcus Pindur, Julian Kathmann und Marvin Hasch. Foto: Gerd MecklenborgMit intelligenten Fragen leiteten die Gymnasiasten interessante und ergiebige Dialoge ein. Auf dem Foto von links: Simon Fischer, Janina Damhuis, Marcus Pindur, Julian Kathmann und Marvin Hasch. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. Schüler des Gymnasiums Haren haben mit Marcus Pindur, Historiker und Hörfunkjournalist beim Deutschlandradio, über das Thema Amerika und die Politik Donald Trumps diskutiert.

Das Gymnasium Haren stelle sich als Europaschule bewusst dieser Thematik, da nach Einschätzung der organisierenden Schüler durch den amtierenden US-Präsidenten Werte einer freien und offenen Gesellschaft infrage gestellt werden. Vor dem Hintergrund der deutsch-amerikanischen Freundschaft „als wichtiger Garant für den Frieden“ dränge sich eine Diskussion über Zukunftsperspektiven förmlich auf, hieß es in der Einladung zum Akademieabend.

In der gut besuchten Aula des Harener Schulzentrum wurden Pindur, die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion und die Besucher der Veranstaltungen, unter ihnen viele Jugendlichen, von Schulleiter Michael Heuking begrüßt. Fast die ganze Welt sei in einen freudigen Taumel geraten, als der Vorgänger des jetzigen Präsidenten, also Barack Obama, seinen Amtseid geleistet habe, sagte Heuking.

Der Oberstudiendirektor erinnerte allerdings auch an die in diese Zeit fallende Geburt der rechtspopulistischen sogenannten Tea-Party-Bewegung, die 2009 entstand, „und die den Weg für Donald Trump ebnete“. Der amtierende Präsident stelle aktuell die ganze Welt vor große Herausforderungen, sagte Heuking und eröffnete damit die Podiumsdiskussion, die mit einem Impulsvortrag von Marcus Pindur eingeleitet wurde.

„Viele Vorurteile“

Der Historiker, der in den Vereinigten Staaten gelebt und gearbeitet hat, ist ein ausgewiesener Kenner der gegenwärtigen US-Politik. „Es geht mir allerdings nicht in erster Linie um Trump“, stellte Pindur in seiner Eröffnung klar, und erläuterte danach die vielfältigen „und vielschichtigen“ Beziehungen der Deutschen zu den Amerikanern im historischen Kontext. Dann ging Pindur anhand von Beispielen „auf die stereotypischen Vorurteile, die wir oft hier in Deutschland über Amerikaner fällen“, ein. Den Amerikanern werde meistens religiöse Heuchelei, oder korrupte Politik vorgeworfen, „aber von all dem gibt es quasi auch das Gegenteil“, befand der Amerikakenner.

Diese Themen wurden dann in der Podiumsdiskussion, die von den Schülern Janina Damhuis, Simon Fischer, Marvin Hasch, Matti Held und Julian Kathmann souverän moderiert wurde, aufgegriffen. Die jungen Gymnasiasten zeigten sich äußerst gut vorbereitet und überzeugten mit intelligenten, sehr gut ausformulierten Fragestellungen um die Themen Fake-News, Klimawandel, Nordkorea, Atomabkommen mit dem Iran, Möglichkeiten einer Amtsenthebung, oder den von Trump immer wieder „beschimpften deutschen Exportüberschuss“.

„Viel Showpolitik“

Viel von dem was Trump mache „ist Showpolitik!“, entscheidend sei dabei jedoch das, was er auch umsetzen könne, erklärte Pindur. Auf die Frage, ob die Trumpsche Politik irgendwann zur Eskalation führe, sagte der Historiker, dass eine solche „zwar in Ansätzen in den sozialen Medien bereits stattfindet, aber aus meiner Sicht besteht dafür real keine Gefahr“. Auch eine Amtsenthebung sei „äußerst unwahrscheinlich, dafür ist eine massive allgemeine und politische Welle gegen Trump nötig“.

Die Schüler forderte Pindur auf: „Macht euch ein eigenes Bild, von Amerika und von der Welt, und nehmt dabei aber nicht eure heimische Lieblingskaffeesorte mit auf Reise“. Im Anschluss an die Podiumsrunde beantwortete der Gastredner Fragen aus dem Publikum.


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