Betroffene beraten Betroffene CDU-Frauen aus Haren besuchen Beratungsstelle der DMSG

Von Bianca Meyering

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Gäste, Betroffene und einige Vorstandsmitglieder der DMSG vor dem Gebäude der Beratungsstelle. Foto: Bianca MeyeringGäste, Betroffene und einige Vorstandsmitglieder der DMSG vor dem Gebäude der Beratungsstelle. Foto: Bianca Meyering

Haren. Mitglieder des CDU-Ortsverbandes Haren unter dem Vorsitz von Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen sowie der Frauen Union Haren unter dem Vorsitz von Maria Bauken waren zusammen mit Bundestagsabgeordneter Gitta Connemann (CDU) zu Gast bei der Beratungsstelle der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

Begrüßt wurden die Mitglieder und Gäste vom Vorsitzenden des DMSG, Arnold Terborg, der in seiner Einführungsrede die vielen Projekte und Aktionen darstellte. 1983 wurde der Verein von Betroffenen für das Emsland gegründet. Damit ist dieser Verein sogar älter als der Landesverband, wie Terborg stolz in seiner Ansprache verkündete. Mittlerweile zählen 150 Betroffenen im Alter zwischen 28 Jahren und 85 Jahren zu den Mitgliedern. Insgesamt kommt der Verein aufgrund der Vielzahl an Fördermitgliedern, die den Verein durch Spenden unterstützen, auf 242 Mitglieder.

Gegen Alltagsstress

Zu den regelmäßigen Aktionen zählen das Sommerfest für alle Mitglieder zusammen mit ihren Familien und Freunden und außerdem ein Grillfest für die jüngeren Betroffenen. Zudem gibt es im Emsland insgesamt 7 Gesprächskreise, bei welchen Betroffenen sich über ihre Erfahrungen austauschen können, aber bei welchem auch freundschaftliche Gespräche stattfinden. Die Vereinszeitung „emsig“ erscheint vierteljährig und informiert unter anderem über vergangene und noch bevorstehende Veranstaltungen. So steht das nächste Wochenende unter dem Motto „Sich Gutes tun“ und es stehen zahlreiche Veranstaltungen gegen den Alltagsstress an.

Tutorinnen

Überdies zählen zum Verein auch zwei Tutorinnen, die selbst als Betroffene andere Betroffene beraten. Die eine Tutorin ist Ingrid Bunzel, die seit 45 Jahren mit MS lebt, und die zweite Tutorin ist Susanne Rathgeber, die vor fast 30 Jahren an MS erkrankte. So raten beide Tutorinnen allen Betroffenen, nach einer MS-Diagnose nicht in Panik zu verfallen. Es sei wichtig, gute Gespräche zu führen, und sich sicher zu sein, dass das Leben weiter geht - zwar anders als zuvor, aber es geht weiter!

Connemann dankte allen im Verein aktiven für die viele geleistete Arbeit und den Betroffenen für die offenen und ehrlichen Worte, die längst nicht selbstverständlich sind. So erklärte sie, dass auch in ihrer Verwandtschaft jemand betroffen ist, und ihr deshalb die Krankheit alles andere als fremd ist. Connemann führte weiter aus, dass aufgrund der 1000 Gesichter der Multiple Sklerose die Forschung auch so schwierig ist. Bei jedem wirkt sich die Krankheit anders aus und viele Symptome treten versteckt auf. Ziel sollte somit sein, dass jeder Betroffene mit seinen individuellen Symptomen vernünftig mit dieser Krankheit leben kann.

Weitere Informationen zu der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft im Emsland sind auf der Webseite www.dmsg-emsland.de zu finden.


Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems aufgrund einer Fehlfunktion des Immunsystems, bei welcher es zu vielfachen, also multiplen, Entzündungsherden in Gehirn und Rückenmark kommt. Diese führen zur Zerstörung von Nervenfasern und langfristig zu Verhärtungen und Vernarbungen von Nervengewebe. Die Folge dieser Entzündungen ist, dass Befehle und Reize, die von unseren Gehirnzellen an Muskeln und Organe gesendet werden, verzögert oder gar nicht mehr an ihrem Zielort ankommen. Umgekehrt gelangen auch aufgenommene Reize nicht mehr auf schnellstem Weg in Gehirn und können somit nicht mehr richtig verarbeitet werden. Deshalb kann es bei MS zu Bewegungs- und Empfindungsstörungen kommen. Und eben in vielen anderen Beschwerden kann sich die Erkrankung auch zeigen – eben in 1000 Gesichtern.

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