Eintägige Aktion für gute Zwecke Harener Oberschüler tauschen Schulalltag gegen Arbeitsplatz

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Für den Sozialen Tag an der Martinus Oberschule Haren werben die Schüler. Foto: Martinus-OberschuleFür den Sozialen Tag an der Martinus Oberschule Haren werben die Schüler. Foto: Martinus-Oberschule

Haren. So einen Stundenplan haben die Schüler der Martinus-Oberschule Haren nur einmal im Jahr. Bis auf die Abschlussschüler, die für die mündlichen Prüfungen büffeln mussten, engagierten sich alle anderen am Sozialen Tag.

Im Sinne des Leitbilds der Schule, anderen Menschen wertschätzend, tolerant und weltoffen zu begegnen, engagiert sich die Europaschule seit Jahren für das Projekt „Schüler helfen Schülern“, indem die Schüler sich für einen Tag eine bezahlte Arbeit suchen und das Geld spenden. Das Projekt betreibt Jugend- und Bildungsprojekte in Südosteuropa, Jordanien und Deutschland mit den Themenschwerpunkten Antidiskriminierung, Jugendengagement und Unterstützung von Geflüchteten.

Dieses Jahr konnte eine Gesamtsumme von 7624 Euro gespendet werden. Viele Betriebe in Haren unterstützen das Projekt seit Jahren und nehmen oft mehr als zwei Schüler in ihrem Betrieb auf. Die Schüler sind laut einer Mitteilung der Martinus-Oberschule begeistert, dass sie einen Tag gemeinsam mit ihren Freunden arbeiten können und dabei auch noch etwas Nützliches tun.

Aufstehen fällt nicht schwer

„ Ich wollte sowieso später immer an Autos schrauben und Fahrzeuge auseinandernehmen. So kann ich schon jetzt mal den Arbeitsalltag in der Werkstatt erleben.“, berichtet Maik aus der 8. Klasse, der den Tag mit zwei Freunden in einer ortsansässigen Kfz-Werkstatt verbringen durfte. „Da fiel einem das Aufstehen auch gar nicht schwer!“, sagt sein Freund Ben und lacht. Die Jungs haben für ihren Tag pro Person satte 50 Euro erarbeitet. Geld, das zu 100 Prozent in das Projekt fließt.

Die Martinus-Oberschule nimmt ihre Auszeichnung „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“ im Schulalltag sehr ernst. Themen wie Flucht, Kriegssoldaten, Armut, häusliche Gewalt oder Mobbing sind feste Themen im Stundenplan. Der Respekt im Umgang miteinander und das Verhindern von Rassismus und Diskriminierung stehen an oberster Stelle.

Mit Elan bei der Arbeit

„Umso schöner ist der Beweis, dass an dieser Schule die Integration bestens gelingt“, schreibt die Schule. Vijan, selbst ein Flüchtlingsmädchen aus dem Irak, beteiligte sich voller Freude an diesem Sozialen Tag. „Wir sind selbst noch nicht lange hier und wir sind sehr glücklich. Ich möchte, dass es anderen Kindern auch gut geht und habe in einer Bäckerei in Tinnen gearbeitet. Das hat so viel Spaß gemacht, und ich werde in der 9. Klasse mein Praktikum dort machen.“

Die Martinus-Oberschule beteiligt sich das 18. Mal an diesem Projekt und ist stolz auf das Engagement der Schülerschaft. „Wir haben so bereits weit über 60.000 Euro in den letzten Jahren spenden können, damit kann vielen Kindern geholfen werden“: Gaby Knulst, zweite Konrektorin und Koordinatorin dieses Projekts, ist sich sicher, dass die Schüler auch 2019 voller Elan bei der Arbeit sind.


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