Einwände gegen B-Plan abgelehnt Haren will Schlachthof schützen

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Mit der Einschränkung der Geflügelhaltung im Bereich Emmeln-Wesuwe hat sich der Bauausschuss der Stadt Haren hat sich zum wiederholten Male beschäftigt. Foto: Tobias BöckermannMit der Einschränkung der Geflügelhaltung im Bereich Emmeln-Wesuwe hat sich der Bauausschuss der Stadt Haren hat sich zum wiederholten Male beschäftigt. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Der Bauausschuss der Stadt Haren hat sich zum wiederholten Male mit einem Bebauungsplan beschäftigt, der die Geflügelhaltung im Bereich Emmeln-Wesuwe einschränkt. Mehrere Einwände wurden jetzt abgewogen und inhaltlich abgelehnt.

Ziel der Maßnahme ist es, die Firma Emsland Frischgeflügel vor Produktionsausfällen zu schützen. Diese drohen laut Planentwurf, wenn in unmittelbarer Nähe des Schlachthofes Geflügel an der Vogelgrippe erkranken würde. Breite Sperrzonen würden selbst dann eingerichtet, wenn nur ein einziges Huhn in der Umgebung erkrankte.

Mit den Sperrzonen und einem Transportverbot für Masthähnchen oder Legehennen solle die Ausbreitung der nur für Vögel gefährlichen Krankheit verhindert werden, die Ausrufung von Sperrbezirken sei zwingend. Dann könnte der Schlachthof allerdings nicht mehr beliefert und Ställe mit schlachtreifen Hähnchen nicht mehr geleert werden.

Um diese Gefahr zu verringern will die Stadt Haren eine Sperrzone mit einem lockeren Radius von drei Kilometern rund um die Schlachterei einrichten, in der keine neuen Ställe für Wirtschaftsgeflügel mehr errichtet werden dürfen.

Sperrzone für Ställe

Im Norden wird die Sperrzone begrenzt von der B 408, im Westen von der Altharener Straße beziehungsweise der Delldorfer Straße. Im Süden orientiert sich die Sperrzone an der Stadtgrenze zu Meppen sowie der Ems. Auf dem Gebiet der Stadt Meppen gibt es eine derartige Sperrzone bisher nicht.

Nach der erneuten Auslegung des Planentwurfes im März hat sich der Eigentümer einer Hofstelle an der Emmelner Straße zum wiederholten Male mit einem Einspruch gemeldet, der aus mehreren Teilen besteht und von der Verwaltung ausführlich beantwortet wurde. Der Ausschuss lehnte die Einwände am Ende aber ab.

Zunächst hatte der Einwender darauf hingewiesen, dass es gar nicht möglich sei, jegliche Geflügelhaltung zu verhindern. So sind Altbestände tatsächlich vom Verbot unberührt. Außerdem seien kleine Ställe beziehungsweise Vogelvolieren grundsätzlich baugenehmigungsfrei zu errichten. Stadtbaurat Brinker erläuterte hingegen, es sei unerheblich, ob man eine Baugenehmigung für einen Stall benötige. Auch derartige Vorhaben im Außenbereich dürften den Zielen eines gültigen Bebauungsplans nicht, dürften also trotz Baugenehmigungsfreiheit nicht errichtet werden.

Auch Hobbyhaltung

Außerdem hatte der Einwender moniert, der Planentwurf unterscheide nicht zwischen Freiland- und Stallhaltung und verbiete generell jede Hobbytierhaltung. Die Stadt Haren habe nicht nachgewiesen, dass das bisher übliche Aufstallungsgebot bei Ausbruch der Vogelgrippe nicht ausreiche, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen. Stattdessen habe sich das Aufstallen bewährt und folglich sei eine Geflügelhaltung bei Möglichkeit zur Aufstallung zu erlauben.

Dem widerspricht die Stadt Haren. Die Erfahrung zeige, dass nicht nur Vögel, sondern auch menschliche Kleidung oder Werkzeuge den Erreger übertragen könnten. Deshalb müsse jedes Risiko, einen meldepflichtigen Krankheitsfall zu begünstigen, minimiert.

In dem schraffierten Gebiet rund um die Firma Emsland Frischgeflügel in Haren sollen zukünftig keine neuen Geflügelställe mehr zugelassen sein.

Der Bauausschuss folgte der Argumentation der Stadt Haren, regte aber an, auch die Stadt Meppen möge in ähnlicher Weise den drei-Kilometer-Radius rund um die Schlachterei auf ihrem Gebiet überplanen, um so den Kreis auch tatsächlich zu schließen. Der Harener Stadtrat muss am 25. September abschließend entscheiden.


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