Bank setzt auf Digitalisierung Volksbank Emtal: Gewinne trotz großer Herausforderungen

Von Matthias Engelken

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Zufrieden zeigten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Emstal mit den aktuellen Wirtschaftszahlen. Foto: Matthias EngelkenZufrieden zeigten sich Vorstand und Aufsichtsrat der Volksbank Emstal mit den aktuellen Wirtschaftszahlen. Foto: Matthias Engelken

Haren Eine gestiegene Bilanzsumme, mehr Mitglieder, das Eigenkapital weiter erhöht: Beeindruckende Zahlen präsentierte jetzt der Vorstand der Volksbank Emstal seinen Mitgliedern auf der Generalversammlung. Dies, obwohl das niedrige Zinsniveau und hohe regulatorische Faktoren der Bank durchaus zu schaffen machen.

Gut zehn Jahre ist es her, dass weltweit Großbanken kollabierten. Die Folgen spüren heute nicht nur die weltweit tätigen Kreditinstitute, sondern auch die regional tätigen Banken und Sparkassen. Dies wurde jetzt auf der Generalversammlung der Volksbank Emstal vor 300 Mitgliedern und Gästen der Volksbank in der Tennishalle in Altenberge deutlich. In krankheitsbedingter Abwesenheit seines Vorstandskollegen Hermann Schlömer erläuterte Bankvorstand Wilfried Freerks die Auswirkungen. „Die Folge der wachsenden bürokratischen und teilweise sehr komplexen Auflagen aus Meldepflichten sowie Verbraucherschutzbestimmungen sind fortwährend steigende Verwaltungskosten für die Kreditwirtschaft“, erläuterte Freerks.

Zudem macht die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank dem Unternehmen zu schaffen. „Der Leitzins von aktuell 0,0 Prozent hat zu einem enormen Verfall der kurz-, mittel- und langfristigen Zinsen geführt“, erläuterte er. „Diese politisch gewollte Niedrigzinspolitik der EZB hilft zwar den Staaten, Ländern und Kommunen bei der Entschuldung und hilft natürlich auch den allgemeinen Kreditnehmern, führt aber bei den Regionalbanken wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken unweigerlich zu kontinuierlichen Rückgängen der Zinsergebnisse und zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Ertragslage“, kritisierte der Lathener. Bauzinsen seien derzeit unschlagbar günstig, doch führe die Zinspolitik bei Sparern und Geldanlegern auf der anderen Seite zu einer Entwertung des Geldes und zu einer erheblichen Schwächung der Altersvorsorge.

Widrigkeiten

Trotz aller Widrigkeiten und Herausforderungen durfte Freerks den Mitgliedern dennoch beeindruckende Zahlen präsentieren. So erhöhte sich die Bilanzsumme, also das Kapital, das dem Unternehmen zur Verfügung steht, um weitere 24 Millionen Euro auf nunmehr 529 Millionen Euro. Allein der Wert der Einlagen erhöhte sich um 14 Millionen Euro auf 314 Millionen Euro, ein Wert, der auf hohes Kundenvertrauen der mittlerweile 8338 Mitglieder Rückschließen lässt, wie Freerks deutlich machte: „Die Anleger vermeiden langfristige Geldanlagen und bevorzugen liquide Anlageformen. Sicherheit und Verfügbarkeit haben immer noch hohe Priorität. Die Kunden setzen dabei auf eine transparente, offene und qualifizierte Beratung.“

Auch dadurch konnte das wirtschaftliche Eigenkapital, zu dem gesetzliche und Ergebnisrücklagen, Vorsorgereserven und der Fonds für allgemeine Bankrisiken gehören, auf nunmehr 58,1 Millionen Euro gesteigert werden. Am Ende steht ein Jahresüberschuss von gut 2,2 Millionen Euro zu Buche. Von denen werden nach Abzug der Rücklagen gut 236000 Euro als Dividende an die Mitglieder ausgezahlt. „Ein gutes Ergebnis“, wie auch Verbandsdirektor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, Axel Schwengels, in seinen Ausführungen deutlich machte.

Niedrigzinsniveaus auf die Genossenschaftsbank

Für 2018 sieht Vorstand Wilfried Freerks indes weitere Belastungen aufgrund des Niedrigzinsniveaus auf die Genossenschaftsbank zukommen. „Daher rechnen wir damit, dass die die Zinsmarge im Vorjahresvergleich weiter zurückgehen wird, bei gleichbleibenden Kosten“. Schon jetzt muss das Geldinstitut gut 62 Cent investieren, um einen Euro zu verdienen. „Damit liegen wir im guten Durchschnitt im Vergleich zu anderen Banken im Raiffeisenverbund“, erklärte Freerks. Dies soll auch so bleiben. Deshalb setzt das Institut vor allem auf Digitalisierung. „Immer mehr Kunden nutzen die neuen Zugangswege zur Bank, ob Online-Banking über PC, Tablet oder unterwegs per Smartphone.“ Der persönliche Kontakt steht dabei weiterhin im Fokus.

Nicht mehr aktiv als Vorstand ist demnächst Hermann Schlömer. Der langjährige Vorstand geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Auf ihn folgt Stefan Möhlenkamp-Röttger, Leiter der Marktfolge-Aktiv. Heinrich Ahrens, Hermann Berends und Gerhard Ganseforth wurden in ihren Aufsichtsratsämtern bestätigt.

Breiten Raum hat im Geschäftsbericht das Thema Energiegenossenschaft Nahwärme Lathen genommen. Einen zusätzlichen Bericht dazu finden Sie hier.


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