Information und Austausch Selbsthilfegruppe „Atemlos“ für Lungenerkrankte in Haren

Von Heinrich Schepers

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Die Selbsthilfegruppe „Atemlos“ in Haren hilft Menschen, die an einer Lungenerkrankung leiden. Foto: Heinrich ScheepersDie Selbsthilfegruppe „Atemlos“ in Haren hilft Menschen, die an einer Lungenerkrankung leiden. Foto: Heinrich Scheepers

Haren. Seit Anfang Mai finden Menschen, die an einer Lungenerkrankung leiden, Hilfe und Rat bei der Selbsthilfegruppe „Atemlos“ in Haren.

37 Mitglieder kommen regelmäßig zu den Treffen, die jeden zweiten Mittwoch im Monat im Haus der Begegnung stattfinden. Hier tauschen sie sich untereinander über ihre Krankheit und die damit einhergehenden Probleme aus.

Wer zum Beispiel an COPD leidet, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, der lebt mit schweren gesundheitlichen Problemen und mit den damit einhergehenden Einschränkungen im Alltag. Atemnot und starker Husten gehören zu den Symptomen. Obwohl COPD immer häufiger diagnostiziert wird, ist sie bislang noch weitgehend unbekannt. „Erkrankte sind entsprechend ratlos, wenn sie eine solche Diagnose erhalten und fühlen sich oft allein gelassen“, sagt Karin Schütt, die Initiatorin der Selbsthilfegruppe.

Ärzte seien aufgrund des Zeitmangels in den Praxen nicht in der Lage, um mit den Betroffenen ausführlich über alle mit der Erkrankung zusammenhängenden Belange zu sprechen. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Reha-Sport-Leiterin für Lungensportgruppen sei sie darauf aufmerksam geworden, wie wichtig deshalb der gegenseitige Austausch über die Erfahrungen mit den Lungenerkrankungen sei, sagt Schütt. Aus diesem Grund habe sie die Selbsthilfegruppe gegründet.

„Plattform bieten“

„Wir möchten hier eine Plattform bieten, in der jeder mit seinen Problemen ein offenes Ohr erhält“, sagt Schütt. Neben den geselligen Gesprächen und dem Erfahrungsaustausch biete die Selbsthilfegruppe konkrete Hilfestellungen. „Wer Probleme im Umgang mit Ämtern, Versicherungen oder Krankenkassen hat, kann sich bei uns Rat holen“, berichtet Schütt. Auch Fachvorträge zu Gesundheitsthemen werden organisiert, um die wichtigen Aspekte von Lungenkrankheiten verständlich darzulegen und unter Umständen neue Therapiemöglichkeiten aufzuzeigen.

Unterstützung erhält die Gruppe von Dr. Philip Böhmer, Facharzt für Pneumologie am Ludmillenstift Meppen. Im Rahmen eines Vortrags zum Thema COPD hat er die Mitglieder der Selbsthilfegruppen jetzt über Symptome, Krankheitsverlauf und Behandlungsmöglichkeiten informiert. „Die Erkrankung nimmt einen chronischen Verlauf und geht auf längere Sicht mit einer zunehmenden Erschwerung des Atmens einher“, sagt er. Wer an COPD leide und den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar stoppen wolle, müsse sich neben den ärztlich verordneten Therapien häufig darauf einstellen, viele alltägliche Gewohnheiten grundlegend zu ändern.

„Rauchen aufgeben“

„Dazu gehört insbesondere die Aufgabe des Rauchens“, mahnt der Mediziner. „Jede gerauchte Zigarette ist eine zu viel“. Nach einer Diagnose könne ein rauchfreies Leben das Krankheitsbild erheblich verbessern. In diesem Zusammenhang seien auch die Selbsthilfegruppen von großer Bedeutung. „Die Teilnehmer können sich gegenseitig stützen und sich bei der Umstellung der Gewohnheiten anspornen“, sagt Böhmer.

Auch hinsichtlich des Informationsaustausches über Lungenerkrankungen seien Selbsthilfegruppen wichtig. Dies gelte ebenso für die Lungensportgruppen, die bei der Therapie von COPD von großer Bedeutung seien. „Der Lungensport ist eine wesentliche Ergänzung zu den medizinischen Therapiemöglichkeiten“.

Die Selbsthilfegruppe trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 17 Uhr im Haus der Begegnung (Papenwiese 6) in Haren. Ansprechpartnerin ist Karin Schütt (Telefon: 05934/7048334). Die Selbsthilfegruppe ist nicht nur für COPD-Erkrankte offen, sondern für alle Personen, die an einer Lungenerkrankung, wie Asthma oder Lungenfibrose, leiden. Auch Angehörige sind willkommen.


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