Änderung greift bei Neubauten Haren will höhere Zahl an Parkplätzen vorschreiben

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Der Alte Markt in Haren wird seit Ende der Kirmes von Grund auf umgestaltet. Foto: Tobias BöckermannDer Alte Markt in Haren wird seit Ende der Kirmes von Grund auf umgestaltet. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Die Stadt Haren will eine neue Stellplatzsatzung beschließen. Damit wird festgelegt, dass bei Neubauten im Stadtgebiet künftig mehr Parkplätze vorgehalten werden müssen. Begründung: Es wird zu viel wild geparkt.

Eine entsprechende neue Stellplatzsatzung hat jedenfalls der Bauausschuss bereits einstimmig beschlossen. Die Satzung sieht vor, den bisher vom Landkreis Emsland als Bauaufsichtsbehörde geforderten einen Stellplatz pro Wohnung auf 1,4 Stellplätze pro Wohnung zu erhöhen. Diese müssen dann zukünftig bei Neubauten in Haren vom Besitzer des Gebäudes auf eigenem Grundstück nachgewiesen werden.

Wie Franz Lammers vom städtischen Bauamt mitteilte, muss bei der Berechnung der notwendigen Einstellplätze am Ende aufgerundet. Das bedeute, dass sich für Einfamilienhäuser die Zahl der Parkplätze von einem auf zwei erhöhe, für Zweifamilienhäuser von zwei auf drei. Allerdings könnten bei Ein- und Zweifamilienhäusern auch die Auffahrten als Parkplätze gerechnet werden, wenn sie über eine entsprechende Länge verfügten.

Für Arbeitnehmerunterkünfte gelte künftig – einen Beschluss des Stadtrates am 25. September vorausgesetzt – eine Vorgabe von 0,5 Einstellplätzen je Bett. Mit der Neuregelung wolle man der stark gestiegenen Anzahl an Autos im Stadtgebiet Rechnung tragen. Immer häufiger parkten sie im öffentlichen Raum und nicht selten fänden Mieter von Wohnungen keinen Parkplatz.

CDU und SPD begrüßten die Neuregelung. Maria Albers (CDU) verwies auf die dramatische Steigerung bei der Zahl der Pkw im Emsland. In den vergangenen 20 Jahren sei ihre Zahl um 95 Prozent auf 191.000 gestiegen und das bei nur 135.000 Haushalten. Dazu habe angesichts steigender Grundstücks- und Baupreise die Verdichtung stark zugenommen – es würden also mehr Wohneinheiten pro Grundstück errichtet. Deshalb müsse beim Parken nachbessern. Das sah auch Heinz-Wilhelm Tengen (SPD) so.

Sanierung der L48

Stadtbaurat Henrik Brinker berichtete über laufende und anstehende Bauprojekte in Haren. Direkt nach der Kirmes habe man wie angekündigt mit dem Umbau des „Alter Markt“ begonnen. In der kommenden Woche rücke großes Gerät an, um den Untergrund für die Kanalbauarbeiten vorzubereiten. Voraussichtlich bis zum Frühjahr bleibe der Parkplatz gesperrt.

Insgesamt zehn Baumaßnahmen gebe es derzeit im Stadtgebiet oder sie seien in den vergangenen Wochen abgeschlossen worden. Weitere würden vorbereitet, sagte Brinker. Der Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor will demnach die Erneuerung der Trinkwasserleitung in der Wesuweer Straße in der kommenden Woche weitgehend abschließen. Dann startet auch die Sanierung der L 48 zwischen Emmeln und Wesuwe.

Vorgestellt hat Brinker auch den ersten Harener Lärmaktionsplan. Er folgt einer Vorgabe der Europäischen Union, die mit einer Richtlinie europaweit die Lärmbelastung mindern will. Die Stadt Haren hat in Folge der Richtlinie potenzielle Lärmquellen untersuchen lassen, namentlich die Hauptverkehrsstraßen. Dabei habe sich ergeben, dass nirgends so hohe Lärmbelastungen aufträten, dass im Lärmaktionsplan konkrete Maßnahmen zu veranlassen seien.

Dennoch geht aus den Erhebungen hervor, dass in Emmeln an der B408 die Grenzwerte der neuesten Bundesimmissionsschutzverordnung überschritten werden. Weil es sich aber um ein Bestandsgebiet handelt, die Grenzwerte nur beim Neubau von Straßen verpflichtend gelten und niemand „Schallpegeln über dem Richtwert für die Lärmsanierung ausgesetzt“ sei, seien keine Maßnahmen zu treffen, heißt es in der Untersuchung der Stadt. Auf Dauer strebe man dennoch eine Verbesserung der Situation an, indem der Neubau der Ortsumgehung Emmeln vorangetrieben werde.


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