Fast alle Mitarbeiter noch im Werk AERO Ems in Haren: Keine Einigung in Sicht

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Die Beschäftigten der AERO Ems wollen auch in Aurich für ihre Rechte demonstrieren. Foto: Hermann-Josef MammesDie Beschäftigten der AERO Ems wollen auch in Aurich für ihre Rechte demonstrieren. Foto: Hermann-Josef Mammes

ma Haren. Eigentlich sollten 225 Beschäftigte der AERO Ems GmbH in Haren das Unternehmen bereits Ende August verlassen. Nach Informationen unserer Redaktion hat bislang erst eine Handvoll den Betrieb zur Produktion von Rotorblättern für den Windkraftanlagenhersteller Enercon verlassen.

Das bestätigten sowohl der Betriebsrat als auch AERO-Geschäftsführer Matthias Drong auf Anfrage. Der Betriebsrat wartet nach eigenen Angaben "immer noch auf das Zugeständnis der Geschäftsführung, dass es sich bei der Aero Ems GmbH um eine zum Enercon Konzern gehörende Gesellschaft handelt". Wie der Betriebsrat erklärt, gestalte sich das Verfahren mit der Geschäftsleitung äußerst schwierig. "Offenbar sollen Sozialplanansprüche der Arbeitnehmer weitestgehend vermieden werden", heißt es in einer Pressemitteilung des Betriebsrates. 

Verhandlungen völlig offen

Daher habe der Betriebsrat den auf Unternehmens- und Arbeitsrecht spezialisierten Rechtsanwalt Ralf Müller aus Münster beauftragt. Er soll die Rechte der Arbeitnehmer durchsetzen. Zum Stand der Verhandlungen sagte der Betriebsrat: "Leider befinden wir uns leider immer noch in der dem Interessenausgleich und Sozialplanverfahren zwingend vorgelagerten Informations- und Beratungsphase." Es sei noch völlig offen, wie es mit der Aero Ems GmbH weitergehen soll. 

Verbindungen zu Enercon

Für den Fall von Massenentlassungen sehe das Betriebsverfassungsgesetz vor, dass das Unternehmen für langjährige Mitarbeiter verantwortlich ist. "Offenbar hat die Geschäftsleitung vergessen, dass die Verbindungen zum Enercon-Konzern erdrückend sind", so der Betriebsrat. So sei zum 22. August 2018 der Geschäftsführer des Enercon-Konzerns auch noch Geschäftsführer der Aero Ems GmbH gewesen.

Unterstützung der Bürger

"Am 15. September ab 11 soll in der Mutterkonzernstadt Aurich auf dem Marktplatz ein von der IG Metall organisiertes Familientreffen aller betroffenen Mitarbeiter von Enercon-Betrieben, Freunden und Bekannten stattfinden", heißt es weiter.  Zu der Protestaktion würde sich der Betriebsrat über die Unterstützung der Bevölkerung sehr freuen.

Sozialverträgliche Lösungen

Demgegenüber sagte AERO-Geschäftsführer Matthias Drong unserer Redaktion: "Es bleibt das Ziel der Geschäftsführung, in konstruktiver Weise mit dem Betriebsrat sozialverträgliche Lösungen zu erarbeiten, die den Bedürfnissen der Mitarbeiter und den Gegebenheiten entsprechen." Ein Stichdatum zur Entlassung ergebe sich dann aus den Verhandlungen mit den Betriebsräten. Vorherige Freistellungen schloss er aber nicht aus.

Zu wenig Arbeit

So gebe es nicht mehr genug Aufträge für alle. Bis Ende des dritten Quartals seien die Aufträge für die AERO Ems GmbH sichergestellt. "Danach wird sich das Unternehmen wesentlich verkleinern, weshalb wir aktuell mit einem Stellenabbau von 225 Mitarbeitern rechnen", ergänzte er. Hintergrund sei eine stark rückläufige Auftragsvergabe durch ENERCON. Statt sieben würden zukünftig nur noch ein Rotorblatt pro Woche gebaut.


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