Anlieger will Änderung Zu schmal und zu tief? Streit über Straßenausbau in Haren

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Haren. Heinz Wolbers hat ein Problem: Die Stadt Haren hat vor einigen Monaten den Reinersweg ausgebaut und vor seinem Haus mit der Nummer 15b nach seiner Auffassung „nicht gut gearbeitet“. Wolbers beklagt, dass die Straße zu schmal für den Begegnungsverkehr sei – unter anderem.

Vor allem der mit 3,50 Meter Fahrbahnbreite eher schmale Ausbau bereite ihm erhebliches Kopfzerbrechen, sagt Wolbers. Denn für Begegnungsverkehr reiche der Platz nicht aus, ein Fahrzeug müsse regelmäßig auf den Grünstreifen vorzugsweise vor seinem Haus ausweichen und der sehe dann entsprechend aus. Die Hauptfahrbahn im Baugebiet sei nach dem Ausbau 4,75 Meter breit, die Stichstraße, an der sein Haus liegt, aber eben schmaler.

Die Stadtverwaltung habe mitgeteilt, dass angesichts nur dreier Häuser und eines Spielplatzes in der Stichstraße nur mit wenig Verkehr zu rechnen und die Ausbaubreite deshalb angemessen sei. Er sehe das nicht so.

Der Grünstreifen dient manchmal dem Ausweichverkehr. Foto: Tobias Böckermann

Wolbers moniert zudem, durch den Ausbau sei ein „tiefes Loch“ entstanden, das keinerlei Sinn mache und zudem gefährlich für Rollator- oder Rollstuhlfahrer sei. Das Loch habe sich durch den erhöhten Aufbau auf der Kreuzung ergeben, der den Verkehr beruhigen soll, sowie der nach seiner Meinung zu tief abfallenden Stichstraße.

Argumente ausgetauscht

Heinz Wolbers hat mit der Stadt Haren mehrfach Argumente ausgetauscht: er war beim Bürgermeister, der Stadtbaurat ist eigens in den Reinersweg gekommen, viele Briefe wurden geschrieben und beantwortet. Auch an den Bauausschuss hat sich Wolbers per Brief gewandt. Der sei dann aber in der Sitzung nicht vorgelesen worden. Zwar wurde Wolbers von der Ausschussvorsitzenden Maria Thieben angehört. Er bekam aber nach eigener Aussage stets als Antwort: „Alles ist in Ordnung.“

Wolbers bestreitet das. Die Breite der Stichstraßen sei ihm vorab nicht genannt worden. Den Vorschlag, das Überfahren des der Stadt Haren gehörenden Seitenstreifens durch einen Poller oder Flatterband zu unterbinden, lehne er ab. Stattdessen fordere er eine Aufpflasterung des gegenüberliegenden Seitenraumes, um so das „Loch“ wegzubekommen und den Seitenstreifen vor Benutzung zu schützen. Auch wäre Wolbers bereit, seine ein Stück in den öffentlichen Raum ragende Treppe zurückzubauen, wenn es denn sein müsste, um so eine breitere Durchfahrt zu ermöglichen. Insgesamt jedenfalls ergebe sich einfach ein sehr schlechtes Bild.

„Keine Notwendigkeit“

Das sieht man in der Stadtverwaltung ganz anders. Die Straßenausbauplanung des Quartiers sei mit den Anliegern in zwei Versammlungen frühzeitig und offen abgestimmt worden, heißt es auf Anfrage der Redaktion. „So wurde dem Wunsch der Anlieger nach „spürbaren“ Aufpflasterungen im Kreuzungsbereich zur Verkehrsberuhigung entsprochen und im Rahmen der technischen und rechtlich Möglichkeiten, auf die Belange und Wünsche einzelner Anlieger Rücksicht genommen – auch bei Heinz Wolbers.“

Durch die Herstellung der Sackgasse mit gleichbreiten Straßenseitenräumen von ca. 1,30 Meter habe man verhindern können, dass Wolbers sein Eingangspodest zurückbauen müsse. Ein Verteilerkasten sei auf seinen Wunsch hin in jenen Seitenraum gegenüber versetzt worden, den er nun pflastern lassen wolle. Mit einer Pollerlösung sollte sogar der städtische Seitenstreifen vor dem Haus vor dem Befahren geschützt werden – eine Lösung, die der Anlieger jedoch ablehnte.“

Neue bauliche Maßnahmen am Reinersweg seien seitens der Stadt nicht geplant. „Dafür gibt es schlichtweg keine Notwendigkeit, denn bei drei Häusern und einem Spielplatz ist die Verkehrsfrequenz in der Sackgasse so gering, dass eine Fahrbahnverbreiterung nicht zur Diskussion stehen kann. Wir sind dem Anlieger soweit wie möglich entgegengekommen“, sagt Bürgermeister Markus Honnigfort.


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