zuletzt aktualisiert vor

Feuerwehr im Einsatz Windrad in Haren gerät nach Wartungsarbeiten in Brand

Von Tobias Böckermann

Meine Nachrichten

Um das Thema Haren Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In Haren-Rütenbrock ist es am Donnerstagvormittag zu einem Brand eines Windrades gekommen. Die Feuerwehr ist derzeit vor Ort. Foto: Tobias BöckermannIn Haren-Rütenbrock ist es am Donnerstagvormittag zu einem Brand eines Windrades gekommen. Die Feuerwehr ist derzeit vor Ort. Foto: Tobias Böckermann 

Haren. In Haren-Rütenbrock ist am Donnerstagvormittag ein Windrad durch ein Feuer zerstört worden. Der Schaden wird auf eine halbe bis eine Million Euro geschätzt.

Als gegen 9.40 Uhr ein Notruf bei der Einsatzleitstelle des Landkreises Emsland einging, brannte der Kopf des rund 100 Meter hohen Windrades bereits so stark, dass die dunklen Rauchwolken vom Windpark Rütenmoor aus bis ins mehrere Kilometer entfernte Haren zu sehen waren. 


Mechaniker hatten nach Angaben der Polizei zuvor Wartungsarbeiten an der Anlage durchgeführt. Bei einem anschließenden Probelauf war es dann aus bislang ungeklärter Ursache zu dem Feuer gekommen. 

Die Feuerwehr Rütenbrock rückte mit mehreren Fahrzeugen aus und Harens Stadtbrandmeister Hermann Wermes sowie Rütenbrocks Ortsbrandmeister Gerd Nyenhuis alarmierten auch noch die Harener Feuerwehr. Denn noch war nicht abzusehen, wie sich das Feuer in den kommenden Minuten entwickeln würde. Außerdem musste der Brandort weiträumig  abgesperrt werden, weil sich schnell zahlreiche Schaulustige einfanden und immer wieder brennende Teile des Windradkopfes und der Flügel zu Boden fielen. Die Teile bestehen zu großen Teilen aus Glasfaserverstärktem Kunststoff GFK. 

Kontrolliertes Abbrennen

Allerdings war den Einsatzkräften schnell klar, dass sie kaum etwas ausrichten konnten. denn mit 98 Meter Nabenhöhe war der Brandherd unerreichbar - deshalb beschränkte sich die Feuerwehr in Absprache mit Harens Erstem Stadtrat Dieter Sturm, der für derartige Einsatzlagen auf Verwaltungsseite zuständig ist, darauf, die umliegenden Maisäcker abzuriegeln und abzuwarten, ob sich die Flügel durch das Feuer lösen und herunterfallen würden.

Der Windpark in Haren-Rütenmoor mit der brennenden Anlage. Foto: Tobias Böckermann

Dann allerdings brannte das Feuer langsam aus und die Gefahr eines Flügelsturzes verringerte sich. Bei der Windenergieanlage handelte es sich um eine Enercon E70 aus dem Jahr 2004 mit einer Nennleistung von zwei Megawatt. Enercon war schnell mit einem Einsatztrupp zur Stelle und übernahm die Brandwache, die noch mehrere Stunden dauern sollte.

Hoher Sachschaden

Nur noch Schrottwert hatte die Gondel. Foto: Tobias Böckermann

Der Windpark in Rütenmoor wird von der Firma Agrovea aus Twist betrieben. Deren Geschäftsführer Wilhelm Wilberts und der Windparkverantwortliche Hermann Fehrmann waren nach kurzer Zeit ebenso vor Ort wie der Abschnittsleiter Mitte der Feuerwehr, Wolfgang Veltrup.

Herabstürzende Kunststoffteile haben am Fuß des Windrades Spuren hinterlassen. Foto: Tobias Böckermann

Wilhelm Wilberts schätzte den entstandenen Sachschaden auf eine halbe bis eine Million Euro. Nach seinen Angaben wurden vorsorglich zwei weitere Windräder vorübergehend vom Netz genommen, weil sie ihren Strom über dasselbe Kabel ins Netz speisen wie die beschädigte Anlage. Er geht davon aus, dass der Windradturm unbeschädigt blieb und nur die Gondel samt Technik ersetzt werden muss.  Die Polizei teilte unterdessen mit, sie gehe von einem Schaden in Höhe von rund vier Millionen Euro aus. Wie die erhebliche Diskrepanz in der Einschätzung des Schadens zustande kam, ist derzeit unklar.





Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN