Gespräch mit Geschäftsführer „Fortbestand von AERO in Haren liegt mir am Herzen“

Von Hermann-JosefMammes

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Zu Besuch bei AERO Ems in Haren 2017: Wilhelm Pieper vom Bundesverband Windenergie und Staatssekretärin Almut Kottwitz im Gespräch mit AERO-Geschäftsführer Matthias Drong. Archivfoto: Tobias BöckermannZu Besuch bei AERO Ems in Haren 2017: Wilhelm Pieper vom Bundesverband Windenergie und Staatssekretärin Almut Kottwitz im Gespräch mit AERO-Geschäftsführer Matthias Drong. Archivfoto: Tobias Böckermann

Haren. Der Geschäftsführer der AERO Ems GmbH , Matthias Drong, setzt darauf, dass auch zukünftig in Haren Rotorenblätter hergestellt werden. „Der Fortbestand der Gesellschaft mit 50 Mitarbeitern liegt mir sehr am Herzen.“

Am 17. August führte die AERO Ems GmbH mit der Agentur für Arbeit eine Jobbörse auf dem Firmengelände durchgeführt. Wie war die Resonanz?

Die Resonanz der teilnehmenden Mitarbeiter als auch der Unternehmen, die sich auf der Jobmesse präsentiert haben, war durchweg positiv.

Konnten auf diesem Weg Mitarbeiter bereits eine neue Stelle antreten?

Es wurden intensive Gespräche zwischen Mitarbeitern und Unternehmen geführt. Im Nachgang der Jobmesse haben uns Unternehmen mitgeteilt, dass vielversprechende Kontakte geknüpft wurden. Die Geschäftsführung von AERO hofft sehr, dass die betroffenen Mitarbeiter schnellstmöglich in ein neues gesichertes Beschäftigungsverhältnis übergehen können.

Kann jeder, der ein Stellenangebot hat, sofort gehen, wenn er das wünscht?

Für die Mitarbeiter gelten die vertraglichen Kündigungsfristen. Der Geschäftsführung ist es rechtlich untersagt, Aufhebungsverträge abzuschließen. Das Gesetz sieht vor, dass im Falle eines Personalabbaus zunächst Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich abgeschlossen werden müssen, bevor Geschäftsführung mit der Umsetzung beginnen darf. Hierzu gehören der Abschluss von Aufhebungsverträgen sowie eine einvernehmliche Abkürzung der Kündigungsfrist. Nach der Erstinformation des Betriebsrates vor drei Wochen ist dieser nicht in die Verhandlungen zum Interessensausgleich und Sozialplan eingetreten. Die Geschäftsführung wäre sofort bereit, Aufhebungsverträge abzuschließen oder eine Transfergesellschaft anzubieten. Hierfür ist aber der Abschluss dieser Verhandlungen Voraussetzung.

Wie viele Mitarbeiter sind noch bei AERO?

Weiter 275 Mitarbeiter

225 Mitarbeiter sollen bis Ende August gehen. Das Unternehmen will sie über einen Sozialplan entschädigen. Über welche Summen sprechen wir hier?

Ein Sozialplan soll wirtschaftliche Nachteile abmildern und wird zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat verhandelt. Grundlegende Punkte sind Abfindungen, Prämien oder das Angebot einer Transfergesellschaft. Die Höhe ergibt sich aus den Verhandlungen.

50 Mitarbeiter sollen in der Firma bis zum Sommer 2019 bleiben. Wurden die betroffenen Beschäftigten bereits informiert?

Diese Information kann erst nach den Verhandlungen abschließend an die Mitarbeiter gegeben werden. Die Auswahl der freizusetzenden Mitarbeiter erfolgt im Rahmen einer Sozialauswahl nach den Gesichtspunkten Alter, Betriebszugehörigkeit, Unterhaltspflichten und Schwerbehinderung. Wer betroffen ist, wird in den Verhandlungen mit dem Betriebsrat erörtert. Wir möchten schnellstmöglich Klarheit für die Belegschaft.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann spricht bei der Windkraftenergie in Deutschland von einer Talsohle von 12 bis 18 Monaten. Danach soll das Förderszenario wieder lukrativer werden. Könnten Sie sich für AERO einen Neuanfang vorstellen?

Der Fortbestand der Gesellschaft mit 50 Mitarbeitern liegt mir sehr am Herzen. Es ist außerordentlich wichtig, dass wir die Auftragsmengen unseres Kunden, der ENERCON GmbH, in gewohnter Qualität liefern. Wir hoffen sehr, dass sich die politischen Rahmenbedingungen positiv verändern und nach der Talsohle AERO wieder einer gesicherten Zukunft entgegensehen kann. Wann es wieder aufwärtsgeht, hängt maßgeblich von politischen Weichenstellungen der Bundesregierung ab, die – trotz mehrfacher Ankündigung – bislang noch nicht erfolgt sind. Sehr gerne möchten wir an „alte“ Zeiten anknüpfen und unsere Produktion vergrößern.


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