Minister Althusmann lädt ein AERO-Mitarbeiter aus Haren protestieren in Hannover

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Die Mitarbeiter von AERO Ems in Haren protestierten am Donnerstag gegen die geplanten Entlassungen des Enercon-Konzerns. Foto: Hermann-Josef MammesDie Mitarbeiter von AERO Ems in Haren protestierten am Donnerstag gegen die geplanten Entlassungen des Enercon-Konzerns. Foto: Hermann-Josef Mammes

Haren. Mit zwei Bussen wollen rund 100 Mitarbeiter der Firma AERO Ems am Mittwoch nach Hannover fahren. Niedersachsens Wirtschaftsministers Bernd Althusmann lädt Geschäftsführungen und Betriebsräte sowie Vertreter der IG Metall Küste, Agentur für Arbeit, IHK Ostfriesland und Papenburg und des Bundesverband Windenergie ein.

Laut einer Pressemitteilung des Ministeriums soll es um den „angekündigten Stellenabbau des Unternehmens Enercon“ gehen. Wie wir bereits berichteten, baut der Windkrafthersteller Enercon bei fünf Tochter- und Zuliefererfirmen in Haren, Emden, Aurich, Magdeburg und Westerstede insgesamt 835 Stellen ab. Von den 275 Mitarbeitern bei AERO Ems in Haren sollen 225 bis zum Monatsende gehen.

zwei komplette Busse

Betriebsrat Rainer Hüring ist dankbar, dass „die IG Metall die Kosten für die beiden Harener Busse übernimmt“. „Wir wollen in Hannover aber nicht nur für unsere Arbeitsstellen, sondern auch für Enercon kämpfen“, so Hüring. Kein Verständnis habe er deshalb auch für die Geschäftsführung. Diese untersage bislang den Beschäftigten die Teilnahme an der Protestaktion in Hannover. Er hoffe trotzdem, „dass wir beide Busse vollkriegen“.

Neue Jobs verhindert

Der Betriebsrat sei mit dem Vorgehen der Geschäftsführung „überhaupt nicht einverstanden“. So weigere sich diese, die Kosten für den Rechtsbeistand der Belegschaft zu übernehmen. Zudem soll am Freitag eine Jobbörse mit der Agentur für Arbeit vor dem Harener Firmengelände stattfinden. „Sechs Kollegen, darunter auch Familienväter mit Kindern haben aber schon einen neuen Job gefunden“, berichtet Hüring. Sie könnten sofort anfangen, allerdings verweigere ihnen die Geschäftsführung den Aufhebungsvertrag.

Enercon falscher Ansprechpartner

Obwohl selbst Minister Althusmann in seiner Einladung vom „Stellenabbau des Unternehmens Enercon“ spricht, wird die Geschäftsführung von Enercon am Mittwoch nicht in Hannover erscheinen. Dazu sagte Konzern-Pressesprecher Felix Rehwald auf Anfrage unserer Redaktion: „Die Enercon GmbH ist nicht der Arbeitgeber und damit auch nicht der Ansprechpartner.“ Die Enercon-Geschäftsführer Hans-Dieter Kettwig und Simon-Hermann Wobben hätten dies Minister Althusmann bereits im persönlichen Gespräch in der vergangenen Woche in Hannover gesagt. Dabei hätte die Geschäftsführung gegenüber dem CDU-Politiker die „verschlechterten politischen Rahmenbedingungen in Deutschland für die Windenergiebranche“ angesprochen. Diese verhinderten, dass Enercon weitere Aufträge an die hiesigen Zulieferfirmen vergeben könne.

Aber auch Aero-Geschäftsführer Matthias Drong wird nicht nach Hannover fahren. Er werde in Haren gebraucht, gab er auf Anfrage zu Protokoll.

Unterdessen wollte gestern Nachmittag der Erste IG-Metallbevollmächtigte Thomas Gelder auf das Gelände von AERO Ems am Eurohafen in Haren, um mit dem Betriebsrat zu sprechen. Der Wachtdienst wollte ihm jedoch den Zugang verwehren. „Dabei habe ich nach dem Betriebsverfassungsgesetz ein Recht dazu“, sagte der Gewerkschaftsfunktionär unserer Redaktion. Er habe daraufhin die Polizei eingeschaltet. Danach konnten die Gespräche geführt werden.


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