Erwartungen weit übertroffen 5400 Schiffe machen im Eurohafen in Haren fest

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Haren. Der interkommunale Eurohafen in Haren feiert in diesen Tagen sein zehnjähriges Bestehen. Die Betreiber sprechen von einer „Erfolgsstory“. So wurde vor wenigen Tagen die 5.000.000. Tonne umgeschlagen.

Die Städte Haren und Meppen sowie der Landkreis Emsland sind Gesellschafter der Betreibergesellschaft Eurohafen Emsland GmbH und mit dieser Entwicklung äußerst zufrieden. Am 3. Juni 2008 entlud der Schüttgutfrachter MS Orchila als erstes Schiff 992 Tonnen Ladung für das Kraftfutterwerk Rothkötter. Noch heute ist Rothkötter der wichtigste Anrainer am Hafen. Knapp Zweidrittel des Hafenumschlags von rund 600.000 Tonnen im Jahr sind Futtermittel.

Erwartungen voll erfüllt

In den vergangenen zehn Jahren liefen über 5400 Schiffe den Eurohafen an. Wie Landrat Reinhard Winter am Montag während einer Pressekonferenz in Haren sagte, hofften die Gesellschafter anfangs auf jährliche Tonnagen von rund 300.000 Tonnen. Bereits 2010 wurde diese Marke erstmals geknackt. Im Jahr 2016 waren es sogar 600.268 Tonnen. Im vergangenen Jahr konnte Hafenmeister Frank Kroschewski 590.170 Tonnen registrieren, darunter waren 495.999 Tonnen Futtermittel, 72.571 Tonnen Baustoffe, 13.951 Tonnen Dünger und Flüssigkeiten sowie 7.569 Tonnen Schwergut. Die Schiffe kämen dabei von Amsterdam und Rotterdam ebenso wie von Schwerin oder Magdeburg.

Auf der grünen Wiese

Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein erinnerte an die Vorgeschichte des Großprojektes von über 21 Millionen Euro „auf der grünen Wiese“. So plante damals die Stadt Meppen einen „neuen Hafen im südlichen Stadtgebiet“ und auch der Harener Hafen war sanierungsbedürftig. Aus heutiger Sicht bezeichnet Winter die damalige Entscheidung für den Bau des interkommunalen Eurohafens als „goldrichtig“.

Bau in Rekordzeit

Harens Bürgermeister Honnigfort, zugleich Geschäftsführer der Hafengesellschaft, erinnerte an die „Rekordbauzeit“ des Eurohafens von nur 16 Monaten. Dabei wurden 410.000 Kubikmeter Boden für das vier Hektar große Hafenbecken und den sechs Hektar großen Stichkanal zur Ems bewegt. Inzwischen sei die Gesellschaft schuldenfrei.

Freier Zugang

Dabei habe man im Vorfeld viele Gespräche mit der Verladewirtschaft geführt, um den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft im mittleren Emsland gerecht zu werden. Für die Meppener Lanfer Logistik GmbH dankte Hermann Lanfer den Verantwortlichen: „Der Eurohafen hat einen diskriminierungsfreien Zugang für alle.“ Das sei ein enormer Vorteil. Auch auswärtige Firmen könnten so am Umschlag teilhaben. Zugleich erhalten nur Betriebe Flächen direkt an den Kaianlagen, die einen Umschlag garantieren. Von den insgesamt 21 Hektar wurden bislang „gut 40 Prozent verkauft“.

Wichtige Trimodalität

Umschlags- und Schiffszahlen hätten die Erwartungen weit übertroffen“, sagte Landrat Winter. Ein Grund sei die Trimodalität des Eurohafens. So werden die Güter nicht nur über das Wasser und die Straße transportiert, sondern auch über die Schiene. Über das Gleis werden im Jahr 50.000 Tonnen transportiert – Tendenz steigend. Nur geringen Anteil an den Umschlagzahlen über das Schiff hat die AERO Ems GmbH im Eurohafen. Das Tochterunternehmen von Windkraftanlagenhersteller Enercon will zum Monatsende 225 von 275 Mitarbitern entlassen.

Große Zukunftsperspektive

Der Blick der Verantwortlichen der Eurohafen Gesellschaft geht indes nach vorne. Zum einen soll die geplante Ortsumgehung Emmeln den Straßenzugang zum Eurohafen verbessern. Laut Bürgermeister Honnigfort ist die Finanzierung des Großprojekts über den Bundesverkehrswegeplan gesichert. Allerdings hapere es bislang an den „Planungskapazitäten“ bei den Bundes- und Landesbehörden. Ein Aufschwung für den Eurohafen erhofft sich Winter zudem vom Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals. So werden bis 2025 die fünf Schleusen und die Wasserstraße zwischen Lingen und Rheine ausgebaut. Mit dieser Investition könne das dreilagige Großmotorgüterschiff von Süden aus die emsländischen Häfen anlaufen. „Das wäre der enorm wichtige Zugang zum Rhein“, so Winter.


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