Hilferuf an die Politik Haren: Schwere Vorwürfe vom AERO-Betriebsrat

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Die AERO Ems in Haren produziert noch im Rahmen der Wickelkernfertigung Innenblätter für die Anlagen vom Typ E 126. Am Freitag wurde dieses Werkstück ausgeliefert. Foto: Hermann-Josef MammesDie AERO Ems in Haren produziert noch im Rahmen der Wickelkernfertigung Innenblätter für die Anlagen vom Typ E 126. Am Freitag wurde dieses Werkstück ausgeliefert. Foto: Hermann-Josef Mammes

Haren. „Mit nur noch 50 Mitarbeitern lässt sich die Produktion unter wirtschaftlichen Aspekten nicht vernünftig aufrecht erhalten.“ Diese Einschätzung hat am Donnerstag ein Mitglied der Belegschaft von AERO Ems aus Haren unserer Redaktion gegeben.

Namentlich will die Person nicht gebannt werden. Die Mitarbeiter seien am Mittwoch vom Geschäftsführer Matthias Drong in Haren über den drastischen Personalabbau informiert worden. Wie wir berichteten, sollen von den noch 275 Mitarbeitern 225 gehen. Der Informant bestätigte, dass man bislang ausschließlich für den Mutterkonzern Enercon tätig war. AERO Ems wurde für 30 Millionen Euro errichtet und nahm 2013 die Produktion auf. Viele der Mitarbeiter arbeiten bereits „seit fünf oder sechs Jahren hier“. Der Stundenlohn für ungelernte Kräfte starte bei 13,80 Euro.

Anlagen aus Haren top

Laminierte AERO Ems anfangs Rotorblätter für den Anlagen-Typ 101, sei man seit zweienhalb Jahren mit der Wickelkernfertigung für Anlagen vom Typ E 126 beschäftigt. „Von der Qualität her sind wir einfach top“, so der Mitarbeiter. Während Enercon-Pressesprecher Felix Rehwald noch am Donnerstag unserer Redaktion mitteilte, dass die Enercon-Aufträge Ende September auslaufen, hofft die Belegschaft auf Folgeaufträge des Mutterkonzerns.

nicht sozialverträglich

Wesentlich drastischer drückt die Kritik indes im Namen des Betriebsrates Rainer Hüring aus: In einem Kommentar auf die bisherige Berichterstattung schreibt er am Freitag auf der Website unserer Zeitung: „Der Konzern möchte natürlich gerne zügig Verhandlungen mit dem Betriebsrat führen, um sie schnell abzuwickeln und Geld zu sparen.“ Dies sei aber keinesfalls auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter ausgerichtet, geschweige denn sozialverträglich. Hüring wirft Enercon und der Geschäftsführung von AERO vor, dass sie sich schnell „der Verantwortung und Pflicht“ entziehen wollen. Zudem hofft der Betriebsrat auf „Rückendeckung durch die Politik und den Landkreis Emsland bei der Bewältigung der Situation“.


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