Enercon-Aufträge laufen aus AERO-Chef Drong will Standort in Haren erhalten

Von Hermann-Josef Mammes

Viele Mitarbeiter des Rotorenblattproduzenten AERO Ems in Haren sind von der Kündigung betroffen. Archivfoto: Tobias BöckermannViele Mitarbeiter des Rotorenblattproduzenten AERO Ems in Haren sind von der Kündigung betroffen. Archivfoto: Tobias Böckermann

Haren. Das AERO Ems-Werk in Haren wird nicht aufgrund der Ankündigung von Enercon automatisch geschlossen. Das hat der Geschäftsführer des Enercon-Tochterunternehmens, Matthias Drong, am Donnerstag auf Anfrage unserer Redaktion ausdrücklich betont.

Zugleich korrigierte er die Zahlen, die tags zuvor noch der Mutterkonzern in einer Pressemitteilung veröffentlicht hatte (wir berichteten). Nach Angaben von AERO-Chef Drong sind von der Kündigung in der Rotorenblätterfabrik „225 Mitarbeiter betroffen“. Der Mutterkonzern hatte die Zahl von 235 Beschäftigten genannt. Somit betrage die zukünftige Personalstärke am Standort in Haren in der Nähe des Eurohafens noch 50 Mitarbeiter.

Sozialverträgliche Lösungen

Auf die Frage der Redaktion nach einem Sozialplan sagte Drong: „Die Geschäftsführung ist gesprächsbereit und möchte zügig mit dem Betriebsrat in konstruktive Verhandlungen über die Bedürfnisse der Mitarbeiter eintreten.“ Gemeinsam sollten sozialverträgliche Lösungen entwickelt werden.

Ausreichend Arbeit

Gleichzeitig sagt Drong, dass AERO Ems „durch eine deutliche Verringerung der Produktion gewährleistet, dass die verbleibenden 50 Mitarbeiter ausreichend Arbeit haben. Im Klartext bedeute dies, dass in Haren in Zukunft pro Woche nur noch eins statt wie bisher sieben Rotorblätter gebaut werden. Dabei dürfte fraglich sein, wie lange diese Zusage gilt. So hatte Enercon-Unternehmenssprecher Felix Rehwald unserer Redaktion ebenfalls am Donnerstag noch einmal bestätigt, dass der Mutterkonzern vertraglich die Aufträge für AERO in Haren nur „bis zum Ende des dritten Quartals sicherstellt“. Damit wäre also Ende September Schluss mit der Produktion.

Keine Schließung

Demgegenüber sagt aber Drong: „Von einer Schließung der AERO Ems kann an dieser Stelle nicht die Rede sein.“

Für ihn entscheidet letztendlich die Marktentwicklung, wie lange in Haren noch produziert werde. Diese können die Firma jedoch nicht beeinflussen. Zugleich verspricht er den Mitarbeitern: „Die Geschäftsführung unternimmt alles in ihrer Macht stehende, um den Erhalt des Standortes zu sichern.“


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