Wurzeln reichen mehr als 100 Jahre zurück Seit 40 Jahren besteht der Nautikklub Haren

Von Matthias Engelken

Für die maritime Branche werben (v.l.) Andreas Schepers, Torsten Mansveld, Stefan Lohmann, Hermann Held, Oliver Schepers und Christian Hanses vom Nautikklub Haren. Zum Vorstand gehören auch Jürgen Meyering, Florian Schepers, Otto Schepers und Hans-Bernd Schepers. Foto: Matthias EngelkenFür die maritime Branche werben (v.l.) Andreas Schepers, Torsten Mansveld, Stefan Lohmann, Hermann Held, Oliver Schepers und Christian Hanses vom Nautikklub Haren. Zum Vorstand gehören auch Jürgen Meyering, Florian Schepers, Otto Schepers und Hans-Bernd Schepers. Foto: Matthias Engelken

Haren. Regelmäßig treffen sich in Haren Seeschiffer, um über aktuelle Themen in der Seefahrt zu diskutieren, oder einfach nur, um zu klönen. Seit 40 Jahren besteht der Nautikklub Haren heute und möchte anlässlich des Jubiläums die Nachwuchsarbeit in der Seeschifffahrtsbranche fördern.

Längere Aufenthalte an Bord erschwerten es den Seeleuten in früheren Tagen, regelmäßigen Kontakt zur Familie, Kollegen und den Bewohnern Harens aufrecht zu erhalten. Schon früh organisierten sich deshalb die Seefahrer und Binnenschiffer im St. Nikolaus Schifferverein Haren. Den gibt es noch heute, weit über 100 Jahre nach seiner Gründung. Doch als in den 1970er Jahren die Seeschifffahrt immer komplizierter, die Themenvielfalt breiter wurden, entschieden sich die Harener Seeschiffer 1978 zur Gründung des Nautikklubs Haren.

Viele Themen

Themen gab es in der Folge genug über die gesprochen wurden. Die Umstellung der Schifffahrt auf einheitliche Container beispielsweise. Später die Gründung von Kommanditgesellschaften. Statt Einschiffsreeder zu sein, konnten mithilfe von Fremdkapital mehrere Schiffe bereedert werden. „Umbrüche gab es immer wieder“, erzählt Andreas Schepers. Er ist heute Vorsitzender des Klubs und kann sich an so manche Strukturänderung erinnern. So etwa die drohende Schließung der Seefahrtsschule in Leer. Neben Berufskollegen aus dem Norden setzten sich auch die Harener Reeder für den Erhalt der Einrichtung ein. Der Nautikklub organisierte dabei unter anderem eine finanzielle Unterstützung auch aus dem Emsland, sodass unter dem Druck der Reeder die Politik ihre Meinung änderte. „Heute bietet die Hochschule Emden mit dem Bereich Seefahrt und Maritime Wissenschaften ein breites Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten in der maritimen Branche“, weiß auch Torsten Mansveld, Schriftführer im Verein.

Enger Kontakt zur Politik

Wichtig ist ihm der enge Kontakt des Nautikklubs zur Politik. Schon früh organisierte der heute gut 130 Mitglieder zählende Verein deshalb jährliche Veranstaltungen gemeinsam mit namhaften Politikern. Daraus entstand der alle zwei Jahre stattfindende Seeschifffahrtstag, bei dem hochkarätige Vertreter aus der maritimen Branche und Politik im Rathaus der Schifferstadt zusammentreffen und über aktuelle Herausforderungen und Zukunftstrends diskutieren. „Und die gab es in der Vergangenheit zu Genüge“, weiß Schepers und denkt dabei vor allem an die Finanzkrise. Nach einem kurzweiligen Boom platzte die Blase. Auch Harener Reeder erlebten in der Folge starke Einschnitte. „Nach den zwei boomenden Jahren, kamen plötzlich gut zehn Jahre der Durstrecke“, sagt Oliver Schepers.

Wieder Luft zum Atmen für Reeedereien

Jedoch ist er sich sicher: „Nach der langen Flaute entsteht gerade wieder etwas Luft zum Atmen für Reedereien.“ Vor allem im Bereich Neuentwicklungen in umweltfreundliche Antriebstechniken wie etwa LNG, Methan/Wasserstoff oder den Sky-Sails sieht der Ingenieur Potenzial, da diese gefördert werden und sich dadurch auch Neuanschaffungen rentieren würden. Auch deshalb sehen die Mitglieder des Nautikklubs die maritime Branche im Aufbruch. Dabei werden Mitarbeiter benötigt. „Wurden in den vergangenen Jahren kaum neue Mitarbeiter eingestellt, wird zukünftig aber wieder ein großer Bedarf vorhanden sein“, prophezeit Mansveld. Ob an Bord oder an Land, eine Vielzahl an Reedereien würden zukünftig Mitarbeiter benötigen.

Püntetage

Deshalb möchte der Verein aktiv unterstützten. Schulen in der Region wurden angeschrieben, um die zahlreichen Arbeitsmöglichkeiten an Bord und and Land aufzuzeigen.

Zudem werden Mitglieder des Vereins an den Püntetagen in Haren am 15. und 16. September am Stand über die maritime Branche Auskunft geben. Dabei stehen die Nautiker eng mit der Seefahrtschule Leer als auch mit einem Verlag in Kontakt, der regelmäßig die Broschüre „Talents for Maritime“ herausgibt, in der allumfassend die vielen Berufszweige in der maritimen Branche beschrieben werden. „Eigentlich wird pro Exemplar eine Schutzgebühr von 22 Euro erhoben, die der Verein aber übernimmt, um den jungen Menschen die Ausgabe kostenlos zugänglich zu machen“, lädt der Vorsitzende alle Schülerinnen und Schüler ein, sich auf den Püntetagen über die Branche zu informieren oder aber sich beim Nautikklub Haren (Ems) e.V. zu melden.

Doch zunächst begehen die Mitglieder gemeinsam mit ihren Familien am Freitag, 3. August, ihr Sommerfest mitsamt einer Amisiafahrt.


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