Suche lief seit Mittwochabend Tragisches Unglück im Dankernsee: 54-Jähriger stirbt

Von Tobias Böckermann


Haren. Tragisches Ende eines Badeausfluges: Am Dankernsee ist am späten Mittwochnachmittag ein 54 Jahre alter Niederländer gestorben. Die genauen Umstände sind noch unklar.

Am Donnerstagmorgen ist es ungewöhnlich still am Dankernsee. Der Tag verspricht einer der heißesten des Jahres zu werden, normalerweise kommen schon um 8 Uhr morgens die ersten Badegäste. Aber an diesem Donnerstag ist alles anders. Rotes Absperrband verhindert den Zutritt zum Seeufer; Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst haben ihre Fahrzeuge auf oder am Rande der Schlossallee abgestellt, ein Suchboot fährt den See ab.

Zehn Taucher der Freiwilligen Feuerwehren aus Haren und Meppen hatten seit Mittwoch fieberhaft nach einem 54 Jahre alten Niederländer gesucht, den zwei Arbeitskollegen als vermisst gemeldet hatten. Als die Dunkelheit gegen 23.30 Uhr den Fortgang der Suche unmöglich machte, mussten die Taucher ihre Arbeit einstellen.

Die Umstände des Badeunglücks sind noch nicht ganz geklärt. Der Niederländer war nach Angaben der Polizei mit zwei Arbeitskollegen zum See gekommen und gegen 16.30 Uhr an der Seeinsel ins Wasser gestiegen. Von dort aus schwamm er in Richtung Wasserskianlage – dann verlor sich seine Spur.

Nach einiger Zeit machten sich die Arbeitskollegen Sorgen und suchten selbst nach dem Vermissten. Als der Erfolg ausblieb, verständigten sie die Polizei, die Suchaktion begann. Als sie am Donnerstagmorgen fortgesetzt wurde, bestand kaum noch Hoffnung, den Niederländer lebend zu finden.

Baden wieder möglich

Ein Polizeihubschrauber brachte dann immerhin einen schnellen Sucherfolg. Mit mehreren Kameras an Bord flog er den See ab, und die Besatzung wurde nach wenigen Minuten fündig. Die Piloten entdeckten einen leblosen Körper im See, die Feuerwehr konnte die Leiche bergen.

Während dann die Feuerwehr damit begann, ihre Ausrüstung wieder einzuladen, gab die Polizei den See und die Wasserskianlage wieder für den Badebetrieb frei. Ob der Niederländer ertrunken ist oder infolge gesundheitlicher Probleme gestorben ist, war noch nicht klar.

404 Badetote

Tim Hermes, Ortsbrandmeister der Feuerwehr Haren, warnte vor der Gefahr, sich beim Baden selbst zu überschätzen, und mahnte: „Man sollte niemals alleine baden gehen und in einer Gruppe gegenseitig auf sich aufpassen.“

Foto: NOZ MEDIEN

Sicher ist: Jahr für Jahr ertrinken Hunderte Menschen in Deutschland. 2017 gab es bundesweit 404 Badetote, 2016 waren es 537. Dabei gilt nach Auskunft der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft DLRG: Je besser das Sommerwetter, desto mehr Unglücke sind zu befürchten, vor allem an nicht beaufsichtigten Binnengewässern. In der internationalen Statistik „Ertrinken je 100000 Einwohner“ schließt die Bundesrepublik Deutschland bei 82 Millionen Einwohnern mit dem sehr guten Wert von 0.49 ab. Damit liegt sie im weltweiten Vergleich mit England, den Niederlanden und Schweden in der Spitzengruppe.


Die Baderegeln der DLRG:

  • 1. Baden Sie nur, wenn Sie sich wohlfühlen. Duschen Sie vor dem Schwimmen kühl ab.
  • 2. Gehen Sie niemals mit vollem oder sehr leerem Magen baden.
  • 3. Nichtschwimmer sollten nur bis zum Bauch in das Wasser gehen.
  • 4. Rufen Sie nicht um Hilfe, wenn Sie nicht in Gefahr sind.
  • 5. Überschätzen Sie Ihre Kräfte nicht.
  • 6. In Gewässern, auf denen Schiffe und Boote fahren, sollten Sie nicht baden.
  • 7. Verlassen Sie bei Gewitter sofort das Wasser und suchen Sie ein festes Gebäude auf.
  • 8. Werfen Sie keinen Abfall in das Wasser.
  • 9. Aufblasbare Schwimmhilfen unterstützen nicht Ihre Sicherheit im Wasser.
  • 10. Springen Sie nur in ein Gewässer, wenn Sie sich sicher sind, dass es frei und tief genug ist.
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