Erfolgreich mit Online-Lieferservice Junge Harener liefern im Emsland Bio-Lebensmittel an die Haustür

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Der emsländische Lieferdienst Biobote von Lisa Schepers und Ivan Lubas aus Haren kommt in der Region gut an. Sie beliefern mittlerweile über 1300 Haushalte im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Foto: Biobote EmslandDer emsländische Lieferdienst Biobote von Lisa Schepers und Ivan Lubas aus Haren kommt in der Region gut an. Sie beliefern mittlerweile über 1300 Haushalte im Emsland und der Grafschaft Bentheim. Foto: Biobote Emsland

Haren. Sich mit der eigenen Geschäftsidee selbstständig machen, diesen Traum haben Lisa Schepers und Ivan Lubas aus Haren in die Tat umgesetzt. Das junge Paar betreibt seit knapp zweieinhalb Jahren einen Online-Lieferservice für Bio-Lebensmittel aus der Region – und das mit Erfolg. Sie beliefern mittlerweile über 1300 Haushalte im Emsland und der Grafschaft Bentheim.

Kisten packen, Bestellungen annehmen, Kunden betreuen, Lieferungen koordinieren, Buchhaltung erledigen, Auslieferungstouren fahren – der Arbeitstag von Lisa Schepers und Ivan Lubas ist vielseitig und lang. Die beiden Jungunternehmer beginnen morgens um 5 Uhr, Feierabend ist in der Regel nicht vor 19 Uhr. Doch die Arbeit macht ihnen Spaß und sie sind mit Herzblut bei der Sache. "Das ist unser Baby", sagt die 28-Jährige. "Man kann das nicht mit einem normalen Job als Angestellter vergleichen. Schließlich tun wir es ja für uns und unser Unternehmen." 

"Der Laden läuft"

Biobote Emsland, so hat das Paar seine Geschäftsidee, einen Lieferdienst für Biolebensmittel, genannt, den sie im Januar 2016 gründeten. Dass die Nachfrage nach Bio-Produkten derart groß sein würde, hat die beiden überrascht. "Schon in der ersten Woche hatten wir 120 Bestellungen", erinnert sich die 28-Jährige, die eigentlich gelernte Schifffahrtskauffrau ist. "Jede Woche wurden es mehr." Zunächst führte Schepers alleine die Geschäfte. Ihr Partner Ivan war zu der Zeit noch als Wirtschaftsingenieur in einem größeren Betrieb angestellt. "Ich habe es als Einzelperson nicht mehr geschafft und stieß schnell an meine Grenzen", sagt Schepers. Also kündigte ihr Lebensgefährte seinen Job und war ab Ende Januar 2016 mit an Bord. Dass es die richtige Entscheidung von Lubas war, beweisen heute 1300 aktive Kunden, ein fester Lieferantenkreis und neun feste Mitarbeiter. "Der Laden läuft und wir sind sehr zufrieden", sagt der Emsländer selbstbewusst.


Die Arbeitstage von Lisa Schepers und Ivan Lubas ist vielseitig und lang. Die beiden Jungunternehmer beginnen morgens um 5 Uhr, Feierabend ist in der Regel nicht vor 19 Uhr. Foto: Harry de Winter

Inspiration aus Australien

Die Idee für den Bio-Lieferdienst bekamen die zwei Emsländer über Umwege auf einer zweijährigen Work'n Travel-Reise durch Australien, Neuseeland und Südostasien von 2013 bis 2015. Auf der anderen Seite der Welt arbeiteten beide unter anderem auf Biohöfen. "Es hat uns sehr inspiriert, wie dort nachhaltig und wertschätzend Lebensmittel produziert werden", schildert Schepers. So entstand zunächst die Idee, einen Bioladen im Emsland zu eröffnen, der ganz auf regionale Produkte setzt. Zurück in der Heimat machten sie sich auf die Suche nach geeigneten Geschäftsräumen, wurden aber nicht fündig. So kamen beide auf die Idee, einen Lieferservice zu gründen. "Wenn der Kunde nicht zu uns kommen kann, dann kommen wir eben zu ihm", erklärt die Harenerin. Der Businessplan überzeugte die Bank als Geldgeber, sodass  dem Bioboten nichts mehr im Wege stand. Eine passende Gewerbehalle wurde gemietet und Kühlfahrzeuge angeschafft.

Die persönliche "Bio-Kiste"

Von Anfang an war klar, dass über das Internet bestellt werden soll. Im virtuellen Ladengeschäft kann der Kunde seine persönliche "Bio-Kiste" zusammenstellen oder auf wöchentlich wechselnde Mottokisten zurückgreifen. Neben den Lebensmitteln vom Feld sind auch nahezu alle Produkte aus einen Bioladen zu finden. Darunter Biere, Kaffee, Backwaren, Weine, Fisch und Milchprodukte. Geliefert wird der Einkauf je nach Wohnort an einem festen Tag. Zuhause muss man nicht sein, um seine Bestellung entgegen zu nehmen. "Der Kunde kann uns sagen, wo wir die Kiste abstellen sollen", beschreibt Lubas. "Das kann die Garage oder Carport, die Terrasse oder auch beim Nachbarn sein." Das nur an einem bestimmten Tag geliefert werden könne, begründet der 30-Jährige damit, dass die Fahrstrecken in einem Flächenlandkreis wie dem Emsland für tägliche individuelle Touren einfach zu groß seien.


Die "Bio-Kisten" werden je nach Kundenwunsch individuell gepackt und dann ausgeliefert. Foto: Ökokiste e.V.

100 Prozent Bio

Die frischen Bio-Lebensmittel wie Käse, Eier, Obst, Gemüse und Fleisch kommen von zertifizierten Biobetrieben aus dem Emsland, der Grafschaft und Ostfriesland. "Alles, was wir anbieten, ist 100 Prozent Bio und nachhaltig angebaut", erklärt Lubas. "Zudem tragen die regionalen Lebensmittel die Siegel der anerkannten Bio-Anbauverbände wie Demeter, Bioland oder Naturland, dessen strenge Richtlinien weit über die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung hinausgehen. Produkte aus industrieller Landwirtschaft kommen bei uns nicht vor, genauso wenig wie der Einsatz von Pestiziden oder Insektiziden." Preislich liegt das Angebot über dem der Supermärkte. Dafür spiele die Qualität aber auch in einer anderen Liga, verspricht Schepers. "Saisonprodukte werden erntefrisch geliefert. Wir kalkulieren mit unseren Landwirten und Lieferanten gemeinsam und diktieren ihnen die Preise nicht, damit jeder sein Auskommen hat." Nach der Anlieferung am frühen Morgen werden die Bestellungen bearbeitet, in grüne Mehrwegkisten gepackt und im jeweiligen Lieferbezirk verteilt. Auf Plastikverpackungen wird hierbei verzichtet.


Auf Plastikverpackungen wird bestmöglich verzichtet. Foto: Ökokiste e.V.

Gurken, Tomaten, Äpfel

Neben Privatkunden nutzen auch Firmen und öffentliche Einrichtungen wie Kitas und Schulen das Angebot des Biobioten. "Den größten Teil der Kundschaft machen aber junge Familien aus, die Wert auf Klasse statt Masse legen", sagt Lubas. Die gängigsten Artikel seien Gurken, Tomaten und Äpfel. Die gingen immer Weg. Was nicht ausgeliefert werden konnte, gehe an die Tafel. Für Inspiration beim Kunden sollen Rezeptideen sorgen, die auf den Kisteninhalt abgestimmt seien. Der Inhalt reiche für ein vegetarisches Abendessen für vier Personen.

Blick in die Zukunft

In nächster Zukunft planen die jungen Emsländer einen Umzug in eine größere Halle, da sie am jetzigen Standort platzmäßig an ihre Grenzen stoßen. Außerdem soll der Onlineshop eine Frischzellenkur bekommen. Privat sollen demnächst die Hochzeitsglocken für die beiden läuten und Urlaub wollen sie auch mal wieder machen. "Das haben wir uns nach zweieinhalb Jahren harter Arbeit verdient", sind sich beide einig.


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