Singen mit Kika-Moderatorin Singa Dialog im Bullenstall: Hoffest bei Engelken in Haren

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Haren. Mit einem großen Hoffest ist die inklusive Woche auf dem Bauernhof Engelken in Haren-Wesuwe am Freitag zu Ende gegangen. Hunderte große und kleine Besucher nutzten die Gelegenheit, Landwirtschaft aus der Nähe zu sehen, sich zu informieren oder mit Kika-Moderatorin Singa zu tanzen.

Unter dem Motto „Landwirtschaft mit allen Sinnen erleben“, hatten die Organisatoren um Familie Engelken und Christian Hüser vom Freiwilligenzentrum Meppen ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt und dafür zahlreiche Partner gewonnen. So wurden Angebote wie Bullriding, Kettcar-Parcours, Hüpfburg oder das Bedienen eines Kleinbaggers unter Anleitung gerne angenommen. Zauberer Endrik Thier faszinierte vor allem die Kinder und Kaffee und Kuchen ließen die älteren Besucher verweilen.

Im Mittelpunkt stand aber die Idee, moderne Landwirtschaft so zu zeigen , wie sie zumindest auf dem Hof Engelken betrieben wird. Neben einem Legehennenstall mit 36000 Hühnern umfasst er eine Biogasanlage, 172 Hektar Ackerbau und Grünland sowie einen Bullenmaststall. Zudem betreibt die Familie mit der Wierescher Eierhütte eine Direktvermarktung.

Dank an Helfer

Diese Betriebszweige waren für die Besucher frei zugänglich, viele Helfer informierten an den einzelnen Stationen und stellten sich den Fragen der Besucher. In der abgelaufenen Woche hatten pro Tag bereits bis zu 150 Kinder in Kooperation mit den BBS Meppen den Hof kennengelernt und am Ende auch eigens angefertigte Bücher und eine CD mit nach Hause nehmen können. Am Donnerstag fand ein Diskussionsabend zum Thema Inklusion auf dem Bauernhof statt (Bericht folgt). „Das allses ist nur dank unserer vielen Partner und Sponsoren möglich gewesen“, sagte Betriebsleiter Jens Engelken. Insgesamt lagen die Kosten im fünfstelligen Bereich.

„Uns war es den Aufwand wert“, sagte Engelken und das gerade weil auch viele kritische Fragen gestellt wurden, etwa, warum die Bullen nicht auf die Weide dürfen. Verkürzte Antwort: Das kann gefährlich sein und der Platz reicht nicht für so viele Bullen aus, wie in Deutschland zur Rindfleischerzeugung gemästet werden.

Keine Berührungsängste

Und trotz einiger Schauer am Freitagnachmittag war das Hoffest gut besucht. Vor allem die Kinder freuten sich über die Tanzeinlage mit Singa, die am Rande von Hamburg auf dem Land lebt und keine Berührungsängste in Sachen Bauernhof hat. Den Kontakt zu ihr hatte Christian Hüser hergestellt, der selbst auch schon im Kinderkanal Kika aufgetreten ist.

Viele Besucher nutzten aber auch die Gelegenheit, sich die Stände der Projektpartner anzusehen, etwa der Jägerschaft, der AOK, des Landvolkes oder der BBS.

Die Pläne der Familie Engelken für einen weiteren Hühnerstall in Emmeln hatten in den vergangenen Monaten vielfach für Wirbel und Ablehnung der Landwirtschaft in Teilen der Bevölkerung gesorgt – das Hoffest und die inklusive Woche mit dem Besuch Hunderter Kinder aus Kitas und Grundschulen sei aber keine Reaktion darauf, sagte Jens Engelken. Sondern die Vorbereitungen dafür seien gemeinsam mit dem Freiwilligenzentrum bereits vor vielen Monaten angelaufen, als das seit zehn Jahren laufende Genehmigungsverfahren für den Stall in Emmeln quasi ruhte.

Engelken hatte in den vergangenen Jahren mehrfach intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben, weil er dies für den richtigen Weg hält, um Missverständnissen in der Bevölkerung, was moderne Landwirtschaft angeht, entgegenzuwirken.


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