Aber Debatte um Lärm und Verkehr Rat macht Weg für Harener Kitas frei

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Gegenüber der Tennisanlage am Ridderingsesch in Haren entsteht eine neue Kita. Foto: Tobias BöckermannGegenüber der Tennisanlage am Ridderingsesch in Haren entsteht eine neue Kita. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Der Harener Stadtrat hat am Donnerstagabend einige Bauvorhaben endgültig auf den Weg gebracht. Diskussionen gab es um den Neubau der Kindertagesstätte Lange Wiese. Anwohner beklagen Verkehrschaos und Lärm.

An der Straße „Lange Wiese“ soll die Kita St. Ansgar neu errichtet werden und dann deutlich größer sein und mehr Kinder aufnehmen können. Mit dem Neubau und dem Bau einer Kita am Ridderingsesch reagiert die Stadt Haren auf den immer weiter steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen. Der Stadtrat fasste einstimmig für beide Vorhaben den sogenannten Satzungsbeschluss, machte also den Weg für die Bebauung endgültig frei.

Dabei gingen die Politiker auch auf im Vorfeld geäußerte Kritik ein, nach der zum einen ein Anwohner eine deutlich erhöhte Lärmbelastung befürchtete und weitere Anwohner die schon jetzt „teilweise chaotische Verkehrssituation“ beklagten. Diese entstehe vor allem durch das Bringen und Abholen der Kinder mit dem Auto. Während Peter Meentken (CDU) hervorhob, Kinderlärm sei keine Belastung, sondern eine Bereicherung und dafür allenthalben Zustimmung erhielt, forderte Heinz Pinkernell (SPD), das Verkehrs- und Parkkonzept für die „Lange Wiese“ müsse dringend überarbeitet werden. Eltern ignorierten hier immer wieder bestehende Halteverbote, zu Stoßzeiten könnten die Anwohner kaum vom Hof kommen, weil alles blockiert sei.

Das bekräftigten in der späteren Einwohnerfragestunde auch einige Anwohner. Sie waren nicht gegen den Neubau des Kindergartens, forderten aber Lösungen für das Parkproblem und machten sich Sorgen wegen teilweise viel zu hoher Geschwindigkeiten trotz 30-km/h-Zone.

Bürgermeister Markus Honnigfort bestätigte, dass es in einer eng begrenzten Zeit zwischen 12.30 und 12.55 Uhr Probleme gebe, weil Eltern trotz intensiver Hinweise durch Stadt und Kita-Leitung am liebsten direkt vor dem Eingang parkten und bestehende Parkmöglichkeiten etwas weiter entfernt nicht annähmen. Allerdings sei nun geplant, 10 bis 15 Parkplätze zu schaffen und so die Gesamtsituation zu entlasten.

Problemverkehr

Anwohner Heinrich Lüßing schlug vor, ein absolutes Halteverbot im Bereich der Kita zu erlassen und so das Problem zu beheben. Zuvor hatte er beklagt, dass der Neubau der Kita seine persönliche Lebenssituation stark beeinträchtigen werde. Denn die neue Kita wird auf dem bestehenden großen Grundstück direkt vor seinem Haus neu errichtet, das alte Gebäude später abgerissen. So kann der Betrieb trotz Bauphase fortgeführt werden. Damit allerdings habe er jeden Tag in der Woche den Lärm eines Kindergeburtstages direkt vor dem Haus und könne sich dem nicht entziehen.

Für den zweiten Standort am Ridderingsesch gab es aufgrund von Lage und Konzept Lob der Politik. Allerdings griff Heinz Pinkernell eine alte SPD-Forderung noch einmal auf, nach der die Höchstgeschwindigkeit im Umfeld der Kita auf 50 km/h gesenkt werden solle. Bürgermeister Honnigfort stimmte dem zu, erläuterte aber, dass der Versuch vor einigen Jahren trotz eindeutigen Votums von Rat und Verwaltung an der Verkehrskommission gescheitert sei. Man müsse einen neuen Versuch unternehmen, allerdings halte sich die Kommission an Vorgaben, die sich nicht geändert hätten.


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