Körperverletzung mit Todesfolge Vier Jahre Haft für tödliche Schläge in Harener Bistro

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Vier Jahre ins Gefängnis muss ein 24-Jähiger nach tödlichen Schlägen in einem Harener Bistro. Symbolfoto: dpaVier Jahre ins Gefängnis muss ein 24-Jähiger nach tödlichen Schlägen in einem Harener Bistro. Symbolfoto: dpa

Osnabrück/Haren Ein 24 Jahre alter Mann, der am 1. Dezember vergangenen Jahres in einem Harener Bistro einen Mann durch Schläge gegen den Kopf so schwer verletzt hat, dass dieser wenige Tage später verstarb, muss für vier Jahre ins Gefängnis.

Das Landgericht Osnabrück wertete die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Die Kammer konnte angesichts eines Blutalkoholgehaltes des Angeklagten zur Tatzeit von 2,85 Promille eine verminderte Steuerungsfähigkeit bei gleichzeitigem Erhalt der Wahrnehmung nicht gänzlich ausschließen. Mit der Strafzumessung blieb die Kammer im unteren Rahmen des Möglichen. Der Strafrahmen bewegt sich zwischen sechs Monaten und elf Jahren und drei Monaten. Zugunsten des Angeklagten wertete die Kammer unter anderem das umfassende Geständnis des 24-Jährigen und die Tatsache, dass er sowohl in Deutschland wie auch in seinem Heimatland bislang nicht vorbestraft war.

Tritte und Schläge

Die Kammer sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass der Angeklagte am fraglichen Abend nach einer Weihnachtsfeier im Kollegenkreis mit diesen in das Harener Bistro gegangen war, in dem kurze Zeit später die Tat geschehen sollte. Dort, so die Überzeugung des Gerichtes, hatte es nach dem Eintreffen der Gruppe einen Streit zwischen einem der Kollegen des Angeklagten und dem Wirt gegeben, der mit einem Hausverbot für den Kollegen endete. Nachdem der Angeklagte und der Kollege das Bistro zunächst verlassen hatten, kehrten beide kurz darauf in die Gaststätte zurück. Wieder im Bistro, ging der Kollege zur Überzeugung der Osnabrücker Richter zu dem völlig unbeteiligt mit Bekannten an der Theke sein Feierabendbier trinkenden Opfer zu und griff dieses verbal und handgreiflich an. Dafür muss sich der Mann in einem gesonderten Verfahren verantworten. Laut Urteilsbegründung des Gerichtes hat der Angeklagte nach dem Angriff durch den Kollegen den auf dem Hocker sitzenden Mann mehrfach ins Gesicht geschlagen. Möglicherweise hat es dem Gericht zufolge auch einen kräftigen Tritt gegen den Kopf des nach den Schlägen bewusstlos auf dem Boden liegenden Opfers gegeben.

„Das ist Allgemeinwissen“

Das Opfer erlitt durch die massive Gewalteinwirkung eine Gehirnschwellung, wurde vor Ort von Rettungssanitätern und einem Notarzt reanimiert. Diese und eine anschließende Notoperation konnten das Leben des Mannes jedoch nicht retten. Der Mann verstarb wenige Tage später. Ob letztlich die Schläge gegen den Kopf oder ein Tritt gegen den Kopf die tödlichen Verletzungen verursacht hatten, vermochte die Kammer nicht zu klären. Das sei aber auch nebensächlich, denn einen anderer Grund sei auszuschließen. Der Angeklagte habe die Auswirkungen seiner Schläge erkennen können, so der Vorsitzende Richter: „Das ist Allgemeinwissen, dafür braucht man keine Spezialkenntnisse.“


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