Alte Traditionen neu belebt Heimatverein lädt ein zum 3. Wesuweer Hoffest

Das Beladen eines Kistenwagens mit der Aussteuer war lange üblich im Emsland. Das Foto entstand um 1951. Foto: Heimatverein WesuweDas Beladen eines Kistenwagens mit der Aussteuer war lange üblich im Emsland. Das Foto entstand um 1951. Foto: Heimatverein Wesuwe

Haren. Am Wochenende vom 7. auf den 8. Juli veranstaltet der Heimatverein Wesuwe sein drittes Hoffest auf dem Heimathof.

Einer Ankündigung des Vereins zufolge wird es wieder wie in den vergangenen Jahren viel aus der früheren und der heutigen Zeit zu sehen und zu probieren geben. Am Samstag, dem 7. Juli wird um 14 Uhr im Heimathaus die Fotoausstellung mit dem Thema „250 Jahre Wieresch und Hochzeitsbilder aus Wesuwe und den Nachbarorten“ eröffnet.

Um 14.30 Uhr sind die Wesuweer Senioren zu einem lustigen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Zwischen den Dönkes wird etwas zu der Erstbesiedlung vom Wieresch vor rund 250 Jahren und den Nachsiedlern vorgetragen. Ab 18 Uhr gibt es Backschinken aus dem Steinofen vom Backhaus und Leckeres vom Grill. Um 20 beginnt die „Open Air Musik“ mit „Gaucho Gerd & The Steigbügelz“ und danach Musik vom DJ Henne.

Buntes Programm

Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Frühschoppen mit den Wesuweer Dorfmusikanten. Gleichzeitig wird wieder die Fotoausstellung geöffnet und vom Arbeitskreis Ahnenforschung können hiesige Familiengeschichten abgefragt werden. Der MSG Haren stellt auf dem Hof Flugzeugmodelle mit Flugübungen vor. Um 11.30 Uhr findet die 2. Traktorsegnung und die Einweihung des Backhauses statt.

Mit dem Thema „Allet för däe Hochtied“ werden ab 13 Uhr alte Bräuche vor einer Bauernhochzeit vorgeführt und erklärt. Es werden ein „Hochtieds-Nöger“-Fahrrad und ein Brautbesen geschmückt. Der „Hochtiedsnöger“ ist danach öfters auf dem Hof auf seiner Einladungstour unterwegs. Ab 14 Uhr gibt es selbstgebackenen Kuchen und frischen Kaffee.

Am Frühnachmittag wird der „Kistenwagen“ beladen und der frühere Brauch, der heute schon nur noch Wenigen bekannt ist, ausführlich erklärt. Auf einem Ackerwagen wurde früher die ganze Aussteuer der Braut zum Hof des Bräutigams gefahren. Er wurde mit Betten, Schränken, Truhen und allerlei Hausgerätschaften und der sonstigen Aussteuer mit Sorgfalt bestückt, was die Tüchtigkeit der Braut zeigen sollte.

„Hochtiedsbotter“

Oftmals an der Spitze prangte das Symbol der Frauenarbeit, ein Spinnrad. Das Beladen wurde mit viel „Aufwand“ und Pausen durchgeführt und der Weg zum neuen Hof war mit vielen „Hemmnissen“ verbunden. Beim Eintreffen des „Kistenwagens“ hat man dann die „Aussteuer“ lange und auch mit viel Schabernack begutachtet. Auch für die neuen Nachbarn waren das anstrengende Stunden. In dieser Zeit wurde auch von den Nachbarn des Hofes als Hochzeitsgeschenk der früher übliche „Hochtiedsschinken“ und die „Hochtiedsbotter“ gebracht. Dies wird sofort frisch angeschnitten und mit Brot serviert. Der Arbeitskreis „Agrar“ stellt diese Tradition vor.

Ab 15 Uhr steht der Shantychor Geeste auf der Bühne und trägt seine Lieder von „Welle, Wind und Meer“ vor. Vorher und in den Pausen gibt es Einlagen von den „Hillbilly Stompers“. Für die Kinder gibt es ein „Mehr-Generationen-Überraschungsspiel“ und mit „Wie heißt der Opa von meinem Opa?“ eine mögliche Einführung in die Familienforschung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN