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40 Jahre Ferienzentrum Schloss Dankern – Beispiellose Erfolgsgeschichte „Unser Vater ist volles Risiko gefahren“

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Einen Besucherrekord verzeichnete das Ferienzentrum Schloss Dankern. Foto: ArchivEinen Besucherrekord verzeichnete das Ferienzentrum Schloss Dankern. Foto: Archiv

Haren-Dankern. Auch wenn die Schlossführer noch so wort- und bilderreich reden: Die Besucher des Ferienzentrums Schloss Dankern können sich kaum ein Bild von dem vom Verfall gekennzeichneten Zustand machen, in dem sich das einst und heute wieder so prachtvolle Gebäude Mitte der 1960er-Jahre befand.

Um die wirtschaftliche Grundlage für die Erhaltung des Schlosses zu sichern, tat Manfred Freiherr von Landsberg-Velen einen Schritt, der ihm anfangs keinesfalls – wie später oft – Respekt, Anerkennung und Bewunderung, sondern eher Kopfschütteln und nicht selten mitleidiges Lächeln eintrug. Er funktionierte das Schloss und dessen Anlagen in ein Ferienzentrum für Familien um. Sein Motto: „Ferien mit dem Kind vom Kind. Und das zu erschwinglichen Preisen.“

1953 übernommen

Manfred von Landsberg-Velen, der mit seiner Familie – Ehefrau und fünf Kinder – auf dem elterlichen Gut in Ostwestfalen lebte, hatte Dankern im Jahr 1953 von seinem Vater Otto übernommen. „Unser Vater ist mit der aus der Not geborenen Entscheidung, ein Ferienzentrum zu gründen, volles Risiko gefahren“, sagt Sohn Friedhelm, der heute mit seiner Familie das Großunternehmen leitet.

Friedhelm von Landsberg-Velen, der in Westfalen aufgewachsen war, nach dem Abitur eine Ausbildung als Bankkaufmann absolvierte und sich im In- und Ausland in der Freizeit- und Werbebranche qualifizierte, kam 1980 als 25-Jähriger nach Dankern, um hier später in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Er erinnert sich lebhaft an die Zeit, als der Vater ständig zwischen dem Familiensitz in Westfalen und Dankern „pendelte“, nachdem er zusammen mit einem befreundeten Niederländer aus dem Ferienpark Slagharen das Projekt auf den Weg gebracht hatte. „Er ist durch ganz Deutschland getingelt und hat unter anderem bei der Arbeiterwohlfahrt und beim Diakonischen Werk Klinken geputzt, um für sein Ferienzentrum zu werben“, erzählt Sohn Friedhelm. Und: „Er hat nie geklagt, auch wenn wir ihm seine schlaflosen Nächte angesehen haben“, sagt Schwiegertochter Caroline.

Dabei waren auch unvorhergesehene Rückschläge zu verkraften: 1979 starb seine Ehefrau. 1972 vernichtete ein Orkan auf Dankern den gesamten Waldbestand. Bei der Wiedereinweihung der vor einigen Jahren niedergebrachten Deele formulierte Bundesverdienstkreuzträger Manfred von Landsberg-Velen, der im vergangenen Jahr im Alter von 86 Jahren gestorben ist, einen Satz, der ihn mehr als viele seiner großen Reden kennzeichnet und auch seinen Optimismus erklärt: „Ich habe mich nie von meinem Herrgott im Stich gelassen gefühlt.“

Mit Lob sehr sparsam

Vor allem aber wusste er, der mit Lob sehr sparsam umging und es daher umso wertvoller machte, sein Lebenswerk in guten Händen: 730 Ferienhäuser, 10000 Quadratmeter überdachtes Spielland mit Indoor-Erlebniswelt, mehrere Hundert Spielgeräte, ein Hochseilgarten und die Erlebnisburg Drago, eine Riesen-Wasserrutsche und das Spaßbad Topas, ein 40 Hektar großer Badesee mit Strand und rund 700000 Übernachtungen sprechen für sich.


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