15,8 Prozent Konzern-Umsatzzuwachs Innovationen treiben Röchling-Wachstum auch in Haren


tb/pm Haren. Die Röchling SE & Co. KG mit Stammsitz in Mannheim blickt auf ein starkes Geschäftsjahr 2017 zurück. Mit einem Umsatzplus von 11,1 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,6) verzeichnete die Gruppe die achte Umsatzsteigerung in Folge. Zum Röchling-Konzern gehört als starker Standort auch Haren, in den viel Geld investiert wurde.

Einer Bilanzpressemitteilung des Unternehmens zufolge beruhigte sich die Nachfrage im ersten Quartal 2018 etwas. So lag der Quartalsumsatz des Geamtkonzern mit 477,5 Millionen Euro nur knapp über dem vergleichbaren Vorjahresquartal (474,6 Millionen. Euro), wobei Wechselkurseffekte der größte negative Einflussfaktor waren. Hanns-Peter Knaebel, Vorsitzender des Vorstands der Röchling-Gruppe, sagte: „Der Start in das neue Geschäftsjahr 2018 hat unsere Erwartungen nicht in vollem Umfang erfüllt. Für das gesamte Geschäftsjahr sehen wir weiterhin beste Chancen, unsere gesteckten Ziele in nahezu allen Bereichen zu erreichen. Maßgeblich hierfür ist unsere Werkstoffkompetenz im dynamischen Markt für Hightech-Kunststoffe und unser Anwendungs-Know-how.“

Der Name Röchling ist demnach Synonym für Innovationen in der Kunststoffverarbeitung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen eine ganze Reihe neuer Werkstoffe, Produkte und Systeme mit hohem Kundennutzen an den Markt gebracht. „Die Entwicklung immer besserer Produkte in immer kürzerer Zeit ist die maßgebliche Säule unseres Unternehmenserfolges“, ergänzte Hanns-Peter Knaebel. Zusätzliche Wachstumsimpulse und Effizienzsteigerungen erwartet er von der digitalen Transformation der Röchling-Gruppe. „Das Thema Digitalisierung ist ein wesentlicher Schwerpunkt der aktuellen Unternehmensstrategie. Es spielt eine immer wichtigere Rolle als Treiber unseres Unternehmenserfolgs.“

Im Geschäftsjahr 2017 profitierte Röchling von einer guten Nachfrage in nahezu allen Industrien. „Wachstumstreiber waren die konjunkturell gute Auftragslage, unsere Innovationen und die absolute Fokussierung auf den Kundennutzen“, sagte Knaebel. Dabei legt Röchling Wert auf ein nachhaltiges Wachstum. Dazu gehört die ständige Überprüfung der Umweltauswirkungen des unternehmerischen Handelns. Die meisten Röchling-Standorte sind nach der Umweltmanagementnorm ISO 14001 zertifiziert. Röchling hat außerdem freiwillige Umweltstandards eingeführt und überwacht deren Einhaltung akribisch.

Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich im Geschäftsjahr 2017 um 10,4 Prozent auf 9733 (zum Stichtag 31.12.2017). Die Röchling-Gruppe ist weltweit an 88 Standorten präsent: 55 in Europa, 18 in Asien und 15 in Amerika. Die Zahl der Auszubildenden in der Röchling-Gruppe lag bei 255 (Vorjahr: 229). Das Spektrum reicht von kaufmännischen zu technischen Ausbildungsberufen bis hin zu unterschiedlichen dualen Hochschulstudiengängen. 39 Prozent des Gruppenumsatzes wurden in Deutschland erzielt, 31 Prozent im übrigen Europa. Amerika erzielte einen Umsatzanteil von 20 Prozent und Asien von 10 Prozent.

Das Ergebnis vor Ertragssteuern (EBT) stieg um 9,1 Millionen. Euro. Damit lag die EBT-Marge bei 7,3 Prozent (Vorjahr: 7,64 Prozent). Maßgeblicher Wachstumstreiber waren erneut die Investitionen. Sie stiegen um 41,3 Prozent auf 178,7 Millionen. Euro. Der Schwerpunkt lag auf dem Ausbau und der Modernisierung der weltweiten Kapazitäten.

Wachstum in allen Regionen

Im Geschäftsjahr 2017 steigerte die Röchling-Gruppe den Umsatz im Unternehmensbereich Industrial, zu dem Haren gehört, um 7,7 Prozent auf 737,4 Millionen. Euro. „Ausschlaggebend war die starke Nachfrage nach leistungsfähigen Industrie-Kunststoffen“, berichtete Franz Lübbers, im Vorstand der Röchling-Gruppe verantwortlich für den Unternehmensbereich Industrial und Geschäftsführer in Haren. „Motor der positiven Entwicklung war die gute Stimmung im Maschinenbau. Darüber hinaus profitierten wir von einer starken Investitionsneigung in der Chemieindustrie und dem Ausbau der regenerativen Energieerzeugung.“

Weitere Investitionsmittel flossen in die Erweiterung des Betriebes und der Produktionsanlagen am Standort Haren, in neue Produktions- und Logistikflächen in Bad Grönenbach-Thal sowie in eine neue Logistikhalle in Lahnstein. Insgesamt lagen die Investitionen des Unternehmensbereichs Industrial bei 40,7 Millionen. Euro.

Beispielhaft für die Kunststoff-Kompetenz des Unternehmensbereiches war im Jahr 2017 die Beteiligung an einem Projekt der Superlative. Mit Steigungsringen aus Durostone für Transformatoren wirkt Röchling am Bau der weltweit leistungsstärksten Leitung von hochgespanntem Gleichstrom in China mit. Sie führt über 3284 Kilometer von Changji nach Guquan ( wir berichteten).

Flüssiggasantrieb

Eine Reederei aus Haren ließ das weltweit erste Containerschiff, die Wes Amelie, auf einen modernen und umweltfreundlichen Flüssiggasantrieb (LNG) umrüsten. Stützlager aus Lignostone cryogenic von Röchling übernehmen dabei eine tragende Rolle. Das Kunstharzpressholz isoliert den -164 Grad kalten Treibstofftank zuverlässig von der Schiffsstruktur.