Ulrich Brüggemann zu Gast Auftakt der Harener Orgeltage mit Kölner Domorganisten

Von Gerd Mecklenborg

Ulrich Brüggemann bereitet sich an der Vierdag-Orgel in der Rütenbrocker St. Maximilian Kirche auf das Konzert vor. Foto: Gerd MecklenborgUlrich Brüggemann bereitet sich an der Vierdag-Orgel in der Rütenbrocker St. Maximilian Kirche auf das Konzert vor. Foto: Gerd Mecklenborg

Haren. In der Rütenbrocker St. Maximilian Kirche sind die Harener Orgeltage 2018 eröffnet worden. Organist des Eröffnungskonzertes war Ulrich Brüggemann, einer der beiden Domorganisten in Köln.

Außerhalb der Domstadt spielt Brüggemann nur sehr wenige Konzerte, pflegt aber einen guten Kontakt zu Udo Honnigfort, dem Initiator der Konzertreihe, der den Kölner Domorganisten so zum zweiten Mal für ein Konzert im Rahmen der Harener Orgeltage gewinnen konnte.

Aufgrund der Baumaßnahmen an der Harener St. Martinuskirche finden in diesem Jahr die Konzerte in Rütenbrock, Altharen und Wesuwe statt, erklärte Mitinitiator Harald Steinborn den Konzertbesuchern in der gut gefüllten Kirche während seiner Einleitung.

Anspruchsvolles Programm

Für dieses Eröffnungskonzert hatte Domorganist Brüggemann ein anspruchsvolles Programm mit einigen selten aufgeführten Orgelwerken zusammengestellt. Vor dem Konzert lobte er die Vierdagorgel mit ihren 25 Registern. „Eine klangschöne Orgel, mit klaren Instrumentenstimmen, die für mein heutiges Programm gut geeignet ist“, befand der Virtuose an der „Königin der Instrumente“. Leider konnte Brüggemann das gesamte Klangspektrum der Orgel nicht vorführen, da die Zungenregister nicht gestimmt waren. Gleichwohl breitete sich ein schöner kathedraler Klang -ohne zu langen Nachhall- in der Kirche aus.

Fantasie in G-Dur BWV 572

Brüggemann eröffnete sein Konzert mit der Fantasie in G-Dur BWV 572 von Johann Sebastian Bach. Bei diesem Stück kamen die Zuhörer gleich in den Genuss der schönen klaren Instrumentenstimmen der Vierdag-Orgel. Danach folgte mit Bachs Pastorale in F-Dur BWV 590 ein Werk, bestehend aus vier Sätzen, in suitenartiger Darbietungsform. Stark die melodiösen und melancholischen Elemente, empfindsam vorgetragen. Einen Reigen kürzerer Orgelwerke bot Brüggemann in Form der „Suite du second ton“ von Jean-Adam Guilain dar. Hierfür wählte der Kölner Domorganist schöne Klangfarben, und glänzte mit Routine und Virtuosität bei den nur selten zu hörenden Kompositionen. „Es ist schön, dass dieser Organist uns nicht nur Orgelklassiker präsentiert“, flüsterte eine Zuhörerin in der Pause zwischen den Musikstücken.

Lang anhaltender Beifall

Brüggemann liebt die Musik von Léon Boëllmann, und so brachte er zum Abschluss des Konzertes dessen „Deuxième Suite“, Op. 27 mit den Sätzen Prélude pastoral, Allegretto con moto, Andantino und Finale-Marche zu Gehör. Nach dem letzten mächtigen Finalakkord spendeten die begeisterten Konzertbesucher dem Organisten lang anhaltenden Beifall.