Bauausschuss Haren einig Veränderungssperre für Ortskern von Rütenbrock

Gegenüber der Tennisanlage am Ridderingsesch in Haren entsteht eine neue Kita. Foto: Tobias BöckermannGegenüber der Tennisanlage am Ridderingsesch in Haren entsteht eine neue Kita. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Der Harener Ausschuss für Bauen und Planung hat sich für eine Veränderungssperre im Ortskern Rütenbrock ausgesprochen. Außerdem hat er den Weg für zwei neue Kitas endgültig frei gemacht.

Hintergrund für die Veränderungssperre, die am 21. Juni noch vom Stadtrat bestätigt werden muss, ist das derzeit laufende Dorfentwicklungsprogramm in den Ortschaften Rütenbrock, Lindloh-Schwartenberg und Rütenmoor. Unter dem Motto „Mein Dorf – meine Gemeinschaft“ hat ein Arbeitskreis einen Dorfentwicklungsplan erstellt, nach dessen Maßgabe die Umsetzung von 44 möglichen Einzelmaßnahmen beginnt.

Die Stadt Haren hat nach Angaben von Baudezernent Henrik Brinker damit begonnen, für die Zeit nach dem Dorfentwicklungsprogramm einen Bebauungsplan für den Ortskern von Rütenbrock aufzustellen, um dauerhaft eine städtebaulich sinnvolle Gestaltung sicherzustellen.

Weil nun aber zwischenzeitlich ein Unternehmen einen Antrag auf die Errichtung einer 5,30 Meter hohen und 3,6 mal 2,56 Meter messenden Werbetafel gestellt hat, befürchtet man negative Auswirkungen auf das Ortsbild, da die Tafel in unmittelbarer Umgebung der Maximiliankirche geplant war.

Dies hatte die Stadt im Jahr 2017 abgelehnt, die Firma aber gleichzeitig einen zweiten Bauantrag für einen zweiten Standort an der Hauptstraße gestellt. Auch dieser wurde zwischenzeitlich zurückgestellt. Um nun die Bauleitplanung zu sichern, nach deren Inkrafttreten eine solche Werbetafel an diesem Standort nicht möglich wäre, hat die Verwaltung der Politik vorgeschlagen, eine Veränderungssperre zu verhängen.

„Scharfes Schwert“

Stadtbaurat Brinker gab zu, dass es sich um ein vergleichsweise scharfes Schwert des Baurechts handele, dies sei aber notwendig, um Fehlentwicklungen zu verhindern bis der Bebauungsplan fertig sei. Das sahen auch Norbert Schumacher (CDU) und Heinz Pinkernell (SPD) so. Der Sozialdemokrat schlug aber angesichts der Bedeutung von Werbung vor, eine Werbesatzung für Haren zu erarbeiten, die klare Regelungen vorgebe.

Der Ausschuss hat zudem empfohlen, die Bebauungspläne für zwei neue Kindertagesstätten zu beschließen. Die Stadt plant wie berichtet den Bau einer komplett neuen Kita am Ridderingsesch sowie einen Ersatzneubau für die Kita „St. Ansgar“ an der Straße „Lange Wiese“.

Für beide Bauvorhaben muss der B-Plan geändert werden, beide Planungen sind öffentlich ausgelegt worden. Beim Ridderingsesch sind die üblichen Anmerkungen von Behörden eingegangen. Hingewiesen wurde auf die sehr geringe Gefahr, bei einem Extremhochwasser in einem Risikogebiet zu liegen. Diese Gefahr sieht die Verwaltung aber beherrschbar an.

Lärmprobleme?

Beim Vorhaben „Lange Wiese“ haben sich Anwohner zu Wort gemeldet, zum Teil verschärfte Lärmprobleme, vor allem aber chaotische Verkehrszustände morgens und mittags bereits jetzt festgestellt haben und die eine Verschärfung durch eine vergrößerte Kita befürchten.

Die Verwaltung sieht keine unzumutbaren Beeinträchtigungen, da mit dem Neubau erstmals Parkplätze für Mitarbeiter geschaffen werden, was die Situation per se entlaste und weil die Kinder werktags zu nicht besonders ruhebedürftigen Zeiten gebracht und abgeholt würden.

Entwurf Kita am Ridderingsesch Quelle: Stadt Haren Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Heinz Over (CDU) freute sich über ein „Highlight der Kommunalpolitik“, weil man zwei Kitas gleichzeitig auf den Weg bringen könne. Ähnlich sah es auch Ausschussvorsitzende Maria Tieben. Heinz Pinkernell stimmte für die SPD ebenfalls zu, mahnte aber Abhilfe bei der Verkehrssituation an.


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