Wieder gute Wirtschaftsdaten Haren bleibt auf Wachstumskurs

Von Tobias Böckermann

Eines der größten Unternehmen in Haren ist Röchling. Auch hier ist man auf Erfolgskurs. Foto: RöchlingEines der größten Unternehmen in Haren ist Röchling. Auch hier ist man auf Erfolgskurs. Foto: Röchling

Haren. Die Stadt Haren (Ems) bleibt auf Wachstumskurs: Sowohl die Zahl der Einwohner als auch die Zahl der Arbeitsplätze ist weiter deutlich gestiegen.

Das hat Harens Wirtschaftsförderer Jürgen Lenzing im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen berichtet. Demnach ist Haren zwischen 2007 und 2017 um 5,5 Prozent von 22.869 auf 24.142 Einwohner gewachsen (2016: 24.130). Der Anteil der Menschen im erwerbsfähigen Alter lag bei 67,4 Prozent (Niedersachsen: 64,9) und viele von ihnen finden auch vor Ort einen Arbeitsplatz. Denn deren Anzahl ist in den vergangenen zehn Jahren um 3177 oder 51 Prozent von 6191 auf 9368 gestiegen. Gegenüber 2016 bedeutete dies noch einmal einen Anstieg um 266 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Haren. Niedersachsenweit betrug der Anstieg nur 22,8 Prozent, im Emsland 36,6.

Dies sei auch Folge des stetigen Wachstums nicht nur in den Betrieben selbst, sondern auch bei der Anzahl der Betriebe, sagte Lenzing. So sei deren Anzahl in den vergangenen zehn Jahren von 2358 auf 3102 um 32 Prozent gestiegen. Die sogenannte Arbeitsplatzdichte lag 2017 in Haren bei 394 und damit über dem Landesschnitt (364), aber unter der Stadt Meppen (554) als Behördenstadt oder dem Landkreis Emsland (412), aber immer noch überdurchschnittlich hoch. Die Arbeitslosenquote stagniert seit einigen Jahren bei etwa drei Prozent ( 2017: 3,1, 2016: 2,7%).

Rechne man die Zahl der angemeldeten und der abgemeldeten Gewerbebetriebe gegen, so liege Haren mit einem positiven Saldo von 2,3 bleibenden Neuanmeldungen je 1000 Einwohner deutlich über dem Landesschnitt (0,8). Notwendig sei dafür auch ein ausreichendes Angebot an freien Gewerbeflächen. Derzeit verfüge Haren 468,6 Hektar, davon seien 61,7 Hektar noch frei.

Auch die Preise für Bauland und Wohnraum sind stark gestiegen. So kostet ein Quadratmeter Baufläche für Gewerbebetriebe in Haren in mittlerer Lage 13 Euro, in zentralen Geschäftsgebieten 300. Für einen Quadratmeter Wohnbaufläche in mittlerer Lage müssen 95 Euro (2016: 78 Euro) angenommen werden. Auch Ackerland wurde deutlich teurer, und zwar von 2,30 Euro im Jahr 2008 auf 7,50 (2017: 6,80 Euro) pro Quadratmeter im Schnitt.

Tourismus bleibt wichtig

Der Tourismus bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So übernachteten 2017 allein in den statistisch erfassten Betrieben mit mehr als neun Betten insgesamt 886.579 Menschen, ein Jahr zuvor waren es 879.224. Damit lag Haren auf Platz sechs der wichtigsten Übernachtungsorte für Touristen in Niedersachsen.

Besonders aktiv seien Stadt und Versorger derzeit beim Breitbandausbau in Haren, sagte Jürgen Lenzing (wir berichteten). Das vom Landkreis Emsland ursprünglich angestrebte Ziel, 100 Prozent der Haushalte mit schnellem Internet (mehr als 30Mbit/s) auszustatten, werde auch in Haren wohl nicht ganz erreicht. Er gehe von einem Versorgungsgrad von 90 Prozent aus, die übrigen Haushalte benötigten eventuell Funklösungen.

Eine informative Ergänzung stellte ein angestellter vergleichender Bericht des Landesrechnungshofes dar. Wie Bürgermeister Markus Honnigfort berichtete, hat das Landesamt die Wirtschaftsdaten von 52 Einheitsgemeinden mit 3600 bis 23.000 Einwohnern aus den Jahren 2011 bis 2014 verglichen. Und dabei habe Haren in vielen Bereichen hervorragend abgeschnitten, sagte Honnigfort. So habe Haren im Durchschnitt der Prüfjahre das mit Abstand höchste ordentliche Ergebnis erzielt (Überschuss von 4,7 Millionen Euro).

Überdurchschnittlich

Rechne man dieses Ergebnis auf die Zahl der Einwohner um, liege Haren immer noch über dem Durchschnitt, während es beim durchschnittlichen Aufwand pro Einwohner weit darunter liege. Dies gelte auch für die Verschuldung je Einwohner, die sich mit 345 Euro weit unter den durchschnittlichen 860 Euro befinde.

05_27_Beschaeftigung_Haren

Die Ausschussmitglieder sahen durch die vielen positiven Zahlen sowohl die Arbeit der Verwaltung, als auch ihre eigene langjährige Wirtschaftspolitik bestätigt. Karla Schmidt (CDU) dankte allen Beteiligten und mahnte ebenso wie Georg Berenzen (SPD) an, auf diesem Weg weiterzumachen. Es müsse stetig Veränderungen geben, ebenso blieben Felder für Verbesserungen, etwa beim ÖPNV.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN