Langfristige Sicherung als Ziel Emsland erarbeitet Konzept zum Grundwasserschutz

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Bei anhaltender Trockenheit werden viele Äcker im Emsland bewässert. Archivfoto: Tobias BöckermannBei anhaltender Trockenheit werden viele Äcker im Emsland bewässert. Archivfoto: Tobias Böckermann

Haren. Der Landkreis Emsland sorgt sich um sein Grundwasser und bereitet deshalb ein Pilotprojekt zum Wassermanagement vor.

Mit diesem Thema hat sich der Umweltausschuss bei seiner Sitzung im Bienenzentrum Imme in Haren befasst. Einen entsprechenden Antrag hat die Kreis-CDU gestellt, der Umweltausschuss hatte sich auch in vorangegangenen Sitzungen immer wieder mit dem Thema Wasser beschäftigt. Grundlage ist die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), nach der das Grundwasser, sowohl was seine Menge als auch was seine Qualität angeht, gesichert werden muss. Dabei gelten ein Verschlechterungsverbot und ein Verbesserungsgebot.

Nun also will sich die Kreisverwaltung gemeinsam mit örtlichen Wasserversorgern, Unterhaltungsverbänden, Landwirtschaftskammer, Landvolk und Gemeinden um ein Konzept bemühen, mit dem das nutzbare Grundwasserangebot auf dem aktuellen Stand erhalten werden kann.

Denn, und das ist vielleicht eine Überraschung: von niedersachsenweit vier Grundwasserkörpern, bei denen fallende Wasserstände beobachtet werden, liegen zwei im Emsland. Die Körper „Leda-Jümme Lockergestein links“ zwischen Cloppenburg und Papenburg sowie „Große Aa“ östlich von Lingen wurden deshalb in den Status „gefährdet“ eingestuft.

Ursache Klimawandel?

Ursachen liegen laut Kreisbaurat Dirk Kopmeyer im steigenden Wasserbedarf auf der einen Seite. So benötige man derzeit im Emsland für die öffentliche Wasserversorgung rund 36 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr, für Industrie und Gewerbe weitere 14,5 plus 3,3 Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser. Die Landwirtschaft benötige für die Feldberegnung 7,1 Millionen Kubikmeter Grundwasser und 1,3 Millionen Kubikmeter Oberflächenwasser.

Die Abnahme der Wasservorräte sei aber auch auf Folgen des Klimawandels zurückzuführen. So könne die Grundwasserneubildung beeinträchtigt sein, großzügige Entwässerung und lange Trockenwetterphasen spielten eine Rolle, sagte Kopmeyer.

Gemeinsam mit den genannten Akteuren strebt der Landkreis die „KlimaWasserKooperation Ahlde“ an, die bei Genehmigung ab 2019 aktiv werden und mit 300.000 Euro sowie Personalressourcen ausgestattet werden solle.

Menge und Qualität

Im Focus stehe dann nicht nur die Grundwassermenge, sondern auch dessen Qualität. Denn zwar sei diese bislang noch sehr gut, wenn das Wasser (wie das Trinkwasser) aus tiefen Schichten gewonnen werde. Oberflächengrundwasser sei aber niedersachsenweit in 52 von 123 Grundwasserkörpern mit Nitrat belastet, auch in Teilen des Emslandes. Und tendenziell steige die Belastung offenbar an.

Eine der Lösungen liege im weiter forcierten Verbringen von Wirtschaftsdüngern oder der konsequenten Umsetzung der neuen Düngeverordnung. Dabei unterstütze der Landkreis die Landesregierung in ihrem Vorhaben, in besonders belasteten Gebieten über die Düngeverordnung hinausgehende Maßnahmen zum Schutz der Gewässer zu verordnen.

Das Pilotprojekt will sich darüber hinaus aber auch mit möglichen Rückständen von Pflanzenschutz- und Arzneimitteln sowie Schwermetallen und Keimen beschäftigen. Darüber hinaus seien auf Landesebene weitere Anstrengungen notwendig, um langfristig die gute Qualität des Trinkwassers zu sichern.

Der Umweltausschuss empfahl dem Kreistag, die Kreisverwaltung zu beauftragen, geeignete Maßnahmen und Aktivitäten zu entwickeln, um das Grundwasser im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie zu erhalten.


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