Motto: Wie ist Landwirtschaft heute? Harener Bauernhof veranstaltet inklusive Woche


Haren. Wie ist Landwirtschaft heute? Unter diesem Motto veranstalten das Freiwilligenzentrum Meppen und der Hof Engelken vom 18. bis 22. Juni mit vielen Unterstützern inklusive Tage auf dem Bauernhof. „Inklusiv“ steht dabei für die Integration von Menschen mit Behinderung.

„Immer mehr Kinder wissen nicht, was auf einem modernen Bauernhof geschieht“. Diese Ausgangsfeststellung hat Christian Hüser vom Freiwilligenzentrum Meppen, das zum Paritätischen Emsland gehört, sowie Jens und Matthias Engelken vom gleichnamigen Bauernhof auf die Idee gebracht, dagegen etwas zu unternehmen. Nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern als Angebot für viele, die daran Interesse haben. Die Vorbereitungen laufen seit November 2017. „Wir wollen das Gespräch suchen mit den Menschen“, sagt Jens Engelken. Wohl wissend, dass die moderne Landwirtschaft zunehmend kritisch begleitet wird.

„Zu Beginn ging es nur um einen inklusiven Tag auf dem Bauernhof“, berichtete Christian Hüser jetzt anlässlich einer Pressekonferenz auf dem Hof Engelken. „Aber dann kamen immer mehr Ideen dazu und das Interesse an unserer Veranstaltung ist stetig gewachsen.“ Deshalb gibt es jetzt eine inklusive Woche und dazu einen Fortbildungstag für Erzieher und Lehrer, eine Podiumsdiskussion, einen Seniorentag und am Freitag dem 22. Juni ein großes Hoffest, zu dem sich auch Kika-Moderatorin Singa angesagt hat.

Insgesamt erwarten die Veranstalter 4000 Gäste, darunter von Dienstag bis Freitag jeweils bis zu 130 Kinder. Alle Plätze sind bereits an integrativ arbeitende Grundschulen und Kitas vergeben. Die Kinder mit und ohne Behinderung werden einen Vormittag auf dem Bauernhof erleben – begleitet vom Kooperationspartner BBS Meppen. Die Berufsbildenden Schulen, Fachbereich Soziales, werden sich um die Kinder kümmern, die in sehr kleinen Gruppen einen lehrreichen Tag erleben sollen. Unterstützt werden die angehenden Erzieher von Schülern der Berufsfachschule Agrarwirtschaft.

Die Kinder durchlaufen einzelne Stationen auf dem Hof, zu dem neben einer Biogasanlage und Ackerbau auch eine Bullenhaltung und ein Legehennenstall gehören. Ein gemeinsames gesundes Frühstück steht ebenfalls auf dem Programm, außerdem erhalten alle Kinder regionale landwirtschaftliche Produkte, ein eigens geschaffenes Wimmelbuch und eine neue CD. „Wir wollen moderne Landwirtschaft kindgerecht präsentieren“, sagt Jens Engelken.

4000 Gäste erwartet

Außerdem gehe es darum zu zeigen, dass ein Bauernhof auch ein Arbeitsplatz für Menschen mit Behinderungen sein könne. Auch darum geht es am Montag, dem 18. Juni, beim Fachtag für Erzieher und Pädagogen. In einem Fachvortrag soll es um das Thema Nachhaltigkeit gehen, den Teilnehmern wird gezeigt, wie man die Landwirtschaft in den Unterricht oder den Kita-Alltag einbauen kann. Anschließend werden die Teilnehmer unter anderem vom Landvolk geschult. Für den Fachtag sind noch einige Plätze frei.

Das gilt auch für den Seniorennachmittag am Mittwoch, dem 20. Juni von 14 bis 17 Uhr. Angesprochen sind ausdrücklich auch Menschen mit Handicap oder Demenz.

Ein Dialogabend am 21. Juni ab 19 Uhr soll Raum bieten für Diskussionen über das Thema Landwirtschaft. Eingeladen werden neben dem Landvolk-Präsidenten Albert Schulte to Brinke auch Politiker, Vertreter der Agrarbranche, Unterstützer des Projektes und Landwirte. Inklusion und Integration sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Zum Hoffest am 22. Juni sind dann alle interessierten Kinder und ihre Eltern nach Wesuwe-Siedlung eingeladen. Der Nachmittag steht im Zeichen des Erlebens und Mitmachens, es gibt Stationen von Vertretern der grünen Branche, der Landfrauen Wesuwe, der Jägerschaft oder der Imker, Gewinnspiele, Mitmachspiele und Showeinlagen. Auch Kinderliedermacher Christian Hüser wird auftreten, ebenso die Kika-Moderatorin Singa Gätgens.

Gefördert werden die verschiedenen Aktionen unter anderem durch die Aktion Mensch, die Lions Meppen, die Emsländische Bürgerstiftung, Edeka Conen, die Rothkötter-Gruppe, Krone, Raiffeisen Ems Vechte, Lanfer Energie oder die AOK. Bildungspartner ist die Ländliche Erwachsenenbildung LEB.


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