Erinnerungslücken Prozess nach tödlichen Schlägen in Harener Bistro

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Wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem Bistro in Haren muss sich jetzt ein 24-Jähriger vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Symbolfoto: Michael GründelWegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem Bistro in Haren muss sich jetzt ein 24-Jähriger vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Symbolfoto: Michael Gründel

Osnabrück/Haren. Im vergangenen Dezember ist in einem Bistro in Haren ein 40-jähriger Mann durch Schläge ins Gesicht so schwer verletzt worden, dass er wenige Tage später verstarb. Ein 24-jähriger Mann hat jetzt vor dem Landgericht Osnabrück die Schläge eingeräumt.

Die Staatsanwaltschaft, die den 24-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zur Verantwortung ziehen möchte, geht davon aus, dass der Angeklagte bei einer Blutalkoholkonzentration von 2.05 Promille im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit auf sein Opfer eingeschlagen hat. Das nach der Attacke leblose Opfer war im Bistro erfolgreich reanimiert und dann in ein Meppener Krankenhaus gebracht worden. Dort war der Mann wenige Tage später verstorben.

Weihnachtsfeier

Der Angeklagte selbst kann sich eigenen Worten zufolge nur noch bruchstückhaft an das erinnern, was sich am Abend des 1. Dezembers 2017 ereignet hat. Unstrittig ist , dass der Angeklagte im Anschluss an eine firmeninterne Weihnachtsfeier mit mehreren Kollege in das Harener Bistro gefahren waren. Dort will er aufgrund des hohen Alkoholkonsums im Vorfeld bereits so betrunken gewesen sein, dass er nicht mehr alles mitbekommen habe.

„Keine Erinnerung“

Er könne sich daran erinnern, dass er irgendwann an dem Abend mit einem Kollegen, der Streit mit dem Wirt gehabt hatte, vor die Tür gegangen sei. Anschließend so der Angeklagte, seien sie zurück in den Gastraum gegangen. Dort habe sein Kollege einen auf einem Barhocker sitzenden Gast des Bistros in den Schwitzkasten genommen. Dann, so der Angeklagte, habe er selbst dem Mann ins Gesicht geschlagen. Warum er das getan habe, wisse er nicht, so der 24-Jährige, möglicherweise habe er seinem Kollegen helfen wollen. Nach den Schlägen ins Gesicht war das Opfer vom Barhocker gefallen. Der Angeklagte soll dann auf den am Boden Liegenden einetreten haben.

Bitte um Entschuldigung

Der Angeklagte, der den Prozess durchweg mit zu Boden gerichtetem Blick verfolgte, bat die als Nebenkläger auftretenden Eltern und die Schwester des Opfers um Entschuldigung. Leider könne er die Zeit nicht zurückdrehen. Er könne nur eine finanzielle Entschädigung anbieten. Dafür wolle er arbeiten. Die Entschuldigung des Angeklagten sei zwar löblich, ließ die Anwältin der Nebenkläger wissen. Die Familie erwarte allerdings eine Erklärung für das Geschehen.

„Nicht aggressiv“

Der Angeklagte selbst sagte von sich, noch nie zuvor mit der Justiz zu tun gehabt zu haben und auch nicht aggressiv zu sein. Sein Drogenkonsum beschränke sich auf einige Joints, die er irgendwann einmal geraucht habe. Und Alkohol will er auch nur eher selten trinken. Normalerweise sei immer er derjenige, der bei Diskoausflügen mit Freunden nüchtern bleibe und das Auto fahre. Warum er ausgerechnet an dem Abend viel Alkohol getrunken habe, wisse er nicht, so der 24-Jährige. Eines allerdings wisse er: „Hätte ich nicht so viel Alkohol getrunken, hätte ich das nicht getan.“ Der Prozess wird fortgesetzt.


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