Jahresumsatz von 65 Millionen Euro Harener Bauunternehmung mit vollen Auftragsbüchern

Von Hermann-Josef Mammes


Haren. Die Knoll GmbH & Co. KG Bauunternehmung aus Haren arbeitet gerade mehrere Großaufträge ab. Allein der Auftrag zum Neubau einer Verdichterstation in Wertingen (Schwaben) beträgt für das emsländische Unternehmen 25 Millionen Euro.

Die Auftragslage insgesamt ist sehr gut – wir haben ein Jahr Vorlaufzeit“, sagt Firmenchef Gerd Knoll in einem Redaktionsgespräch. So baue Knoll bauen in Bayern im Auftrag des Fernleitungs-Netzbetreibers bayernets GmbH eine neue Erdgas-Verdichterstation. Das Projekt habe enorme Dimensionen. 107 Millionen Euro würden auf einem 4,4 Hektar großen Grundstück in direkter Nachbarschaft zur alten Anlage investiert. Dabei führen die Emsländer gleich mehrere Gewerke durch. Die Palette reicht vom Straßenbau über den Amphibienschutz bis zum Bau des Verdichtergebäudes. Die Verdichterstation Wertingen ist einer von mehreren Großaufträgen aus dem Bereich „Energie, Petrochemie und Chemie“. Über 70 Prozent unseres Umsatz Euro erwirtschaften wir hier“, sagte der 62-jährige Unternehmer. In diesem Jahr peilt das Unternehmen einen Jahresumsatz von 65 Millionen Euro an.

Gas aus Russland

Auch am Bau der 1200 Kilometer langen Nord Stream 2 quer durch die Ostsee, eine der weltweit längsten Unterwasserpipeline, ist Knoll beteiligt. Das russische Gas aus St. Petersburg erreicht in Lubmin bei Greifswald Deutschland und wird weiter an die europäischen Kunden transportiert. Hier bauen die Emsländer seit Februar an einer Erdgasübernahmestation mit. Der Bereich befindet sich auf einer Fläche von sechs Hektar. Das Gesamtauftragsvolumen auf den Baustellen der Nord Stream 2 und der Gascade Gastransport GmbH summiert sich für die Harener auf 14,7 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

Über 300 Mitarbeiter

Insgesamt beschäftigt Knoll über 300 Mitarbeiter. Mit Blick auf die mittlerweile 60-jährige erfolgreiche Firmengeschichte sagt Gerd Knoll: „Die Jungens, die da draußen sind, haben alles erwirtschaftet.“

Öffentliche Auftraggeber

Zusätzlich zur Privatwirtschaft gibt es aber auch öffentliche Auftraggeber. So bauen die Harener gerade die Nordumgehung in Nordhorn. Beim Lückenschluss der Autobahn A 33 zwischen Osnabrück und Bielefeld helfen sie mit. Und selbst kleinere Lose wie das Verlegen des Glasfaserkabels im südlichen Emsland werde abgearbeitet. Ortsnahe Baustellen haben den Vorteil, dass die Mitarbeiter abends wieder bei ihren Familien sein können.

Zugleich zeichnet sich das Unternehmen durch eine große Vielfalt aus. Auf hoher See ist das Arbeitsschiff Gerd Knoll sen. im Einsatz. Dank des geringen Tiefganges eignet es sich gut für Ramm- und Unterhaltungsarbeiten. Seit 2014 sind Alleininhaber Knoll und sein Team im Schlüsselfertigbau unterwegs. Verwaltungsgebäude wurden ebenso erstellt wie Seniorenheime.

Sicherheit ganz wichtig

„Sicherheit steht bei uns ganz oben an, gerade im Gas- und Ölbereich“, stellt Knoll die Firmenphilosophie vor. Zudem müssten alle operativ tätigen Beschäftigten alle zwei Jahre Erste-Hilfe-Kurse belegen. Weiter hätten über 90 Prozent eine Prüfung für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz abgelegt. Um Fachkräfte zu rekrutieren, arbeitet Knoll eng mit Universitäten wie Oldenburg und Osnabrück zusammen. „Wir betreuen in diesem Jahr drei Bachelor-Arbeiten“, ergänzte der Firmeninhaber. Zudem bilde die Firma in neun Berufen aus. Die Palette reicht vom Tiefbaufacharbeiter über den Betonbauer bis zum Vermessungstechniker.